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Eine Gratwanderung (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Sonntag, 22.09.2024, 21:32 (vor 483 Tagen) @ Talentförderer

Was ist denn der Anspruch? Auf immer und ewig immer Top2-3 zu sein? Auch langweilig und unrealistisch oder?
Sind Leverkusen und Stuttgart so konstant?

Man kann ja über das aktuelle spiel und Trainer Novize Sahin meckern. Aber alles andere ist schon wieder maßlos übertrieben.

Nach der wirtschaftlichen Rettung des BVB Mitte der 00er-Jahre war man sportlich erst einmal Mittelmaß.

Das war angesichts der Bedingungen und Umstände eigentlich mehr als man erwarten durfte.

Den Weg wieder nach oben hat man zum einen einer einzigen Personalentscheidung zu verdanken, nämlich der Einstellung eines Trainers mit einem klaren Konzept und der Fähigkeit, dieses Konzept auch seinen Spielern überzeugend und erfolgreich zu vermitteln. Zum anderen war man allerdings auch so klug, der Forderung dieses Trainers nach absoluter Autonomie in sportlichen Fragen und nach Mitbestimmungsrecht bei Spielerverpflichtungen Folge zu leisten.

Kloppo hat den Club wieder nach oben katapultiert und zu einem Zeitpunkt in die CL gebracht, als es dort mit dem Geldsegen so richtig losging. Er war es auch, der den Club sportlich konstant oben gehalten hat, auch wenn seine letzte Saison hier eine Delle aufwies.

In der Nach-Kloppo-Zeit wurde von der Clubführung einiges richtig, einiges auch falsch gemacht, aber insgesamt so gearbeitet, dass man konstant in der Spitzengruppe der Tabelle blieb. Allerdings auch nicht immer auf Rang 2.

Da die Bayern in dieser Zeit weniger richtig gemacht haben als der BVB , dafür aber mehr falsch, rückten die Teams nach Jahren der Bayerndominanz scheinbar wieder näher zusammen. Als latenten Konkurrenten hatte man dabei immer die Dosen mit ihrem spezifischen Konzept im Auge. Damit, dass auch anderen Clubs so etwas sowie ein Kloppo-Effekt gelingen könnte., hat man dabei offensichtlich nicht gerechnet.

Die Pillen mit Xavi Alonso und der VfB mit Sebastian Hoeneß haben aber letzte Saison gezeigt, dass es diesen Trainereffekt noch gibt und dass man mit ihm die bisherigen Platzhirsche auf die Plätze verweisen kann.

Ob die Bayern darauf nun richtig reagieren, bleibt abzuwarten. Ist auch deren Sache, und mittel- und langfristig gesehen werden sie mAn vielleicht nicht die Dominanz des letzten Jahrzehnts wiedergewinnen, aber die Nase oft genug wieder vorne haben.

Und ob Leverkusen und Stuttgart sich nun konstant in der Bundesligaspitzengruppe halten werden, bleibt in der Tat abzuwarten. Meiner Einschätzung nach wird entscheidend sein, wie lange sie ihre Trainer werden halten können. Alonso dürfte nach dieser, vielleicht der nächsten Saison die Pillen verlassen. Das Zeug in der Spitzengruppe zu bleiben, hat man mEn allerdings schon, vielleicht auf einem Niveau wie früher. Der VfB könnte sich bei einem längeren Verbleib von Hoeneß mMn durchaus oben etablieren. Sollte Hoeneß allerdings den Club verlassen, sehe ich persönlich da zukünftig eher wieder Mittelmaß.

Das ist für uns aber alles eher sekundär. Der BVB ist nun gefordert, seinen Platz in der Spitzengruppe der Bundesliga wieder klar zu festigen. Darauf zu bauen, dass andere Clubs schon keine Konstanz in ihre Erfolge bringen werden, wäre naiv.

Aktuell kann man da am Gelingen Zweifel bekommen, aber das ist eine Momentaufnahme. Man muss Nuri Sahin die notwendige Zeit gewähren, seine Vorstellungen umsetzen zu können. Man muss allerdings auch darauf acht geben, dass dies nicht allzu lange dauert. Sonst ist man schneller abgerutscht als man denkt.

Eine Gratwanderung, klar. Aber notwendig.


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