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Ist ein Turnaround unter der jetzigen Führung möglich? (BVB)

CHS, Lünen / Dortmund, Sonntag, 01.04.2018, 12:06 (vor 2838 Tagen) @ Ulrich

Für mich eine ganz schwierige Frage. Und ich bezweifele dass es eine einfache Lösung gibt. Zu rufen "Watzke raus!" oder "Zorc raus!" ist einfach. Aber was ist danach?

Das Problem ist doch immer da, wenn man einfach Stammtischparolen von sich gibt. In den seltensten Fällen hat man da eine Lösung zur Hand (Hallo AfD).

An Watzke stört mich in einigen Fällen seine Außendarstellung. In der Auseinandersetzung mit Thomas Tuchel hat er wohl zu lange versucht das Bild einer heilen Welt zu wahren die es zu dem Zeitpunkt wohl schon länger nicht mehr gab. Als er dann auf Konfrontationskurs ging war das für Teile der Öffentlichkeit nicht nachvollziehbar. Und auch Auftritte wie der bei Maschmeyer sehe ich ausgesprochen kritisch.

Sicherlich macht Watzke Fehler. Wer macht die nicht. Bei Tuchel (immer wieder taucht dieser Name auf. Der wird im Zusammenhang mit BVB mehr genannt als alle BVB-Meistertrainer zusammen, dabei sind das alleine schon Fünf) hatte man die Hoffnung spätestens seit der Winterpause, das Kapitel ohne viel Aufsehen rumzukriegen. Aber spätestens nach dem Anschlag musste wohl Watzke handeln (Dabei ging es wohl weniger um den Anschlag selber sondern die Anti-Tuchel-Haltung im Verein, im Stab und auch in der Mannschaft). Übrigens sollte man nicht vergessen, für jede Fehlpräsentation (a la Maschmeyer) gibt es auch diverse Auftritte, wo er den BVB gut vertritt (50+1). Nur bleiben die negativen Punkte länger im Gedächnis als das Positive.

Für mich haben wir einerseits ein strukturelles Problem. Heute verpflichtet man keinen Trainer, heute verpflichtet man ein komplettes Team. Und die Loyalität derjenigen die mit dem Trainer gekommen sind gilt im Zweifelsfall dem und nicht dem Verein. Der Bruch in der letzten und wohl auch schon in der vorletzten Saison war keiner zwischen Tuchel und den Verantwortlichen bei Borussia, sondern einer zwischen dem abgekapselten "Team Tuchel" und dem restlichen BVB. Und von dem "Team Tuchel" war man abhängig, man hatte kein eigenes Personal mit ähnlichen Kompetenzen. Hier will man wohl gegensteuern indem man die Position eines langfritig tätigen nur dem BVB verpflichteten Teammanagers schafft der nahe an der Mannschaft sein soll und auch als Trainer qualifiziert ist.

Da der Verein sich zum Thema Tuchel gar nicht mehr äußern will, bleibt es immer ein schwelendes Thema. Ich finde es gut, dass der Verein nicht die dreckige Wäsche in der Öffentlichkeit austrägt. Das mag uns als Fans und auch den Medien nicht unbedingt gefallen, aber ist für mich ein Unterschied zu anderen Brandherden a la HSV oder auch 1860. Viele verwechseln dieses Internbleiben mit den Filz bei den Parteien (CDU oder SPD, da tun sich beide nicht). Ich sehe das weiterhin als Stärke. Aber Diskussionen in die Öffentlichkeit zu bringen, ist halt meistens eher ein schlechtes Zeichen.

Andererseits haben wir auch ein Problem bei der Zusammensetzung des Kaders. Uns fehlen vor allem im Mittelfeld Typen die nicht nur ballsicher sondern auch körperlich stark sind.

Die gibt es übrigens. Rode könnte sowas machen. Problem ist halt seine dauerhafte Verletzung.
Das Problem war wohl eher, man wollte zuviel gleichzeitig. Mann wollte die Abgänge mit Talente (Dembele, Mor, Merino, Isak) füllen , gleichzeitig sollte der Kader verbreitert werden, weiterhin wollte man Prestigeobjekte holen (Dembele, Götze, Rode) und man wollte den Trainer glücklich machen (Schürrle, Park, Toprak). Im Endeffekt ist ein zu großer Kader da, viele ähnliche Spielercharaktäre und die Unzufriedenheit.

Zudem haben wir ohne Zweifel ein Mentalitätsproblem. Wo ist auf dem Platz ein Zorc, ein Kehl, ein Bender? Wir haben zu viele Spieler die in der derzeitigen Konstellation nicht bereit oder auch nicht in der Lage sind bis an ihre Grenzen zu gehen.

Da ist wieder das Problem. Sicherlich könnten das ein Paar Spieler. Nur entweder haben die ihre privaten Probleme, haben ihre Verletzungen oder sonstige Probleme.

Wir werden sicherlich nicht wie von einigen vorgeschlagen wird große Teile der Mannschaft austauschen. Aber wir brauchen im Sommer Neuzugänge die in der Lage sind die arrivierten Spieler unter Druck zu setzen und klare Anwärter auf einen Stammplatz sind. Andererseits wird man mit einigen Spielern das Gespräch suchen müssen und erörtern ob nicht ein Wechsel im Sommer die bessere Alternative ist. Das heißt aber nicht dass man diese Spieler menschlich abqualifiziert. Jemand der sportlich nicht die Ansprüche erfüllt, der ist nicht automatisch auch ein schlechter Charakter.

Dass es Neuzugänge geben wird, dürfte klar sein. Bei den Abgängen ist halt das Problem, sie haben Verträge. Und es gibt Leute, da sind die so gut, dass man nicht weg will, obwohl man kaum spielt. Mit ein bisschen Glück könnte man ein paar nach England "verschiffen", aber sicherlich nicht alle Problemkinder.

Ich weiß nicht was in der Personalplanung der letzten Jahre schief gegangen ist. Waren das primär Fehler von Zorc und Mislintat oder haben sich auf der einen Seite Zorc und Mislintat und auf der anderen Seite Tuchel gegenseitig blockiert?

Nicht nur, aber auch. Wenn man weiß, dass es zwischen dem Scoutteam und dem Trainerteam unter Tuchel wohl keinen Austausch gab, sollte man sich über die Wechsel damals nicht wundern.

Hier muss man klar aufarbeiten was passiert ist. Und man muss sich zudem fragen ob man auch in Zukunft noch Spieler die einmal beim BVB waren zurück holen muss. Mit Abstrichen aus sportlicher Sicht positiv war das Ergebnis bei Kagawa, aber schon bei Götze war es durchwachsen und Sahin hat eigentlich nie über längere Zeit an die alten Leistungen anknüpfen können. Im Nachhinein wäre es alles in allem wohl besser gewesen nach vorn zu schauen.

Pro forma lehne ich keine Rückholaktion ab. Aber es sollte da das Leistungsverhältnis stimmen. Das Problem ist halt, der BVB hat schon in der frühsten Vergangenheit häufig Spieler und Trainer geholt, die man früher schon einmal hatte. Leider bringt das in den wenigsten Fällen Erfolg. Wobei ich mich wirklich freue, dass man mit Kehl nun einen ehemaligen zurück holt. Jetzt noch den Trainer in trockenen Tüchern bringen (sollte eigentlich innerhalb diesen Monats passieren, laut Watzke und Zorc), dann kommt die Mannschaft dran.

Gruß

CHS


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