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Spiegel-Artikel zum Thema Öl aus Venezuela (Politik)

Pfostentreffer, Montag, 05.01.2026, 12:15 (vor 3 Tagen) @ Ulrich

Von austauschen hat auch niemand gesprochen, sondern es geht natürlich darum, die amerikanischen Raffinierien zusätzlich damit zu beschäftigen.


Aktuell gibt es sehr viel Öl auf dem Markt.

Dem ist so. Und je stärker EE ausgebaut werden, desto stärker ist natürlich der Überschuss an Öl, weil weniger Öl und Gas benötigt wird. Desto stärker sinkt der Ölpreis, da die Nachfrage nicht weiter steigt. In einem funktionierndem Markt zumindest, was der Markt für Öl- Und Gas nie war aufgrund der täglichen Milliardensubventionen seit Jahrzehnten.

Der Ölpreis liegt je nach Sorte bei etwa 55 bis 60 Dollar pro Barrel. Sinkt er darunter, dann verdient man nichts mehr mit dem Öl aus einem beträchtlichen Teil der US-Förderstätten. Man würde sich den Ast absägen, auf dem sie selbst sitzt.

Das kommt darauf an, ob man Kosten auf andere abschieben kann, wie es die Ölindustrie besser macht als alle anderen. Entsprechend sinkt Break Even. Einige Ölpreise (je nach Sorte) liegen auch längst deutlich unter 55 Dollar. Trotzdem wird weiter gefördert, denn die staatlichen Gelder fliessen weiter.


Und die Investitionen werden natürlich nicht von den amerikanischen Öl-Unternehmen bezahlt sondern entweder von den Venezuelanern oder den amerikanischen Steuerzahlern. Nur die Gewinne und Subventionen werden von den fossilen Unternehmen eingezogen. So wie in den letzten Jahrzehnten auch.


Venezuela ist pleite.

Du denkst noch in einer Welt die wirtschaflichen und rechtlichen Gesetzen folgt, in der Rechtsstaatlichkeit bspw. funktioniert. Diese Welt ist vorbei. Trump, Netanjahu und Putin haben sie Hand in Hand gekillt und das Recht des Stärkeren etabliert. Und viele viele machen mit und finden es super.

Es ist komplett egal, ob Venzuela pleite ist. Die Kosten kann man einfach in Form höherer Steuern oder durch streichen von anderen staatlichen Ausgaben - zum Beispiel bei Bildung oder Sozialhilfe - finanzieren. Auch ein dicker Batzen amerikanisches Geld als Kredit kann dabei sehr hilfreich sein. Ob es dann Steuergeld ist oder von Banken geliehens Geld welches nur mit Steuergeld gesichert ist oder oder oder spielt dabei keine grosse Rolle.

Und Trump wird mit Sicherheit keine Haushaltsmittel dafür aufwenden, die Ölindustrie in Venezuela wieder aufzubauen.

Wie kommst Du zu der These? Das hat er in Argentinien auch gemacht, um den Rechtsextremen an der Macht zu halten. Erflogreich. Die süd-und lateinamerikanischen Regierungen haben es nicht einmal geschafft, eine gemeinsame Erklärung abzugeben, die den völkerrechtswidrigen amerikanischen Angriff und die Entführung des Staatsoberhuaptes verurteilt.

Warum nicht? Weil Trump die meisten relevanten Süd-und Lateinamerikanischen Länder längst in der Hand hat. Mexiko, Kolumbien und Brasilien stehen einer Totalkontrolle Trumps noch im Weg, der Rest ist längst unterjocht. In Brasilien sind nächtses Jahr Wahlen und es ist im Prinzip jetzt schon klar, dass - vor allem durch den Einfluss Trumps - die Rechtesextremen und Fossilfaschisten auch dort gewinnen werden. Dann wird Kolumbiens Führung schnell ausgetauscht und Mexico überlasse ich die Fantasie von jedem selbst, wie Trump dort vorgeht. Das wichtige Zeichen, was er jetzt gesendet hat, ist natürlich, dass er jeden, der sich gegen ihn stellt, nicht nur politisch erreichen kann, sondern auch persönlich. Das wirkt.


Fossile Energien funktionieren als Geschäftsmodell seit Jahrzehnten bereits nur durch Subventionen und das herauslassen der externen Effekt.


Nicht im Bereich von Erdöl. Das trägt sich bisher selbst.

Ein leider weit verbreiteter Irrglaube. Es gibt nichts, was seit Jahrzehnten so stark in der Welt subventioniert wird.

Allenfalls ignoriert man die Umweltschäden.

Die werden in unserem kompletten Wirtschafsystem ignoriert und völlig bewusst vom Wirtschafskreislauf ausgeschlossen. Alles was wir an finanziellen Umweltmassnahmen sehen, ist der Versuch, Teile dieser externen Effekte wieder in den Wirtschafskreislauf zu holen (rein volkswirtschaflich gesprochen).

Natürlich erfolglos. Die Widerstände dagegen sind zu gross, zu reich und zu brutal.

Die beiden Puntke, Subventionen und das ausschneiden externer Effekte beliefen sich 2022 bspw. auf 7 Billionen (!) Dollar. Du kannst gerne die Gewinne der fossilen Unternehmen daneben legen und vergleichen.


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