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Respekt durch Taten, nicht durch Worte (Politik)

uwelito, Wambel forever, Sonntag, 04.01.2026, 21:44 (vor 3 Tagen) @ Lattenknaller

Ich glaube es geht zusätzlich schon auch um die Macht der “Bösen” (China, Russland, Iran, Kuba, etc.) in der Region. Das sollte auch in unserem Interesse sein (bei aller berechtigten Kritik an Trump und der politischen Entwicklung in den USA).

Für Trump durfte das Thema Migration zusätzlich auch nicht ganz irrelevant sein und es ist jetzt auch nicht so, dass Venezuela beim Thema Drogen (international gesehen) komplett irrelevant ist. Vielleicht kommt aus Venezuela direkt nicht viel Stoff in die USA, aber da bilden sich halt riesige Kartelle, die

a.) teilweise regierungsnah sind (z.B. Cartel de los Soles) oder/und

b.) auch über die Grenzen von Venezuela hinweg (inkl. USA) aktiv sind (z.B. Tren de Aragua)

Und Kartell bedeutet heute nicht Kokablätter verarbeiten und den Kram bis an die Wall Street bringen. Das sind leider Kinderbuchgeschichten aus vor langer Zeit. Diese Gruppen haben ihre Aktivitäten ausgeweitet in alle möglichen Bereiche des normalen Lebens.


Venezuela taucht im europäischen Drogenbericht gar nicht auf, laut UNODC (Drogenagentur der UNO) ist Venezuela eine Randfigur. In Südamerika reden wir da ja von Kokain, Kolumbien ist da immer noch ganz weit vorne. Habe letztens von 2600 Tonnen gelesen, ca. 70% des Welthandels, den Rest übernehmen Peru und Bolivien.
Laut UNDOC laufen etwas mehr als 210 Tonnen über Venezuela, selbst Guatemala hat 7 mal so viel. Hauptschlagadern sind momentan aber Ecuador und Mexiko.
Das einzelne Personen im Militär und im Apparat in Venezuela am Drogenhandel beteiligt sind, ist bekannt und auch bewiesen. Das Cartel de Soles ist aber wohl eher ein Konstrukt aus der Fantasie Trumps.
Großes Vorbild im Kampf gegen Drogen ist i.ü. Kuba, das massiv gegen jeden Drogenhandel vorgeht. Venezuela kooperiert mit Kuba.
Das ist und bleibt eine komplette Nebelkerze. Wenn die USA ein wirkliches Interesse hätten, müssten Sie sich um Ecuador, Mexiko, Guatemala und Kolumbien kümmern.

Ich weiß nicht, ob solche Hirngespinste, wie das Sonnenkartell, in Trumps Birne entstehen oder ob sowas von anderen eher in solche Hohlköpfe eingepflanzt wird. Ich tippe eigentlich eher auf das letztere. Sicherlich werden auch viele von den von dir genannten Venezolanern in Spanien felsenfest daran glauben, dass Maduros Clan tiefer in solche Geschäfte verwickelt ist, als Pablo Escobar. Man wird in den Bubbles indoktriniert und will es eigentlich auch glauben, wünscht sich teilweise sogar, dass es so sei, weil das viele Denkprozesse vereinfacht. Mit Blick auf Maduro wird ja jetzt schon detailliert gestreut, er hätte bis zu 100.000 USD als kickback für durchgewunkene Flugzeugladungen erhalten, hätte zahlungsunwillige Gangster zusammenschlagen lassen oder hätte gar seine eigene Mühle für Transporte zur Verfügung gestellt. Warum sollte jemand, der auf anderen viel ungefährlicheren Wegen wahrscheinlich Milliardenbeträge zur Seite geschafft hat, systemstisch alles für ein paar Kröten mehr auf‘s Spiel setzen?

Dein Hinweis auf Cuba ist natürlich ebenfalls absolut angebracht. Es gibt in der westlichen Welt kaum ein Land, welches intern den illegalen Drogenkonsum so scharf verfolgt hat, wie die Kubaner. Und bereits seit vielen Jahren ist zudem bekannt, etwa durch deklassifizierte Dokumente der amerikanischen Behörden, dass es selbst in den kältesten Jahren des kalten Krieges spätestens seit den 1980ger Jahren hinter den Kulissen eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen den jeweiligen Antidrogenbehörden gab. Natürlich wusste man auf kubanischer Seite ganz genau, dass man gerade hier den „Yanquis“ keinen Vorwand für eine Intervention liefern durfte. Die Zusammenarbeit wurde von den US-Amerikanern intern immer wieder als vorbildlich charakterisiert. Und trotzdem wurde in Miami Cuba die ganzen Jahre über als Narko-Staat und Fidel Castro als der absolute Drogen-König dargestellt. Ich habe mich dann immer gefragt - bzw. tue es noch - ob solch am Ende doch relativ leicht zu widerlegende Storys nicht mehr schaden als nützen. Oder anders gesagt, reicht es den Leuten nicht, was Typen wie Castro oder Maduro ihren eigenen Bevölkerungen antun, um diese zu verurteilen?


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