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Spiegel-Artikel zum Thema Öl aus Venezuela (Politik)

Ulrich, Sonntag, 04.01.2026, 20:26 (vor 3 Tagen) @ Roland

Leider hinter der Paywall, fasse ein paar Inhalte kurz zusammen.

Zweifelhafte Strategie des US-Präsidenten - Trump will Venezuelas Öl. Aber können es die US-Konzerne überhaupt gebrauchen?

Zunächst einmal beginnt man mit Trump-Zitaten:

"Wir haben die großartigsten Ölkonzerne der Welt, die größten, die bedeutendsten, und wir werden uns intensiv daran beteiligen".

"Wir werden unsere großen US-Ölkonzerne (...) dort reingehen lassen, Milliarden von Dollar investieren, die marode Ölinfrastruktur reparieren und Geld machen, das dem Land zugutekommen wird."

Der Spiegel geht allerdings davon aus, dass die US-Ölindustrie kein sonderliches Interesse an Öl aus Venezuela hat.

Venezuela hat die weltweit größten Ölvorkommen. 303 Milliarden Barrel Rohöl. Das würde ausreichen, um die Welt acht Jahre zu versorgen.

Man zitiert Robert Kaufmann, Ölmarktforscher und Professor an der Boston University: "Die internationalen Rohölmärkte sind mehr als ausreichend versorgt, das OPEC-Kartell sitzt auf großen ungenutzten Kapazitäten, und die Preise sind spürbar gefallen. Die Welt braucht kein zusätzliches Öl aus Venezuela."

Würden die US-Ölkonzerne in dieser Situation weiteres Öl auf den Markt bringen, dann könnte das die Preise weltweit tiefer drücken, man würde sich selbst schaden.

Im Orinoco-Gürtel gibt es zwar große, noch unerschlossene Ölvorräte. Da das Schweröl dort sehr zähflüssig und schwefelhaltig ist, ist ein hoher Aufwand für die Förderung und den Transport notwendig.

Zwar haben die USA Raffinerien, die dieses Öl verarbeiten können und wären auch in der Lage, die Vorkommen zu erschließen. Aber die US-Raffinerien beziehen ihr Schweröl mittlerweile vielfach aus Südafrika.

Venezuelas Ölinfrastruktur ist marode, sie zu erneuern und die neuen Vorkommen zu erschließen, würde pro Jahr mindestens zehn Milliarden Dollar kosten. Wieso sollten US-Unternehmen viel Geld investieren und sich damit ins eigene Fleisch schneiden, weil sie die Ölpreise weiter nach unten drücken? Matthew Bernstein, "Branchenexperte des Analysehauses Rystad Energy": "Ihre Entscheidungen, wie viel sie investieren und produzieren, orientieren sich seit jeher an den Marktdaten und Renditen für ihre Anteilseigner – und nicht so sehr an politischen Wünschen". Besonders problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass die Förderkosten in den USA wegen Fracking vielfach besonders hoch sind, höher als in vielen anderen Regionen der Welt. Im schlimmsten Fall könnte ein Preisverfall auf dem Ölmarkt US-Unternehmen in die Pleite treiben, wie es vor zehn Jahren bereits einmal der Fall war. Bereits jetzt fahren US-Ölunternehmen wegen gesunkener Ölpreise Sparprogramme und bauen u.a. Stellen ab. Donald Trump hatte im Wahlkampf versprochen, binnen 12 Monaten die Energiepreise in den USA zu halbieren. In der Erdölbranche würde das erneut viele Unternehmen in die Pleite treiben. Trump allerdings käme ein Crash auf dem Ölmarkt gelegen. Dann könnte er sein Versprechen erfüllen.


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