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queer.de: BVB-Außenverteidiger entsetzt mit transfeindlichem Tweet (BVB)

markus, Samstag, 08.07.2023, 20:05 (vor 1129 Tagen) @ stfn84

Es geht wohl eher um einen ganz klaren Aspekt:
Nur weil man anderer Meinung ist, sollte man den Gegenüber nicht geringschätzen oder die Diskussion von vornherein unterlassen. Es bedarf der Auseinandersetzung mit Argumenten. Es stünde dem Großteil der heutigen Gesellschaft gut zu Gesicht, dass man sich auch mal zwingt die Perspektive des Gegenüber einzunehmen.

Es gibt jedoch eine ganz klare Einschränkung: Das ist natürlich Quatsch, wenn es sich um strafrechtlich zu verfolgende Beleidigungen und Herabwürdigungen geht.

Das ist aber nun wahrlich nicht der Fall.

Das heißt nicht, dass es bei den Angesprochenen nicht auf massiven Widerstand stoßen kann. Das ist dann auch richtig und wichtig diesen Widerstand klar zu machen.

Wenn ich dann aber so etwas lese:

Der einzige Grund für die von Meunier prophezeite Apokalypse: Im Nachbarland ist es ab sofort möglich, den Geschlechtseintrag und den Vornamen mehrfach zu ändern. Anlass ist ein Urteil des belgischen Verfassungsgerichts aus dem Jahr 2017, das die grundsätzliche Unwiderrufbarkeit moniert hatte. Die sehr wenigen Menschen, die ihren Vornamen und ihren Geschlechtseintrag zum zweiten Mal ändern wollten, mussten bisher ein aufwändiges Verfahren vor dem Familiengericht beantragen. Ein weiterer Wechsel war praktisch nicht vorgesehen. Mit der verabschiedeten Reform entfallen diese Hürden jetzt.


halte ich den Aufschrei von queer.de aber für problematisch.
Es wird nicht wirklich argumentiert, sondern die gegenteilige Meinung direkt als transfeindlich gebrandmarkt. Statt aufzuzeigen wieso dies denn nun eine transfeindliche Position ist, wird im Grunde direkt das Urteil gefällt.
Das ist alles ok - aber man muss sich dann nicht wundern, wenn sich die "Fronten" verhärten, obwohl die Äußerungen von Fußballern des BVB auf digitalen Plattformen wohl eher nicht von der Polizei verfolgt werden.

Ich wäre tatsächlich an einer Erläuterung interessiert, was genau daran transfeindlich ist, wenn man sein bereits verändertes Geschlecht dann in einem aufwendigen Verfahren vor dem Familiengericht ein zweites Mal ändern darf.

Das Urteil im Wortlaut kenne ich auch nicht. So wie ich es verstanden habe, war die alte Regelung diskriminierend und nicht verfassungskonform. So liest sich die Übersetzung des Artikels:

Das Verfassungsgericht befand, dass das Fehlen dieser Möglichkeit gegen den Grundsatz der Gleichheit derjenigen verstößt, die nicht in die Kategorien „Mann“ oder „Frau“ fallen können. „Es ist wichtig, dass die Rechte von Transgender-Personen respektiert werden und dass sie die Registrierung ihres Geschlechts entsprechend ihrer sexuellen Identität ändern können, ohne unnötige oder umständliche Verfahren.“

Wenn man dann zum Ausdruck bringt, dass man lieber bei dieser alten diskriminierenden, nicht verfassungskonformen Regelung bleiben möchte und die erforderliche Neuregelung als Weltuntergang bezeichnet, ist das transfeindlich. Wenn nicht das, was denn dann?

Er kann sich nicht einmal mit Unwissen herausreden, da er eben jenen Artikel geteilt hat. Er wusste, dass die alte Regelung verfassungswidrig war.

Es würde schon reichen, wenn man einfach jeden sein Leben leben lässt und diese Prämisse auch für Minderheiten gilt. Ist das denn so schwer? Dann erntet man auch keinen Widerspruch und die Welt geht dadurch schon gar nicht unter.


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