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Erkennisse nach dem Spiel (Spieltage)

hundemann, Münster, Samstag, 04.11.2023, 23:59 (vor 802 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Meine persönlichen Erkenntnisse nach dem Spiel (2 Stunden nach Rückkehr aus dem Stadion):

Fakt ist, dass der Kader tatsächlich um Welten schlechter ist als der der Bayern. Und, dass Edin Terzic diesen Kader wohl nicht signifikant besser machen wird.
Doch wie damit umgehen?

Fakt ist nämlich auch: Wir werden in den nächsten Jahren keinen Meistertitel gegen Bayern gewinnen. Letztes Jahr war die Ausnahme von der Regel. Das war unsere ca. 1:15-Chance. Die haben wir verkackt, für mich einer der schlimmsten Stadiontage meines Lebens. Die Bayern sind unsere Nemesis. Sollen dieses Jahr die Leverkusener einen Versuch unternehmen. Vielleicht klappt's ja mit ihrer 1:15 Chance.

Ich habe aus diesem Klassenunterschied heute entgültig gelernt, dass die finanziellen Welten, die zwischen uns und den Bayern liegen (Stichtwort Füllkrug, 10 Mio. ./. Kane, 100 Mio.), ebenjenen Klassenunterschied in Stein meißeln.

Und doch ist mir diese Mannschaft mit Kobel, Ryerson, Wolf, Schlotterbeck, Süle, Özcan, Füllkrug, Brand, den Granden Hummels und Reus und (fast) allen anderen Spielern in ihrer Imperfektion total sympathisch - ich nehme die Mannschaft gerade überhaupt nicht wie eine Truppe von durchreisenden Söldnern wahr - im Gegenteil: Die wollen auf dem Platz arbeiten und tun das auch im Rahmen ihrer gegenüber den Bayern qualitativ niedrigeren Möglichkeiten. Und mir ist ein Trainer, den ich menschlich mag, der Talent hat (Stichwort "learning on the job") und den Jungs in Sachen Teamgeist einiges beigebracht hat, lieber als irgendein "hinzugekaufter" Top-Trainer, ob Talent (zB: Rose, Tuchel) oder alter Hase (zB: Favre, Lattek) - beides ging selten lange gut. Hitzfeld und Kloppo lasse ich da mal außen vor.

Was ich damit sagen will: Diese etwas wild und taktisch/spielerisch nur "durchschnittlich" agierende Konstellation aus Mannschaft und Trainer wird zwar "nur" für Platz 2-4 in der Liga, max. Achtelfinale CL und möglicherweise den DFB-Pokalsieg reichen (also etwas, wovon die meisten anderen Vereine in der Bundesliga träumen), bietet dafür aber viel Identifikationspotential. Ersteres ist die Realität, die weder wir noch findige Trainer und Sportdirektoren für den BVB ändern können. Letzteres mindert die heutige Enttäuschung.

Dienstag gibt es vielleicht wieder ein Highlight. Und falls nicht, werde ich trotzdem Bock auf die aktuelle Mannschaft und Edin Terzic im nächsten Spiel haben - was mir in den letzten 11 Jahren regelmäßig gefehlt hat. Weil sie seit 10 Monaten auf mich wie ein Team wirken, das manches nicht so gut kann, aber willig ist, sich zu entwicklen.
Und weil ich meine Erwartungshaltung an die Realität angepasst habe. Komisch, welche Erkenntnis mir das heutige Spiel am Ende tatsächlich beschert hat. War mir, als ich den ersten Absatz geschrieben habe, noch nicht klar.


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