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Eckballverhalten Leverkusen (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Dienstag, 26.02.2019, 22:02 (vor 2621 Tagen) @ homer73

Fand ich übrigens sehr interessant, dass Leverkusen bei Eckball für uns sogar zwei eigene Spieler offensiv auf den Außenbahnen postiert hatte, um abgefangene Bälle gleich in Gegenangriffe umzusetzen.

Gut, jetzt kann man einwenden, dass Leverkusen ein Gegentor nach einer Ecke bekommen hat und mehr Betrieb im Strafraum (es mussten ja auch zwei BVB-Spieler zur Absicherung zurück bleiben) vielleicht verhindert hätte, dass Zagadou so frei vorm Tor aufkommt, aber grundsätzlich finde ich den Ansatz interessant.

Ob ein Sancho beispielsweise bei einem Standard im eigenen Strafraum jetzt einen größeren Mehrwert darstellt, als lauernd im Eins-gegen-Eins an der Mittellinie würde ich mal in Frage stellen wollen.


Das ist halt zunächst einmal eine Grundsatzentscheidung. Suche ich auch in einem Standard gegen mich die Chance zur Konterattacke, dann gehe ich gleichzeitig ein höheres Risiko ein, ein Tor nach/durch diesen Standard zu kassieren.

Das möchte ich mal anzweifeln.

Bei einer Ecke bleibt i.d.R. ein Spieler der Mannschaft, die die Ecke schlägt, an der
Mittellinie stehen. Ein Spieler schlägt die Ecke, also sind noch 8 Feldspieler im und am 16er. Die verteidigende Mannschaft setzt 10 Feldspieler dagegen. (10 zu 8)

Lässt die verteidigende Mannschaft einen schnellen Offensivspieler an der Mittellinie stehen,
kann man davon ausgehen (ein 1 zu 1 gegen Sancho wäre schon ganz schön gewagt), dass
die andere Mannschaft nachzieht und einen zusätzlichen Spieler absichern lässt. (9 zu 7)

Weitergesponnen hieße das, dass man zu dritt gegen 2 Angreifer verteidigt und dann mit 8
zu 6 im Strafraum steht.

Das Verhältnis “verteidigende Spieler zu angreifende Spieler” wird (zumindest rechnerisch)
immer günstiger. Soweit die Theorie; man kann das sicherlich nicht bis zu “3 gegen 1” fortführen.
Aber zunächst mal verschafft sich m.E. die verteidigende Mannschaft einen Vorteil, wenn sie Spieler vorne lauern lässt. Zumal (wie Sascha schon andeutete) der Mehrwert eines Sancho oder Alcazer im eigenen 16er deutlich geringer sein dürfte als die Gefahr, die diese Spieler an der Mittellinie ausstrahlen.

Fazit: Ich bin eindeutig dafür, bei gegnerischen Eckbällen einen oder zwei Spieler an die Mittellinie zu stellen!

Es kommt auch auf die Raumaufteilung der angreifenden Mannschaft vor dem Strafraum des verteidigenden Teams an. Man kann davon ausgehen, dass sie den Rückraum und die Halbräume besetzt, um entweder den eventuellen zweiten Ball zu bekommen oder einen direkten Abschluss aus dem Rückraum zu suchen. Insofern ist es immer gut, als verteidigende Mannschaft in diesen Räumen ebenfalls präsent zu sein. Und zwar nicht nur defensiv, sondern eben auch für den Konter, auf den man spekuliert. Denn der Ball muss ja irgendwie zu den/dem kurz vor der Mittellinie lauernden Spieler/n gelangen.

Im Idealfall fängt der Torwart den Ball ab und wirft in gezielt und schnell in den Lauf eines im Halbraum postierten Mitspielers, der sich bereits in der Vorwärtsbewegung befindet. Dessen nächste Aktion entscheidet darüber, ob es überhaupt zu einem Konter kommt. Wenn z..B. Sancho in die gegnerische Hälfte startet, muss sein Gegenspieler mitziehen. Man kann jetzt auf ihn passen oder auf einen anderen, ebenfalls in de Vorwärtsbewegung befindlichen Spieler, z.B. Paco. Es müssen noch zwei weitere Spieler mit nach vorne sprinten, um durch Kreuzen und/oder Hinausziehen auf den anderen Flügel die mit- bzw. zurücklaufenden Abwehrspieler des Gegners auseinanderzuziehen; ein Spieler muss dabei hinter den anderen etwas zurückbleiben und den gegnerischen Rückraum ansteuern, um dort als Anspielstation für einen Rückpass zu dienen und eventuell den Abschluss zu suchen.

Das funktioniert natürlich nur dann, wenn die Ecke sicher abgefangen bzw. abgewehrt wird und durch schnelles Agieren (z.B. des Torwarts) die angreifende Mannschaft überrumpelt werden kann. Der Moment der Vorwärtsbewegung des im Halbraum positionierten Spielers ist entscheidend dafür, ob der Vorteil gegenüber der Rückwärtsbewegung des Gegners genutzt werden kann. Das müssen handlungsschnelle, passstarke Spieler sein. Dass der Ball z.B. vom Torwart direkt auf den kurz vor der Mittellinie postierten Mitspieler kommt, gibt es zwar auch, ist aber eher die seltenere (weil meist weniger aussichtsreiche) Variante.

Ich bin durchaus ein Freund des ‚Eckenkonters‘, bin aber auch ein großer Freund davon, Ecken gut und zuverlässig zu verteidigen. Das eine schließt das andere nicht aus, sondern im Gegenteil mit ein. ;-)


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