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Eckballverhalten Leverkusen (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 25.02.2019, 11:02 (vor 2619 Tagen) @ Sascha

Fand ich übrigens sehr interessant, dass Leverkusen bei Eckball für uns sogar zwei eigene Spieler offensiv auf den Außenbahnen postiert hatte, um abgefangene Bälle gleich in Gegenangriffe umzusetzen.

Gut, jetzt kann man einwenden, dass Leverkusen ein Gegentor nach einer Ecke bekommen hat und mehr Betrieb im Strafraum (es mussten ja auch zwei BVB-Spieler zur Absicherung zurück bleiben) vielleicht verhindert hätte, dass Zagadou so frei vorm Tor aufkommt, aber grundsätzlich finde ich den Ansatz interessant.

Ob ein Sancho beispielsweise bei einem Standard im eigenen Strafraum jetzt einen größeren Mehrwert darstellt, als lauernd im Eins-gegen-Eins an der Mittellinie würde ich mal in Frage stellen wollen.

Das ist halt zunächst einmal eine Grundsatzentscheidung. Suche ich auch in einem Standard gegen mich die Chance zur Konterattacke, dann gehe ich gleichzeitig ein höheres Risiko ein, ein Tor nach/durch diesen Standard zu kassieren.

Bei einer zu verteidigenden Ecke kommt es u.a. darauf an, wie meine Staffelung im Strafraum aussieht. Wie ist die erste Reihe am Fünfmeterraum in Relation zur zweiten in Höhe des Elfmeterpunktes gestaffelt; wie ist die Zuordnung zu den kopfballstarken Defensivspielern des Gegners, die mit nach vorne kommen; wird im Raum oder mannorientiert gedeckt.

Aber es fängt eigentlich schon beim Torhüter und der Besetzung der Pfosten an. Hier spielen der Keeper und seine Vorlieben wiederum eine große Rolle. Es gibt nicht wenige Trainer, die diesen Punkt allein dem Torhüter überlassen und ihm nicht hineinreden. Ein Keeper, der sich unsicherer fühlt, weil seine präferierte Art der Eckenverteidigung in seiner Box vom Trainer nicht berücksichtigt wird, kann eben auch ein Unsicherheitsfaktor bei der Eckenverteidigung sein.

Will der Torwart beide Pfosten besetzt haben, brauche ich für die Staffelung im Strafraum zwei Spieler mehr und somit wird es schon schwierig, zwei Spieler für Konterattacken außerhalb des Strafraums zu plazieren. Soll nur einer der beiden Pfosten besetzt werden, legt es an der Risikobereitschaft des Trainers, einen schnellen Spieler außerhalb des Sechzehnmeterraumes zu postieren, um einen Konter fahren zu können. Wobei nur einen schnellen Spieler außerhalb lauern zu haben bedeutet eben auch eine Halbierung der Möglichkeiten für einen Konter.

Es hängt auch davon ab, ob der Gegner nur einen oder beide Innenverteidiger im Strafraum hat, um deren Kopfballstärke zu nutzen und wie dessen Konterabsicherung aussieht. Ein Einflussfaktor ist auch, wie der Gegner überwiegend seine Eckbälle ausführt. Kurz gespielte Ecken erfordern ein etwas anderes Defensivverhalten als lang gespielte und haben somit auch Einfluss auf die Anzahl der Spieler im oder außerhalb des Strafraumes.

Die Frage ist auch, ob ich das gesamte Spiel über mich bei Eckbällen gegen mich immer gleich positioniere oder ob ich hier variiere. Habe ich ständig zwei schnelle Spieler in Erwartung von Kontermöglichkeiten außerhalb postiert, wird sich mein Gegner genauso darauf einstellen wie in dem Falle, dass ich es nie tue. Ich persönlich halte den Ansatz, hier je nach Situation zu variieren, für den vielleicht geschicktesten. Allerdings sollte mMn im Vordergrund eine grundsätzlich zuverlässige Eckenverteidigung stehen. Und gerade beim BVB werde ich bei Standards gegen uns immer etwas unruhig. Und das nicht deshalb, weil ich den Konter nach einer abgefangenen Ecke nicht erwarten könnte... ;-)


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