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Ein Jahr vorbei und der Neuaufstellung muss eine erneute Neuaufstellung folgen (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Dienstag, 28.01.2025, 11:53 (vor 380 Tagen) @ Ballschieber007

Und er hat sich hier selbst eingestellt?
Wurde man vom Charakter Mislintat plötzlich überrascht??
Tjoa...dann lief da was falsch, oder?


Wo ist dein Problem? Genau das hat Aki doch gesagt. Entweder es klappt und setzt Kräfte frei oder es geht in die Hose. Zweites ist eingetroffen, man ist ins Risiko gegangen, obwohl man wusste, dass es evtl. nicht funktionieren würde. So etwas nennt sich unternehmerisches Risiko. Hin und wieder muss man Entscheidungen treffen, wobei nicht jede Entscheidung immer zu 100% aufgeht. Hauptsache du lieferst immer 100%, ohne Fehleinschätzung. Dein AG kann sich wirklich glücklich schätzen.


Ich find es immer gut, wenn man Beiträge anfängt mit "wo ist dein Problem?"

Mein Problem...na schaun wa ma. Wann wurde Sven eingestellt? War der Verein dort in einer Situation wo man das Risiko "könnte klappen, könnte aber auch knallen" eingehen sollte?
Timing...das ist dann wohl mein Problem.
So Experimente kannst du mit nem Unternehmen machen, wenn du es easy abfangen kannst, geht es schief.
Oder du machst sowas, wenn du komplett verzweifelt bist und erhoffst dir, dass es gut geht und nen turn einleitet. Sind/waren wir so verzweifelt? Glaube nicht. Also war es ein vom Zeitpunkt her, eine sehr schlechte Risiko-Entscheidung


Phil hat vollkommen recht. Wenn du dich an Zeit vor Mislintat erinnerst, war der Aufschrei hier riesig, dass wir endlich Kompetenz reinbringen. Genau das hat Aki versucht, der Versuch ist leider gescheitert. Dafür jetzt so auf die Palme zu gehen, ist einfach unangemessen. Wie weiter unten schon geschrieben, war es eine unternehmerische Entscheidung, leider gehen nicht immer alle auf.

Was wäre denn dein Vorschlag, wie man die Kuh wieder vom Eis bekommt? Bin echt gespannt, wie du entscheiden würdest.

Es ist ja nicht so, dass sich im Bereich Scouting / Kaderplanung die Kompetenz in Deutschland und Europa in der Spitze auf Sven Mislintat konzentrieren würde. Es gab und gibt so einige kompetente Akteure, die sich hier in den letzten Jahren als erfolgreich in ihrer Arbeit profilieren konnten, auch aus der zweiten Reihe heraus. Und das, ohne sich als problematisch in der Zusammenarbeit (freundlich gesprochen) herauszustellen, wie es bei Mislintat auf jeder seiner bisherigen Stationen der Fall war, das Ende seiner ersten Zeit beim BVB miteingeschlossen.

Vielleicht hat man sich ja seitens des BVB um andere Kandidaten bemüht, vielleicht auch nicht. Dass es eine Rückholaktion wurde, Mislintat auf Jobsuche und verfügbar war, lässt zumindest die Vermutung zu, dass man schon länger mit dem Gedanken spielte Mislintat in irgendeiner Form wieder miteinzubinden.

Zum Thema ‚unternehmerische Entscheidung‘:
Ohne mich jetzt auf juristische und/oder betriebswirtschaftliche Definitionsdiskussionen einzulassen, war die Entscheidung, Mislintat in besagter Funktion einzustellen, nach meinem Verständnis eine Personalentscheidung, die vom hauptverantwortlichen Manager Watzke getroffen oder zumindest abgesegnet wurde.

Eine mit nicht geringem Risiko verbundene Personalentscheidung, die sich nach relativ kurzer Zeit als Fehler (ob nun ‚mit Ansage‘ oder nicht) herausgestellt hat. Im übrigen nicht die einzige in jüngster Zeit. Mit Nuri Sahin wurde ein junger, relativ unerfahrener Cheftrainer installiert, der auch statt Erfahrung und Erfolgsnachweisen nicht mit interessanten Ideen von Fußball vorher auf sich aufmerksam gemacht hätte. Ein Trainer, de nach einem halben Jahr gescheitert ist. Wobei nicht auszuschließen ist, dass die lähmenden Intrigenspielchen auf Führungsebene dazu beigetragen haben.

Hinzu kommt die Personalie Matthias Sammer, dessen seit Jahren ausgeübte Beratertätigkeit für die Geschäftsführung nicht nur im Zusammenhang mit Interessenkonflikten in Bezug auf seine ‚Experten‘-Tätigkeit für einen TV-Sender kritisch hinterfragt werden darf.

Auch Sebastian Kehl steht als Sportdirektor in der Kritik. Was daran berechtigt ist oder nicht, lässt sich schwer einschätzen von außen. Welchen Zwängen muss er sich eventuell beugen, was von den in seinem Verantwortungsbereich getroffenen oder eben nicht getroffenen Entscheidungen geht auf ihn zurück?

Momentan ist es aus der den sportlichen Bereich betreffenden Führungscrew einzig Lars Ricken als neu installierter Vorstand Sport, der außerhalb der Diskussion steht. Ricken besitzt sicherlich Sachverstand, Führungserfahrung und es besteht kein Anlass, an seiner Integrität zu zweifeln. Allerdings ist er in seiner jetzigen Funktion auch ein Neuling; Gesamtverantwortung zu tragen ist etwas anderes als in einem eher ruhigen Teilnereich verantwortlich zu sein. Und nun muss er gleich zu Beginn seine Tätigkeit Troubleshooting statt konstruktivem Aufbau betreiben. Eine Chance, sich zu bewähren. An der man wachsen, aber auch scheiten kann.

Vor einem Jahr hat man die Weichen für einen Neuanfang gestellt. Nachdem in den Jahren zuvor einiges zufriedenstellend, einiges gut, einiges aber auch schlecht gelaufen war, sah man sich einer geänderten Sitaution gegenüber. Die Bundesligakonkurrenz hat hinsichtlich des Status als Nr. 2 im deutschen Fußball aufgeholt, gleichgezogen, vielleicht den BVB sogar schon überholt. Auch, weil der BVB selbst in seiner Entwicklung stagnierte oder sich vielleicht sogar etwas zurückentwickelte. Dem wollte man sich durch eine strukturelle und teilweise personelle Neuaufstellung entgegenwirken, um sich zu behaupten und wieder eine dynamische Entwicklung nach vorne zu initiieren.

Nun, nach einem Jahr, kommt man nicht daran vorbei festzustellen, dass dies nicht gelungen ist. Sportlich ins Mittelmaß abgerutscht, die nicht nur aus finanziellen Gründen dringend benötigte CL-Qualifikation droht nicht zu gelingen. Der neue Trainer ist gescheitert, die Nachfolgeregelung erweist sich aus diversen Gründen sehr schwierig. Der Kaderplaner / Scoutingchef wird gehen müssen. Die Neuverpflichtungen zur neuen Saison haben sich bislang kaum als die erhoffte Verstärkung gezeigt, der sehr (zu?) kleine Kader benötigt in der schwierigen Wintertransferphase unbedingt Verstärkung, was aber bislang nicht zuletzt an den selbstverursachten aktuellen Umständen scheitert.

Statt den eigenen Status zu verteidigen bzw. zurückzuerobern verlieren wir weiter an Boden. Zumal alles was jetzt passiert in den Auswirkungen nicht auf diese Saison beschränkt ist, sondern auch in die nächste und vielleicht auch darauffolgende Saison hineinwirkt. Dafür trägt Aki Watzke nicht die Alleinverantwortung, aber er hat sämtliche Entscheidungen, die zur aktuellen Situation geführt haben, mitzuverantworten und manche davon federführend.

Es liegt mir fern, Akis Verdienste um den Club zu relativieren. Man sollte allerdings Fehlentscheidungen und Fehleinschätzungen seinerseits auch nicht relativieren, indem man sie als unternehmerisches Risiko bezeichnet, das nicht belohnt wurde. Dafür sind die Auswirkungen zu gravierend.

Ich wiederhole mich da, aus meiner Sicht müssen wir zurück zu einem kleinen Zirkel, der sich berät und Entscheidungen trifft, so wie weiland Kloppo, Susi und Aki. Was nun Sportvorstand, Sportdirektor und Trainer wären. Ohne Berater und sonstige Mitredenwoller.


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