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Ach, Aki (Leistungsgesellschaft Deutschland) (Fußball und Sport allgemein)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Donnerstag, 07.09.2023, 21:00 (vor 875 Tagen) @ markus
bearbeitet von FourrierTrans, Donnerstag, 07.09.2023, 21:17

Ihr könntet dies ändern und dann auch für euch bessere Bedingungen verhandeln lassen. Solange ihr dies nicht tut, wird sich nichts ändern. Denn auf Augenhöhe verhandeln könnt ihr offensichtlich alleine nicht.

Wie denn z.B.? Wir Millenials sind also einfach nur zu doof quasi?


Indem ihr den Mitgliedsantrag unterschreibt. Dann könnt ihr als Kollektiv auf Augenhöhe verhandeln. Solange ihr dies nicht tut, müsst ihr selbst für euch verhandeln. Das kann dann sinnvoll sein, wenn ihr auch alleine dem Chef auf Augenhöhe begegnen könnt. Nur klingen deine Beiträge nicht danach, dass du das alleine kannst.


Aber spielen wir das mal in der Theorie durch.50% aller nicht-gewerblichen Mitarbeitenden machen das jetzt. Dann ändern sich sehr wahrscheinlich die Inhalte der Tarifverträge zum Positiven. Aber wird der Konzern dann wieder dahin zurückkommen, wo er früher war, ergo die Zentralabteilungsstellen werden, so wie früher, größtenteils mit AT ausgeschrieben? Ich sehe das auch eher als strukturelles Problem, wenngleich eine starke Gewerkschaft immer gut für die Arbeitnehmerschaft ist.


Letztendlich ist das alles (Anzahl der Entgeltgruppen und Zuordnung zu Tätigkeiten, Höhe der Gehälter und ab wann genau AT beginnt) Gegenstand des Tarifvertrags.

Bei uns hieß es mal vom BR "Ab Gehalt EG14.4 aufwärts gibt's AT, ist in IGM-Betrieben so vorgesehen". Ist das dann nicht überall so (oder meinst du generell so rein von den Werten der einzelnen EGs/AT her?)?

Sieh es mal aus Sicht deines Chefs: Warum sollte er dir mehr Geld geben, wenn er weiß, dass du auch für weniger arbeiten würdest und in der Abteilung auch keinerlei Bewegung in Sachen Gewerkschaft drin ist? Du kannst noch zehn Jahre meckern. Es ist ihm egal. Außer du drohst mit Kündigung und er kann nicht auf dich verzichten. Erst dann wäre mehr für dich drin. Aber vermutlich wäre ihm auch das egal, zumindest solange andere Leute nachrücken würden. Für ihn selbst ist der eigene Bonus wichtig.


Ich wollte es nicht direkt im ersten Post sagen, aber letztlich habe ich jetzt genau das gemacht. Ich sch***** auf den deutschen Traditionskonzern und gehe zu einem Ami. Der Ami hat letztlich den Chinesen ausgestochen, beide Angebote waren ungefähr beim doppelten Income von meiner jetzigen Situation (wohlgemerkt, beide für Standort Deutschland, beide ganz ohne Gewerkschaft ("Gewerkwas?" sagen die Chinesen)). Der Ami bietet aber weitere weicher Faktoren, die etwas netter sind, wie anständigerer Dienstwagen, Überstundenregelung usw.
Gleiches Spiel wie bei unzähligen jungen Kolleginnen und Kollegen vor mir in den vergangenen 2-3 Jahren, auf einmal war dann doch viel mehr möglich. Letztlich war aber in jedem Bewertungskriterium mein jetziger deutscher Arbeitgeber schlechter, als der Ami oder der Chinese, nachdem sie jetzt noch mal "nachlegen" wollten. Im Grunde nicht wettbewerbsfähig. Mein Gegenangebot würde die "Gehaltshygiene kaputtmachen". Und das bei so einem namhaften Großkonzern. Da wird dann bald offene Stelle Nummer 573 ausgeschrieben sein für Deutschland, während man von morgens bis abends im Konzern heult, wie unfair doch die Welt und der Fachkräftemangel ist. Das Gleiche höre ich selbst bei den ganz großen Jungs wie den Autobauern. So wird das nix, Germany.


Der Leidensdruck scheint noch nicht groß genug zu sein. Es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis das wirklich flächendeckend ankommt. Vermutlich noch so fünf bis zehn Jahre, denn in dem Zeitraum gehen viele Boomer in Rente.

Also mein Chef macht jetzt schon 60h für lächerliche 120k brutto im Jahr (eine adäquat ähnliche Position bei meinem neuen Arbeitgeber macht da so 200-250k im Jahr, ein alter Studikollege von mir macht genau das) und darf jetzt meinen Bums noch auffangen. Wir haben schon Aufträge im Milliardenbereich proaktiv zurückgegeben (war selbst dabei), weil zu wenig personelle Ressourcen. Seit Corona ist der Mutterstandort Deutschland um knapp 1/4 bis 1/3 geschrumpft, durch Altersteilzeit, Abfindungsprogramme und Rente der Boomer. Teufelskreis, mittlerweile leidet auch der Cash-Flow schon enorm. Interessanterweise höre ich nahezu die gleichen Stories von vielen Freunden, Bekannten, Ex-Kommilitonen, die bei deutschen Großunternehmen arbeiten. SAP sticht positiv hervor (zumindest das Feedback, was ich da so bekomme).
Sollen sich aber jetzt andere drüber den Kopf zerbrechen, zum Glück halte ich keine Stocks von der Bude. :-D


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