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Ach, Aki (Leistungsgesellschaft Deutschland) (Fußball und Sport allgemein)

Nike79, Donnerstag, 07.09.2023, 18:27 (vor 875 Tagen) @ FourrierTrans

In dem Kicker-Artikel, den du zwischenzeitlich verlinkt hattest, wird Watzke noch wie folgt wiedergegeben:

Im DFB und der "Gesamtgesellschaft" gebe es zu viele, die sagen: "Wir müssen weniger Leistungsdruck und Stress am Arbeitsplatz und lieber ein bisschen mehr Home-Office haben. Wir müssen alle fröhlich und friedlich sein und uns alle gut vertragen und am Ende gucken, dass wir noch einen finden, der das Ganze bezahlt."

Das aus dem Mund jemandes, der 3 Mio. im Jahr einstreicht, dessen Performance dabei seit langem zu wünschen übrig lässt und er trotzdem immernoch unbehelligt weitermachen kann, als sei alles in bester Ordnung, finde ich - gelinde gesagt - sehr unreflektiert.

Kicker-Artikel


Ja, und auch hier. Ein völlig fehlgeleitetes Verständnis von "Leistung", kürzlich gab es dazu auch eine ähnliche Aussage von de Maizière.

Ich bin immer sehr erstaunt, erlebe das auch im beruflichen Alltag, wenn Babyboomer was von "Leistung" erzählen. Bei Aki wird auch ganz klar, es geht um quantitative Leistung. Qualitativ nebensächlich. Alle an den Schreibtisch, wer vor 17 Uhr geht ist faul. Nein, das ist keine Leistung. Leistung ist das, was am Ende unter'm Strich dabei rauskommt und die letzten Jahre haben sehr wohl gezeigt, dass das nicht in erster Linie mit Anwesenheit und kostenfreien Überstunden zusammenhängen muss. Auch dem Handwerker ist nicht geholfen, wenn ein de Maizière jetzt mit "Gleichberechtigung" ankommt und alle wieder auf der Straße liegen, um morgens ins Büro zu fahren, fünf Tage in der Woche.
Sicherlich ist es richtig, dass die (aus meinem Blickwinkel mit Mitte 30) jüngere Generation um die 20 ein zu légères Bild von Arbeit hat, auch aus quantitativer Sicht, aber das finde ich persönlich sogar noch weniger schlimm, als das, was die "Älteren" hier von sich geben. Die Lebensbilanz dieser Generation ist ohnehin sicherlich kein Benchmark, was die Stärkung der Gesellschaft angeht und das, was man an "bestelltem Boden" an Nachfolgegenerationen weitergibt.
Teilweise kann ich die jungen Leute auch verstehen, wenn immer weniger eine Führungsrolle einnehmen wollen, beispielsweise in der Wirtschaft. Der finanzielle Benefit ist einfach viel zu klein, gemessen an den Lebenshaltungskosten in Deutschland. Wenn man in einem IGM-Betrieb in den oberen zwei ERA-Gruppen steckt und dann HR ankommt und für die erste disziplinarische Führungsrolle (dann natürlich mit 60h-Woche, anstatt 35h-Woche) 7-10k brutto mehr im Jahr anbietet (um aus dem IGM-Schirm rauszugehen und einen AT-Vertrag einzugehen), dann muss es nicht verwundern, dass das zunehmend weniger Leute machen wollen. Ohnehin stelle ich mir immer die Frage, wieso kein signifikanter Lohnanstieg in Deutschland flächendeckend zu sehen ist (wie teilweise in den USA), wo man doch angeblich kurz vor dem Fachkräftemangel-Kollaps steht.

Da steckt viel Wahrheit drin. Ich habe zu Anfang meines Berufslebens auch erlebt, dass ältere Kollegen allein durch Anwesenheit (Anzahl Krankentage), Betriebszugehörigkeit oder Anzahl abgesessener Tagesstunden eine höhere Entlohnung als Selbstverständlichkeit ansahen.

Der Output von Arbeit wird durch IT und Technik automatisch produktiver. Und ich sehe durchaus mittlerweile auch bei Menschen 50+ die Tendenz, Lebensqualität vor finanzielle Interessen zu stellen.


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