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Dann entsprichst du vielleicht nicht dem "typisch" in der Bezeichnung? (Fußball und Sport allgemein)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Donnerstag, 07.09.2023, 18:24 (vor 875 Tagen) @ The_Possimpible

Wobei es schon ziemlich typisch ist, wenn alte weiße Männer in den "beleidigte Leberwurst"- Modus wechseln...

Okay, weg von stumpfer Polemik.


Man müsste nicht wegkommen von stumpfer Polemik, wenn man sie gar nicht erst anwenden würde.


Den Schuh muss ich mir anziehen, da wollte ich einfach provokant einsteigen. Mea culpa.

Wenn du nicht jetzt schon zugemacht hast, freue ich mich, einen etwas differenzierteren Beitrag mit dem Wunsch der Versachlichung des Themas zu liefern.
In der Wikipedia findet sich etwa Folgendes:

"Im März 2019 kam das Buch Alte weiße Männer – ein Schlichtungsversuch von Sophie Passmann heraus, [...] In ihrem Buch bezeichnet die Autorin „das Gefühl der Überlegenheit gepaart mit der scheinbar völligen Blindheit für die eigenen Privilegien“ als wesentlichstes Merkmal eines „alten weißen Mannes“. Männer in ihrer zweiten Lebenshälfte, die dieses Merkmal nicht aufweisen, würde sie nicht mit diesem Etikett belegen."


Wenn du also nicht so ein ahnungsloser, empathieloser Dampfplauderer bist, dann bist du auch schlicht nicht gemeint- auch, wenn die einzelnen Elemente dieser zugegeben negativ belasteten Gesamtbezeichnung erstmal auf dich anwendbar sind.

Wenn wir die obige Definition jetzt nochmal auf Aki anwenden, kann man denke ich schon sagen, dass er diese Kriterien erfüllt.

Ich hoffe, dass du damit etwas anfangen kannst und dass du daher auf die ganze "Alter weißer Mann"-Debatte aus einer anderen Perspektive schauen kannst- und bin gleichzeitig offen dafür, wenn du mit meinen Ausführungen nicht einverstanden bist.

Schwatzgelbe Grüße
Chris


Ich bin ein großer Freund von differenzierter Betrachtungsweise. Was z.B. zwar nicht in allen, aber in vielen meiner Beiträge hier zum Ausdruck kommen dürfte.

Wenn ein Begriff als solcher nun alles andere als differenziert, aber differenziert gemeint sein soll, dann ist er (entsprechend gebraucht) nicht nur missverständlich, sondern in meinem Verständnis schlicht der falsche Begriff. Dann muss ein unmissverständlicher Begriff gefunden werden. Denn sonst geht jede Debatte schief.


In der Tat bist du einer der User, von denen ich als zumeist stiller Mitleser ziemlich gerne Beiträge lese- weshalb mich deine Reaktion auf das Thema hier etwas irritiert hat. In meiner Wahrnehmung ist ein "sich angegriffen fühlen" durch den "alten weißen Mann" einfach unter "dünnhäutig" abgespeichert und da muss ich mich selbst auch hinterfragen, ob das so als Pauschalurteil tauglich ist- vermutlich nicht. In meinem Kopf jedoch ging das nicht so richtig zusammen mit dem, was ich als "Forenusersteckbrief" für mich aufgestellt hatte.
Insbesondere angepiekst hat mich die Wortwahl hinsichtlich einer von dir ausgemachten Diskriminierung. Da gehe ich grundsätzlich in die Richtung von nico36de mit, dass das Klischeebild "alter weißer Mann" eine (im gesellschaftlichen Vergleich) massiv privilegierte Gruppe bezeichnet, deren Privilegiertheit eine Diskriminierung ausschließt. Dass daraus aber ein persönliches "sich angegriffen fühlen" bis hin zu einer Verletztheit resultiert kann ich zweifelsfrei nachvollziehen und diese ist- zumindest meiner Wahrnehmung nach- auch nicht das Ziel der mit der Begrifflichkeit verknüpften allgemeinen Debatte. Hier geht es idR ja mehr darum, den Blick auch auf jene zu richten, die eben nicht "den Platz an der Sonne" genießen und in die Richtung zu sensibilisieren, ist prinzipiell erstmal gut. (Womit ich nicht sagen will: Der Zweck heiligt jedes Mittel.)

Von der Begriffsklauberei nochmal etwas weg: Ich verstehe, dass da bei dir ein ungutes Gefühl entsteht und ich für meinen Teil möchte diese Negativität nicht weiter befeuern, als ich es mit meiner Eingangspolemik getan habe. Ich habe zwangsläufig einen anderen Blick aufgrund meines Alters (33) und sollte mir nicht anmaßen, dir vorzugeben, wie du damit umzugehen hast.

Jede Generation hat eine andere Perspektive. Das liegt in der Natur der Sache. Dennoch sollte das Bemühen um gegenseitigen Respekt und Verständnis sowie der Versuch, Dinge aus dem Blickwinkel des jeweils anderen zu betrachten zu unserem Alltag gehören. Geschieht dies nicht, wird aus dem gesellschaftlichen Miteinander ein Gegeneinander, aus dem jeder als Sieger hervorgehen will. Im Endergebnis wird es dann aber nur Verlierer geben.

Innerhalb einer Generation gilt dies genauso, und ebenfalls für die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen. Da entsteht sehr schnell Lagerdenken, das Differenzierung kaum mehr möglich macht. Was ich persönlich für gefährlich halte. Jedes ‚Lager‘ erwartet, dass sämtliche Dinge so und nicht anders gesehen werden müssen. Man identifiziert vermeintliche ‚Gegner‘ aus dem mutmaßlich ‚anderen Lager‘ dann daran, dass diese Begrifflichkeiten aus bestimmten Gründen nicht mitgehen und schon steckt man diese in die bereits aufgezogene Schublade. Obwohl am in der Sache vielleicht kaum oder überhaupt nicht auseinander ist.

Ein gesellschaftliches Miteinander ist bestimmt nicht konfliktfrei und selten eine Schönwetterveranstaltung. Konflikte muss man austragen, die Frage ist nur wie man dies tut. Konfrontativ oder dialogorientiert.

Unsere Tochter ist so alt wie Du, unser Schwiegersohn ist gerade 40 geworden. Deren Sohn (unser jüngster Enkel) wird gerade ein Jahr alt. Meine Schwiegereltern sind Mitte/Ende 80, mein letzter verbliebener Onkel ist 91. Wenn wir mal beieinander sind, dann gibt es auch schon einmal heftige Diskussionen über dieses oder jenes Thema (ok, mit dem Enkel ist die ‚Diskussion‘ eher etwas einseitig…), zumal da auch unterschiedliche Positionen und Grundeinstellungen zusammenkommen. Es wird gestritten, aber sich nicht bekriegt. Kompromisse sind dabei nicht die schlechteste Lösung.

In dem Sinne danke ich Dir für Deine reflektierten Worte und den Dialog.

Und trotzdem gehe ich mit der Intention, die alles ausgelöst hat, nämlich Aki als einen privilegierten, betriebsblinden alten Laberonkel darzustellen, voll mit.

Das sehe ich im konkreten Fall nicht unähnlich.

Wobei Aki sich in meinen Augen keineswegs immer so verhält.


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