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Watzke kritisiert geplante Reform im Kinderfußball (Fußball und Sport allgemein)

bastlke, Kempten, Donnerstag, 07.09.2023, 15:29 (vor 875 Tagen) @ Der unglaubliche Alk

Hallo zusammen,

interessant finde ich bei allen diskutierten Vor- und Nachteilen in dieser Diskussion, wie wenige Beiträge hier sind, von Eltern deren Kids in dem neuen Konzept wirklich spielen. Natürlich hat das alt bekannte Spielsystem in seiner Ausprägung Schwächen - besonders irre und ätzend sind die übermotivierten und reinbrüllenden Eltern mit dem Anspruch, den nächsten Profifußballer in der Familie zu haben. Mein 8-jähriger findet diese neue Spielform übrigens furchtbar. Obwohl meine Frau und ich eher null erfolgs- und ergebnisorientierte Eltern sind, findet der Kleine zum Beispiel den Sachverhalt extrem unbefriedigend, dass bei "Unentschieden" mit "Schere, Stein, Papier" entschieden wird, wer das Spiel gewinnt oder verliert. Hört sich vielleicht lächerlich an, empfindet er aber als zutiefst ungerecht. Zusätzlich erzeugst Du bei den Kids mit der neuen Spielform halt an anderer Stelle Unzufriedenheit, die gerade nichts mit Fußball sondern mit gefühlter Willkür zu tun hat. So ist es dann der typische Trainer-Elternteil, der genau sein Kind mit den 2 Besten spielen lässt und gewinnt, während die anderen MiniTeams irgendwie zusammen gewürfelt werden - das lässt sich dann bei 7 gegen 7 besser auffangen. Zusätzlich als Nachteil sehe ich, dass bei einem Trainer halt die anderen Mini-Teams nicht gecoacht und Hilfestellung von aussen bekommen (Foul oder nicht Foul 7 Regelkunde, etc.) werden und gerade dann wieder die Eltern irgendeinen Scheiss reinbrüllen. In Summe ist es so, dass unser Kurzer klar kein Bock auf das Spielkonzept hat, aber das ist sicherlich bei vielen auch anders und dann auch gut. Ebenso fehlt Ihm das, was er vom großen Bruder kennt - nämlich freudig oder traurig auf die Tabelle bei fussball.de nach seiner Truppe zu schauen.

Bei uns in Bayern wird seit zwei Jahren so in der G und F-Jugend gespielt. Ich finde das Spiel auf zwei Tore pro Team ganz gut. Oftmals werden pro Gemeinde 2-3 Mannschaften a 6 Spieler gestellt. Ein häufiges auuswechseln ist problemlos möglich, so dass jeder seinen Spielanteil bekommt. Auch werden die 3 Mannschaften dann vom Trainer + Co Trainer(n) gecoacht. Die Spiele finden in der Regel als Turnier statt. Stark finde ich, dass am Ende alle Spieler, unabhängig von der Platzierung eine kleine Medallie bekommen, und sich so alle als Gewinner fühlen.

Störend an der ganzen Kinder Fussballgeschichte finde ich, dass selbst zu einem kleinen Minispiel alles perfekt sein muss. Also Kiosk muss geöffnet sein, alle müssen in Vereinsklamotten auftauchen, Fahrdienst, Backdienst, Kioskdienst... manchmal wäre da einfach weniger mehr. Ich bringe mich gerne ein, dass gehört dazu, aber irgendwann sollte man auch mal sagen, jetzt ist es genug, jeder schafft es 30 Minunten ohne Kisokbesuch, und alle tun sich rund um die Organisation leichter.


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