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Ach, Aki (Leistungsgesellschaft Deutschland) (Fußball und Sport allgemein)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Donnerstag, 07.09.2023, 20:34 (vor 875 Tagen) @ markus
bearbeitet von FourrierTrans, Donnerstag, 07.09.2023, 20:52

Das dürfte bei den meisten Konzernen in Deutschland so sein. Altverträge im Tarifbereich sind was feines. Gezahlt wird von allen, die das Pech hatten zu spät ins Berufsleben einzusteigen.


Besser gesagt, zu spät geboren wurden.


Oder einfach nur zu dämlich sind und nicht verstehen, dass die Boomer allein deshalb gut dotierte Verträge haben, weil es früher Standard war, Mitglied in der Gewerkschaft zu sein. Die Millenials meinten dann, dass man sich den Mitgliedsbeitrag einfach sparen kann. Dummerweise wurden die Gewerkschaften dann schwächer und es war den Unternehmen möglich, wesentlich schlechtere Verträge anbieten zu können. Man sollte sich da wirklich mal an die eigene Nase fassen und sich selbst hinterfragen, warum das alles so ist.

Und das ist dann auch der Grund dafür, dass die Boomer, die in Frührente gehen, noch einen goldenen Handschlag erhalten. Der Chef kann dann sagen, dass er saubere Strukturen geschaffen hat. Er hat die Anzahl der Altverträge verringern und die Neuverträge erhöhen können. Dummerweise ist bei vielen Chefs noch nicht angekommen, dass zwar nicht die Gewerkschaften, jedoch aber die Marktlage höhere Löhne erfordern.


Keiner von denen, und es sind nicht wenige, die ich kenne bei uns, auf die das obige zutrifft, ist oder war jemals in der Gewerkschaft Mitglied. Der überwältigende Teil der Gewerkschaftsmitglieder bei uns, insbesondere bei den Boomern, sind/waren gewerblich arbeitende Mitarbeiter.


Ihr könntet dies ändern und dann auch für euch bessere Bedingungen verhandeln lassen. Solange ihr dies nicht tut, wird sich nichts ändern. Denn auf Augenhöhe verhandeln könnt ihr offensichtlich alleine nicht.


Wie denn z.B.? Wir Millenials sind also einfach nur zu doof quasi?


Indem ihr den Mitgliedsantrag unterschreibt. Dann könnt ihr als Kollektiv auf Augenhöhe verhandeln. Solange ihr dies nicht tut, müsst ihr selbst für euch verhandeln. Das kann dann sinnvoll sein, wenn ihr auch alleine dem Chef auf Augenhöhe begegnen könnt. Nur klingen deine Beiträge nicht danach, dass du das alleine kannst.

Aber spielen wir das mal in der Theorie durch.50% aller nicht-gewerblichen Mitarbeitenden machen das jetzt. Dann ändern sich sehr wahrscheinlich die Inhalte der Tarifverträge zum Positiven. Aber wird der Konzern dann wieder dahin zurückkommen, wo er früher war, ergo die Zentralabteilungsstellen werden, so wie früher, größtenteils mit AT ausgeschrieben? Ich sehe das auch eher als strukturelles Problem, wenngleich eine starke Gewerkschaft immer gut für die Arbeitnehmerschaft ist.

Sieh es mal aus Sicht deines Chefs: Warum sollte er dir mehr Geld geben, wenn er weiß, dass du auch für weniger arbeiten würdest und in der Abteilung auch keinerlei Bewegung in Sachen Gewerkschaft drin ist? Du kannst noch zehn Jahre meckern. Es ist ihm egal. Außer du drohst mit Kündigung und er kann nicht auf dich verzichten. Erst dann wäre mehr für dich drin. Aber vermutlich wäre ihm auch das egal, zumindest solange andere Leute nachrücken würden. Für ihn selbst ist der eigene Bonus wichtig.

Ich wollte es nicht direkt im ersten Post sagen, aber letztlich habe ich jetzt genau das gemacht. Ich sch***** auf den deutschen Traditionskonzern und gehe zu einem Ami. Der Ami hat letztlich den Chinesen ausgestochen, beide Angebote waren ungefähr beim doppelten Income von meiner jetzigen Situation (wohlgemerkt, beide für Standort Deutschland, beide ganz ohne Gewerkschaft ("Gewerkwas?" sagen die Chinesen)). Der Ami bietet aber weitere weicher Faktoren, die etwas netter sind, wie anständigerer Dienstwagen, Überstundenregelung usw.
Gleiches Spiel wie bei unzähligen jungen Kolleginnen und Kollegen vor mir in den vergangenen 2-3 Jahren, auf einmal war dann doch viel mehr möglich, nach unvorbereiteter Kündigung. Letztlich war aber in jedem Bewertungskriterium mein jetziger deutscher Arbeitgeber schlechter, als der Ami oder der Chinese, nachdem sie jetzt noch mal "nachlegen" wollten. Im Grunde nicht wettbewerbsfähig. Mein Gegenangebot würde die "Gehaltshygiene kaputtmachen". Und das bei so einem namhaften Großkonzern. Da wird dann bald offene Stelle Nummer 573 ausgeschrieben sein für Deutschland, während man von morgens bis abends im Konzern heult, wie unfair doch die Welt und der Fachkräftemangel ist. Das Gleiche höre ich selbst bei den ganz großen Jungs wie den Autobauern. So wird das nix, Germany.


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