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Richtig (Fußball und Sport allgemein)

uwelito, Wambel forever, Donnerstag, 07.09.2023, 20:44 (vor 875 Tagen) @ Schnippelbohne
bearbeitet von uwelito, Donnerstag, 07.09.2023, 20:53

Weiter wie bisher funktioniert allerdings auch nicht. Das zeigt ja das grandiose Abschneiden unserer Nationalmannschaften im internationalen Vergleich.
Mein Neffe hat mit 6 angefangen, im Verein Fußball zu spielen. Dieser Stadteilverein sah sich wie alle Ortsvereine in der Region als Nachwuchsschmiede des örtlichen Bundesligisten und sortierte schon früh nach „Talent“ und körperlicher Entwicklung. Wie auch immer man 6-Jährige schon so eindeutig einordnen will. Mein Neffe fand sich in der fünften von fünf nach Leistung gestaffelten Mannschaften seines Jahrgangs wieder und dort dann auch meist auf der Ersatzbank, weil er zu den Kleineren gehörte. Er hatte nie die Chance, Spaß am Fußball zu entwickeln und hat entsprechend kein Jahr durchgehalten. In einem solchen System fallen viele Kinder durch das Raster. Früher konnte sich der DFB das leisten, weil immer noch genug durchkamen allein aufgrund der Masse. Die Zeiten sind aber vorbei. Kinder sind überwiegend ganztags in Schulen und Betreuungseinrichtungen und haben entsprechend weniger Zeit für Vereinssport. Außerdem gibt es inzwischen viele andere Sportangebote mit mehr Spaßfaktor. Das System muss sich also unzweifelhaft ändern, um mehr Talente aus dem immer kleineren Pool zu fischen. Bin daher auf Wolfs Vorschläge gespannt.

Was Du da ansprichst, ist ein ganz wichtiger Aspekt. Wobei nicht nur andere Sportarten in einem direkten Wettbewerb mit dem Fußball stehen. Eine noch größere Gefahr ist die immer früher einsetzende Verbildschirmung der Kinder und Jugendlichen. Somit muss es aus meiner Sicht nicht nur darum gehen, aktuell effizienter „mehr Talente aus dem immer kleineren Pool zu fischen“. Sondern es muss proaktiv über die Grenzen der Fußballplätze hinaus nach möglichen Talenten Ausschau gehalten werden. Und die natürlichsten Orte dafür sind die Schulen. Diese Aussage gilt aber nicht nur für den Fußball, sondern für alle (Wettkampf-) Sportarten. Und natürlich sollten auch nicht nur potenzielle sportliche Talente dazu animiert werden, in einen passenden Sportverein einzutreten, sondern grundsätzliche alle Kinder und Jugendliche. Dazu braucht es tiefgreifende Veränderungen in den Organisationsstrukturen des Sports in Deutschland. Sportvereine allein können die vielfältigen Aufgaben heute nicht mehr erfüllen, die der Sport gesamtgesellschaftlich übernehmen könnte und sollte. Wo die Politik bei diesen Herausforderungen aktuell steht, versinnbildlichen Thesen der absoluten Ahnungslosigkeit wie die von Konstantin Kuhle (FPD), der sich als Reaktion auf das schlechte Abschneiden der Leichtathleten bei der WM wünscht, dass man die Bundesjugendspiele doch bitte so lassen solle, wie sie sind.

P.S. Deine Einordnung zu Watzke weiter oben ist sehr scharfsinnig und (leider) komplett zutreffend.


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