schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Armin Veh im Doppelpass (BVB)

Blarry, Essen, Sonntag, 29.10.2017, 13:46 (vor 3004 Tagen) @ jari123

Sehr schön, damit lässt es sich doch arbeiten:

Dortmunder Verteidiger sind einfach zu langsam um so hoch zu stehen

Mmmmhjein. So sehr uns ein Felipe Santana für diese Spielweise fehlen mag: Sokratis gehört durchaus zu den schnelleren Innenverteidigern der Liga, Toprak habe ich aus seiner Zeit bei Leverkusen auch nicht als frisch gekochte Weinbergschnecke im Kopf. Bartra, Zagadou und natürlich Subotic fallen in Sachen Tempo schon ein wenig ab, machen es aber durch andere Stärken wieder wett.
Und da sollte man eventuell ansetzen. Wir haben mit den gleichen Spielern bis zum 7. Spieltag ganze zwei Gegentore kassiert. Bis zu dem Zeitpunkt hatten wir eine absurd gut funktionierende Abseitsfalle, ebenso wie eine umsichtige Koordination der jeweiligen Innenverteidiger und, zugegeben, aber den braucht man für diesen Fußball sowieso, einen im Eins-gegen-eins nahezu unbezwingbaren Roman Bürki.

Danach kam Länderspielpause, und seitdem läuft irgendwie alles gegen uns.

Und nein, dass seit dem 8. Spieltag plötzlich jeder Trainer "weiß", er müsse gegen uns nur das Mittelfeld mit 60-Meter-Pässen überspielen ist hanebüchen. Solche Aussagen beleidigen die Intelligenz der Trainerstäbe der sieben Mannschaften, die davor das Vergnügen hatten. "Schnelle Stürmer + langer Hafer" gegen hoch stehenden Gegner erfordert kein göttliches Eingreifen, um darauf zu kommen, das ist mit das erste was man für die C-Lizenz eingetrichtert bekommt.

Wenig Hilfe untereinander + oft 1gegen1 für IV, weil Nebenleute der Viererkette zu weit vorn sind

Analog zum ersten Punkt: es hat davor doch auch funktioniert. Davon abgesehen heißt es "Viererkette" und nicht "Viererpolonaise". Wenn der Gegner so spielt wie zuletzt, langes Holz und Vollsprint auf unseren Strafraum, sind selbst kompakte zehn Meter Abstand zwischen Innen- und Außenverteidiger hoffnungslos. Die holt der Außenverteidiger nicht auf, wenn sein Kollege den Stürmer nicht stellt und verlangsamt (s. das 2:4 gestern). Davon abgesehen herrscht in der Viererkette schon ein ganz anderer Schmiss, wenn Schmelle mitspielen kann, der stabilisiert die Sache wirklich enorm. Und davon abgesehen braucht man die Außenverteidiger nicht auf der Linie halten, wenn man sowieso zurück liegt. Mit zwei Toren Vorsprung, wie in Frankfurt, ist das kein Thema. Nur hatten wir da zu dem Zeitpunkt keine Außenverteidiger aufm Platz, weil alle fußkrank oder Toljan waren.
Mit Vollzeit-AVs schaut das wieder ganz anders aus. Hoffen wir, dass Bartra da eine gewisse Balance in sein Spiel reinbringt, ist schließlich eine völlig neue Erfahrung für ihn.

Hoch zu stehen ist essenziell bei Spielweise mit starkem Pressing, aber Dortmund hat es eigentlich nicht nötig, gegen jeden Gegner so zu pressen und so hoch zu stehen, da die Qualität in der Offensive definitiv groß genug ist, um auch anders Druck auszuüben und Tore erzielen zu können

Hmm. Da frage ich mich, was genau Timmy damit sagen will. Entweder die hohe Stellung der Abwehr ist notwendig, oder sie ist es nicht, weil wir auch anders an den Ball kommen als über Verdichten der Räume für den Gegner?
Also entweder ich ziehe die Abwehr nach hinten, dann muss das Mittelfeld mit zurück, sonst hat der Gegner dazwischen genug Platz, um eine Panzerdivision durchzulotsen. Dann habe ich aber sieben Spieler hinten stehen, die stationär und reaktiv verteidigen sollen (was Borussia Dortmund zuletzt vor wie vielen Jahren gemacht hat?), während vorne drei Angreifer dem Ball nachjagen? Armin Veh hat sich unseren Kader aber schon angeschaut, oder? Gute, regelmäßig wirksame Pressingspieler haben wir vorne drin keine. Verdammt, selbst ein Sturmtrio Makelele/Matic/Großkreutz wird mittlerweile so dermaßen leicht ausgespielt, wenn da keine technischen Fehler zwischenkommen. Armin Veh ist schon ein Weilchen aus dem aktiven Geschehen raus, hm?
Davon abgesehen (ich wiederhole mich nur ungern) sind die Abstände zwischen allen Mannschaftsteilen relevant, nicht nur zwischen Abwehr und Mittelfeld. Der hohe Ballgewinn bringt Nüsse, wenn der Gegner a) eh noch sortiert steht und b) das eigene Mittelfeld zum Ballhalten 30 Meter weit weg steht und sich nicht ins Pressingspiel einbringen kann.

Bosz muss seine Art und Weise spielen zu lassen überdenken und wird das aus Vehs Sicht auch tun

Nö, und hoffentlich nicht. Detailanpassungen, Abstimmungsarbeit, blindes Verständnis zwischen den Spielern aufbauen und das Lazarett lichten, okay. Alles darüber hinaus kann nur schiefgehen. Man kann nicht spontan von totalem Fußball auf Mourinhos Chelsea umschalten.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


1525716 Einträge in 16395 Threads, 14355 registrierte Benutzer Forumszeit: 19.01.2026, 21:59
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln