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Tempo, Tempo, Tempo (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 19.10.2024, 01:22 (vor 458 Tagen) @ Sascha
bearbeitet von Will Kane, Samstag, 19.10.2024, 01:31

Es war ein eindeutig verdienter Sieg, schon allein weil Pauli gar nicht am Spiel teilnehmen wollte, sondern nur auf den einen Konter, oder die eine Standardsituaion gewartet hat. So hat man zwar knapp gewonnen, läuft aber als Fan trotzdem nicht Gefahr, wegen eines hohen Adrenalinspiegels nicht in den Schlaf zu kommen.

Grundsätzlich mag ich den Ansatz. Ich will eine ballbesitzorientierte Borussia sehen. Aber dafür brauchen wir in allen Belangen mehr Tempo. Vor allem beim Passspiel. Ich schrieb im Spielthread schon, dass es einfach zu lange dauert. Nur ganz, ganz selten wird ein Ball mal direkt mit einem Kontakt gespielt. In der Regel wird gestoppt, geschaut, gespielt. Der Ball verbleibt ein bis zwei Sekunden bei jedem Spieler. Das klingt nicht viel, aber wenn der Gegner so dicht gestaffelt wie heute steht und das konzentriert erledigt, sind die Passkoridore nur zwei, drei Meter breit und da reicht dann die Sekunde locker, um den einen Schritt zu machen, damit der Weg zu ist. In den paar Situationen, in denen wir es geschafft haben, den Ball schnell und direkt in die Tiefe zu spielen, wurde es auch fast immer gefährlich. Aber eben viel zu selten.

Natürlich kann man das Tempo nicht konstant über 90 Minuten hochhalten. Tatsächlich ist es sogar wichtig, das zu variieren und mal bewusst ein paar Minuten "toten Ballbesitz" zu haben. Aber als Stilmittel. Dann weiß der Gegner, dass man das bewusst macht und jeden Moment wieder aufdrehen kann. Wenn man aber gefühlt zehn Minuten lang den Ball ereignislos zwischen Mittellinie und Strafraum hin und her schiebt, wirkt es ideenlos. Das bestärkt Pauli dann in ihrer Spielidee, während man selbst und die Tribüne unruhig wird.

Positiv möchte ich noch hervorheben, dass man sich diesmal nicht zu schade war, auf einfachen "Allerweltsfußball" zurück zu greifen und immer mal simple Flanken von Außen einzustreuen. Damit gewinnt man zwar keine Schönheitspreise, aber heute haben wir damit das Spiel gewonnen. Neben den beiden Toren, gab es ja noch zwei, drei weitere große Chancen nach hohen und flachen Flanken an den Fünfer. Das ist schon mal gut, wenn man so variieren will und ein zweites Mittel hat, wenn es mit Passspiel nicht klappt.

Trotzdem werden wir daran arbeiten müssen. Die Spieler müssen in der Lage sein, die Kugel deutlich schneller und direkter laufen zu lassen. Dann, aber auch nur dann, kann es klappen.

Grundsätzlich stimme ich Dir zu.

Wobei ich persönlich schnelle Passfolge auch als spielökonomisch ansehe, und zwar auf ein einzelnes Spiel, als auch die gesamte Saison gesehen. Auch tiefgestaffelte Teams müssen laufen und je mehr man sie durch schnelle Passfolge zum Laufen bringt, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass sich im weiteren Spielverlauf die entscheidende Lücke auftut.

Wenn man sich das Spiel der Bayern gegen die SGE noch einmal in Erinnerung ruft, dann haben die Bayern unglaublich viel, schnell, direkt und präzise gepasst. Nur so wie sie es praktiziert haben, mussten sie deutlich mehr (6 Km!) als der Gegner laufen. Die SGE hat mit wenigen Kontern die äußerst hoch stehenden Bayern dann dreimal alt aussehen lassen. Ob sie dieses Spiel die gesamte Saison werden durchhalten können, muss sich zeigen.

Da gefällt mir persönlich der Ansatz von Sahin schon besser, phasenweise den Ball mal schnell, mal langsamer zirkulieren zu lassen. Auch weil dies eben spielökonomischer ist. Nur sind wir noch lange nicht da, wo Sahin die Mannschaft sehen will. Da kann die Mannschaft auch noch gar nicht sein. Zumal Sahin berücksichtigen muss, dass nicht jeder Spieler für ein schnelles, direktes und präzises Passspiel geeignet ist.

Wenn man das Ganze als Entwicklungsprozess sieht, dann ist das Spiel mit zwei Kontakten zwar die langsamere, dem Gegner mehr Zeit gebende Variante. Aber wenn man sieht, dass es auch dabei zu teils haarsträubenden Fehlpässen / Ballverlusten kommt, dann ist das mMn auch die sicherere Variante zu diesem Zeitpunkt des Entwicklungsprozesses. „Trust the process!“ ist da mAn gar nicht so dumm.

Je mehr Sicherheit wir in unser Passpiel bekommen, umso mehr können wir die verschiedenen Passphasen im Spiel variieren. Das wird noch einige Zeit dauern und wir werden auf einigen Positionen auch noch andere Spielertypen benötigen.

Zwischenzeitlich darf dann gerne old-school-mäßig geflankt und geköpft werden, ganz pragmatisch. Wenn der Gegner entsprechend anfällig ist (so wie heute Abend), dann ist das sogar geboten.


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