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Hummels Interview (BVB)

fallrückzieher @, Mittwoch, 07. April 2021, 13:19 (vor 13 Tagen) @ koom

Auf die Frage warum man eine solche Leistung nicht regelmäßig in der BuLi abrufen würde machte er ne Pause...merkte an dass es eine schwierige Antwort sei und meinte dass man sich das im Training erarbeiten würde. Wie man unter Woche trainiert so spiele man dann auch...


Da hängt ein ziemlicher Baum dran...

Mal grundsätzlich: Dortmund pflegt eine Spielweise - auch schon zuvor unter Favre - die von einem eher mitspielenden Gegner ausgeht und nicht von einem spielverweigernden Gegner, der nur tief in der Verteidigung steht. Favre versuchte das auf seine Art zu zerspielen (wenig, aber gute Chancen produzieren), Terzic mit der Variante, die quasi aktuell Standard ist in der BL: Umschaltfußball, Konter, Tempo. Unter Favre leidete die gegnerische Konterabsicherung, weil die eigene Verteidigung zu passiv eingestellt war (auch recht Favre-typisch). Und unter Terzic fehlen Wege, wie man eben einen tiefgehenden Gegner zerspielt.

Nehmen wir mal den Umschaltfußballgott: Klopp. Selbst der hat mit Liverpool große Probleme gegen Spielverweigerer, wenn nicht alles zu 100% klappt (oder gar eine Verletztenmisere herrscht). Wenn alle an Bord sind, kann er auch solche Gegner platzen lassen - aber wenn nicht: siehe aktuell.

Hummels Aussage ist... mehrfach deutbar. Die Antwort auf die Frage ist vor allem, dass ManCity einfach vollkommen anders spielt. Selbst in deren "Defensivkorsett" wie gegen den BVB wollen die den Ball haben, hoch stehen, dominant sein. Für ein Konterteam wie BVB gibt es dadurch immer Szenen.

Was der BVB bräuchte, sowohl in Sachen Trainer als auch generelle Ausrichtung, wäre die klare Ansage, dominanten Fußball zu spielen. Ball haben wollen, Gegner weitgehend egal sein lassen, Tore machen auch in solchen Fällen. Konter und Umschaltfußball darf man gerne mitnehmen, aber der generelle Ansatz muss ein anderer werden und es müssen Ideen und Spielweisen entwickelt und forciert werden, um so agieren zu können.

Wie so oft geht der Blick zu den Bayern: Da wird der Kader zusammengehalten, es wird nur marginal mal ein unfertiges Talent auf das Feld geworfen. Es gilt das hier und heute. Sicherlich haben die Bayern insgesamt mehr Geld, aber auch der BVB pinkelt mit den großen Hunden. Auch hier muss man, wenn man eben ein verlässliches Offensivwerkzeug entwickelt hat, dieses behalten und ausbauen. Und nicht für einen netten Einmalbetrag raushauen und dafür, wie jetzt, plötzlich oben rauszurutschen.

Das ist nämlich der erste Schritt des Niedergangs. Indem man etwas zu sehr auf die Zukunft geschaut hat, bricht heute alles weg, was eingeplant war. Der HSV stand in diesem Jahrhundert schon in der CL und hat mitreißende Spiele geliefert. Der FC Kaiserslautern ebenso. Schalke war Vizemeister und Dauergast im Europapokal. Das alles kann extrem schnell vergänglich sein. Der HSV hat auch oft gesagt, dass der Abstiegskampf nur eine Momentaufnahme war. Dito auch Kaiserslautern.

Und der BVB gefällt sich viel zu sehr darin, Talente für "die Großen" zu entwickeln, weil es viel Geld einbringt.

Ich will deinen Aussagen zur Taktik nicht grundsätzlich widersprechen. Hummels geht es aber so wie ich das verstehe vor allem um die Intensität, im Training wie im Spiel. Und die ist für mich erstmal unabhängig von der taktischen Ausrichtung zu sehen. Ich habe in der Liga regelmäßig das Gefühl, dass viele Gegner mit einer höheren Intensität ins Spiel gehen und uns dadurch auf ihr Niveau runter ziehen. Das geht natürlich auch mit der Physis einher, die bei uns über die gesamte Saison nicht auf absolutem Toplevel ist.

 

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