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Als Tuchel die Spieler beleidigte (BVB)

Kulibi77, Mittwoch, 27.02.2019, 00:29 (vor 2616 Tagen) @ Alones

Bei PSG musst du funktionieren. Klima und Atmosphäre spielen eine untergeordnete Rolle - alles ist dem Erfolg untergeordnet. Dazu kommt, dass es weder so etwas wie eine echte Philosophie noch eine nachhaltige Planung braucht. Wenn da ein Trainer die Champions League holt aber dafür verbrannte Erde hinterlässt kümmert das keinen. Dann wird das Spielermaterial einmal mit der neusten Generation ausgetauscht. Dass der ganze Laden nicht längst implodiert ist liegt nur daran, dass du halt dann doch solche Leute wie Dani Alves hast, die den Laden zusammenhalten.


In diesem Punkt benehmen wir uns aber tatsächlich immer noch teilweise wie ein Dorfverein. Vermutlich auch, weil wir extrem von Klopp verwöhnt waren, der wohl wie kaum ein Zweiter ein Team führen kann. Ansonsten sind interne Streiterein fester Bestandteil des täglichen Wahnsinns. Was glaubt ihr denn z.B. was bei den Bayern unter Guardiola los war? Da gab es im Grunde auch fast täglich Zoff. Keine Ahnung, ob man das mit Tuchel vergleichen kann, aber Theater war trotzdem an der Tagesordnung. Dennoch hat sich bei den Bayern kein Schwein dafür interessiert (Hoeneß war wohlgemerkt verhindert), weil der Erfolg gestimmt hat.

Ich glaube Jupp Heynckes ist in erster Linie dafür berühmt ein Starensemble moderieren zu können. Auch ein Hitzfeld ist dafür berühmt. Ein Mourinho war zumindest früher dafür berühmt eine Mannschaft geschlossen hinter sich zu bringen. Klopp ist dafür berühmt. Und auch bei Guardiola ist nichts anderes zu hören. Dass es natürlich immer mal unzufriedene Spieler gibt, das ist unvermeidbar, aber es ist eben eine große Kunst eine Mannschaft voller Stars im großen und ganzen bei Laune zu halten und zu Höchstleistungen zu motivieren. Nur so gewinnst du große Titel. Die soziale Kompetenz ist ab einem gewissen Niveau, denke ich, die wichtigste Komponente, die ein Trainer, neben all den anderen Fähigkeiten, im Köcher haben muss. Deswegen glaube ich auch nicht dass Tuchel in Paris tatsächlich ähnlich agiert. Die Methode "verbrannte Erde" sorgt da nur für deine Entlassung. Denn den Trainer auszutauschen ist auch in Paris hundertmal billiger als den halben unzufriedenen Weltklasse-Kader. Klopp selbste meinte doch mal Heynckes sei nur ein "Abruf-Trainer" und er sei ein "Verbesserer". Nur auf absoluten europäischen Spitzenniveau geht es irgendwann halt mehr darum die vorhandenen herausragenden Qualitäten abzurufen und auf den Punkt herauszukitzeln, statt irgendein junges Talent zu formen oder einen mediokren Spieler über das System zu ungeahnten Leistungen zu führen.


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