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ohne Scheitern an harten Zielen gibt es keine Evolution (Spieltage)

Dandee, Ort, Montag, 04.05.2026, 22:52 (vor 1 Tag, 16 Stunden, 17 Min.) @ Redaktion schwatzgelb.de
bearbeitet von Dandee, Montag, 04.05.2026, 23:03

Was wir derzeit beim BVB erleben, ist das klassische Symptom eines Vereins, der sich auf hohem Niveau selbst verwaltet.

Meiner Meinung nach lässt sich das Problem auf einen Kernsatz reduzieren:
Ein strategisches Ziel ist nur dann ein Ziel, wenn man sich daran messen lässt und bei Nichterreichen konsequente Ableitungen folgen.

Das Vakuum der Verantwortung
Ein Ziel verliert seine Steuerungsfunktion, wenn es bei drohendem Verfehlen einfach nach unten korrigiert wird. Wenn wir jedes Jahr die Ansprüche etwas minimieren, um am Ende behaupten zu können, man hätte „das Saisonziel erreicht“, entsteht ein Vakuum der Verantwortlichkeit. Wo niemand für das Scheitern an den ursprünglichen Ambitionen geradestehen muss, findet keine echte Fehleranalyse statt.
Denn Scheitern gehört dazu auf dem Weg nach oben, wenn ich in der darauffolgenden Saison aber wieder minimiere….

… folgt Stillstand durch Ziel-Reduktion

Wahre Weiterentwicklung entsteht nur durch den Schmerz der Erkenntnis. Wenn ich Ziele jedoch so anpasse, dass sie lediglich den Status Quo dokumentieren, findet kein Lerneffekt statt.

Die Folge: Wir gewinnen keine neuen Erkenntnisse, weil wir den Fehler im System gar nicht erst suchen, wir senken einfach die Messlatte.
Und verkauft wird es durch unrealistische Einschätzung der eigentlichen Realität. Somit verschiebt sich der Blick auf die Fehlentscheidung mit Blick auf eine angeblich unrealistische Einschätzung der Situation anstatt auf fehlerhafte Entscheidungen in der Umsetzung der strategischen Ziele im operativen.

Das Resultat: Die Entwicklung stagniert auf hohem Niveau. Wir verwalten den teuren Status Quo, anstatt ihn durch kluge, mutige Entscheidungen (Scouting, Management, Kaderstruktur) anzugreifen.

Die Kosten der Bequemlichkeit
Es ist ein Trugschluss zu glauben, man könne die Lücke zu Bayern (oder der europäischen Spitze) nicht schließen, weil diese finanziell enteilt sind. Der Hebel liegt in der Effizienz der Entscheidung. Kluge Manager und innovatives Spielermaterial findet man nur, wenn man bereit ist, aus Fehlern zu lernen und Strukturen radikal zu hinterfragen.
Der BVB wirkt derzeit wie ein Verein, der „zurück zu den Wurzeln“ will, weil die Kosten für die bloße Verwaltung des hohen Niveaus ausufern, während der sportliche Ertrag (die Weiterentwicklung) gegen Null geht.

Ergo: Wenn wir nicht aufhören, Ziele als Alibis zu nutzen, werden wir weiterhin nur unseren eigenen Status auf Raten verwalten. Wir brauchen keine Ziel-Anpassungen, sondern Accountability auf allen Ebenen. Nur wer sich messen lässt, kann auch besser werden.

„Der Weg zurück zur Talententwicklung darf keine Flucht vor der Verantwortung sein. Wenn wir diesen Weg gehen, müssen wir die Eier haben, die daraus resultierenden Fehler radikal zu analysieren. Wenn ‚Umbruch‘ nur eine Ausrede dafür ist, dass man keine Ergebnisse liefern muss, dann ist das kein neuer Weg, sondern nur das nächste Level der Selbstverwaltung mit dem Risiko, den Anschluss nach oben endgültig zu verlieren.“ Das passiert nicht gleich… Aber eine Strategie auf 5 Jahre ausgelegt, sollte ja für ein Unternehmen neben aller Fussballromantik, eine Verbesserung der Situation enthalten. Und ja auf hohem Niveau sind Fehlentscheidungen eben von anderer Tragweite, weil der Fall nach unten von weiter oben eben mehr wehtut aber deswegen auch mehr auffällt. Ich sehe Stand jetzt keine Vision einer Weiterentwicklung sonder die Verwaltung des Status Quo.


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