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Wichtiger Sieg (Spieltage)

Trainer09, Bochum, Donnerstag, 20.10.2022, 08:28 (vor 1180 Tagen) @ Will Kane

Ich muss zugeben, ich verfolge den Fußball an sich nicht mehr so übermäßig stark wie früher. Das meine ich wörtlich, "Übermaß", meine Frau würde anderes behaupten ;-) Deshalb eine ernstgemeinte Frage: Gibt es das denn überhaupt noch bei Mannschaften im oberen Drittel einer Tabelle einer Topliga, dass rein auf Pressing- und Umschaltfußball gesetzt wird? Bzw. auch andersrum- gibt es noch wirklich viele Teams, die ausschließlich auf Ballbesitzfußball setzen?

Bezogen auf den BVB: Ich habe (Stand jetzt) nicht das Gefühl, dass Terzic vorschwebt hier einen Harakiri-Pressing-Ansatz zu implementieren, der dem von Klopp aus den ersten Jahren gleicht. Ich sehe zB gegen Man City einen Ansatz, der eher Mourinho stolz machen würde. Ich sehe gegen Union einen Ansatz, bei dem es darum gehen sollte(!), den Ball schnell zirkulieren zu lassen, um Räume zu schaffen, weil davon ausgegangen werden konnte, dass Union den Ball schlicht nicht haben will. Das hat nur nicht geklappt, weil die Laufbereitschaft, aber inbesondere alles was mit Passqualität zutun hatte katastrophal war.

Ich sehe bei Terzic hingegen primär gerade den Versuch, das Minimum an Defensivverhalten zu implementieren. Wir haben nicht mal eine funktionierende Grundformation. Und das liegt nicht nur daran, dass wir auf der Welt die gefühlt einzige Mannschaft sind, wo es über Jahre völlig ok war, dass man nicht mal defensiv die Räume zuläuft. Es geht bei Spielern wie Guerreiro, Brandt und weiteren ja gar nicht darum, dass sie schlecht verteidigen, aber offensiv dafür deutlich mehr Input leisten (Beispiele gibts dafür genug- Davies in München, Marcello in Madrid) und deshalb abgewogen wird, was einem mehr bringt am Ende des Tages. Es geht bei diversen Spielern seit Jahren bei uns darum, dass sie teilweise gar nicht(!) verteidigen. Nicht mal versuchen, hinter den Ball zu kommen. Nicht mal versuchen schnellstmöglich wieder in die defensive Grundformation zu kommen. Das leisten sich selbst Modric und Kroos nicht- und die sind keine Verteidiger vor dem Herrn. Es geht aber zweitens auch um Einhaltung von Grundformationen im Offensivbereich- wir haben da gar nix. Wir haben kein Gefühl, wann der Pass in die Spitze muss. Wir haben kein Gefühl, wann wie viele Spieler wo stehen müssen, dass ein Pass sicher ist und eben nicht zu risikoreich. Wir haben kein Gefühl dafür, wann es wichtig ins Dribbling zu gehen und wann zu passen. Und das gilt für fast alle Spieler, insbesondere auch die eigentlich letzten Erhabenen wie Bellingham.

Ich sehe aber bislang eben nicht, dass Terzic hier versucht eine neue "Kloppo-Pressing-Maschine" zu kreieren.
Aber natürlich möchte er Pressing-Situationen in sein Spiel einfließen lassen- und das ist auch meines Erachtens gut so. Welcher Trainer verzichtet denn gänzlich auf Pressingsituationen? (Außer Lucien Favre)

Zur Autarkie: Terzic war Jugend-Co-Trainer beim BVB, hat hier also "gelernt". Ob das seine prägende Phase war? Was nimmst du denn als Herleitung für eine prägende Phase, die ihm keine Autarkie belässt im Verein Borussia Dortmund, mit der Folge, dass er nicht seinen ganz eigenen Ansatz (Ballbesitz und Pressing in variablen Mengen) prägen kann?
In der Jugend geprägt von Oli Ruhnert- da kann ich dir genau sagen, was der gut findet, weil ich es damals selbst mitbekommen habe: Vollen Einsatz und vor allem harte Arbeit.
Danach geprägt als Co-Trainer von Slaven Bilic. War der expliziter Pressingtrainer? Und danach Co von Favre (Pressing ein Fremdwort).

Aber ja, du hast recht. Die BVB-DNA ist nicht Pressingharakiri ala´ Klopp- aber der BVB hatte trotzdem immer was von harter Arbeit. Sammer, Freund, Lambert, Kohler- aber auch neuere Modelle mit Bender, Kehl.

Und nun meine ganz persönliche Auffassung zur derzeitigen Lage: Bei den meisten Trainern nach Tuchel hatte ich das Gefühl, dass sie kurz etwas versucht haben, dann aber davon abgegangen sind. Danach haben sie sich mit gewissen Gegebenheiten "arrangiert". Ich hoffe, dass Terzic so viel Erfolg hat kurzfristig, dass er sich langfristig nicht arrangieren muss. Es ist gerade ein Drahtseilakt und diese Saison wird sehr sehr schwierig, so oder so.

Spinnen wir das aber auch gerne mal in die andere Richtung: Wir lösen Terzic morgen ab.
Was ist dann, was folgen könnte, vielversprechender? Welche Alternative ist morgen da, die der fehlende Schlüssel zum Erfolg ist?


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