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Warum nur gegen Frauen (BVB)

Zoon, Sonntag, 07.08.2022, 23:27 (vor 1488 Tagen) @ Burgsmüller84

Laut https://www.gewaltinfo.at/fachwissen/formen/psychisch/ versteht er auch "Beschimpfungen, Abwertungen und Diffamierungen" als psychische Gewalt. Naja.

Mit dem "naja" willst Du wohl zum Ausdruck bringen, dass das nicht so schlimm sei. Das könnte eine Verharmlosung sein.

Bei "häuslicher Gewalt" reden wir über Gewalt in Beziehungen, in denen sich die Partner über einen längeren Zeitraum vermulich jeden Tag erlebt haben. Eine Beleidigung in 12 Monaten mag da harmlos sein, obwohl auch die in einem Kontext erfolgen kann, der für den Betroffenen absolut vernichtend ist. Aber für psychische Gewalt, die für einen gewissen Zeitraum fast täglich ausgeübt wird, gilt das Etikett "harmlos" sicherlich nicht.

Viele Psychologen sagen, dass sich psychische Gewalt verheerend auswirken kann: Alpträume, Schlafstörungen, Depressionen, körperliche Schmerzen, Panik, Suizid etc., je nachdem was da erlebt wurde. Da kann die Unterscheidung zwischen körperlicher Gewalt und Erniedrigung nicht nur nutzlos sondern auch gefährlich sein.

Dann listet er auf der Gewaltinfo-Seite:
"Gewaltform und Rahmen: körp. Gewalt in Partnerschaft
weibl. Opfer: 57%
männl. Opfer: 43%" (laut Döge 2011, S. 759)

"Von den sieben, für die Masterarbeit interviewten Männern ..."

Bitte nochmals genauer lesen!

Die Prozentangaben bezieht sich die österreichische Prävalenzstudie von 2011, bei der 2.334 Personen, davon 1.292 Frauen und 1.042 Männer befragt wurden. Insofern haben die Prozentangaben schon Aussagekraft.

Für seine Masterarbeit hat er dann sieben Männer interviewt, die körperlicher Gewalt von Frauen ausgesetzt waren und hiervon berichtet haben, um solche Gewalterlebnisse zu veranschaulichen. Man wird von einem Studenten, der eine Masterarbeit schreibt, kaum erwarten können, wie in der vorgenannten Studie 2.334 Personen zu interviewen. Abgesehen davon, gibt es dann noch das Problem, dass sich Männer auch besonders schwer tun, über solche Erlebnisse zu berichten. Die Interviewpartner muss man ersteinmal finden.

Diese Masterarbeit halte ich für höchst fraglich. Um nicht zu sagen: komplett irrelevant.

Die Masterarbeit hast Du doch gar nicht gelesen. Du hast nur den Aufsatz gelesen, in dem von dieser berichtet wird.

Mit dem Aufsatz solltest Du eigentlich nur ein Gefühl vermittelt bekommen, worum es bei der Aussage, "Männer und Frauen üben in vergleichbarem Masse Gewalt gegenüber Intimpartnern aus, als diese auch Opfer durch jene werden", eigentlich geht - ein ernstes Problem, bei dem wir den Opfern Hilfe anbieten sollten, ohne dabei Grabenkämpfe gegen die jeweiligen Geschlechter zu führen.

Ok, hat nicht funktioniert. Schade!


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