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Schwachsinn (BVB)

PePopp, Dienstag, 07.07.2026, 14:20 (vor 1 Tag, 23 Stunden, 46 Min.) @ Bluebird

Wir sollten langsam damit aufhören, die Verantwortung für globale Probleme immer auf die kleinstmögliche Ebene abzuwälzen. In diesem Fall sind nicht die Zuschauer das Problem, sondern die Funktionäre – allen voran die UEFA. Sie haben die Macht, Missstände zu benennen und Konsequenzen zu ziehen. Genau dafür werden sie bezahlt.

Stattdessen wird lieber auf den Konsumenten gezeigt: „Wenn ihr es trotzdem schaut, seid ihr mitverantwortlich.“ Das ist die bequemste Ausrede überhaupt, weil sich diejenigen aus der Verantwortung stehlen können, die tatsächlich etwas verändern könnten.

Dasselbe Muster sieht man beim Klimawandel. Plötzlich sollen Klaus und Ulla die Hauptverantwortlichen sein, weil sie zweimal die Woche grillen und sich einmal im Jahr den hart ersparten Mallorca-Urlaub gönnen. Gleichzeitig fliegen die wirklich Einflussreichen mit dem Privatjet nach Davos, um dem Rest der Welt zu erklären, worauf künftig bitte verzichtet werden soll.

Und der verlängerte Arm dieser Denkweise klebt sich dann auf die Straße, sodass ausgerechnet die Krankenschwester, der Klempner oder die Kassiererin auf dem Weg zur Arbeit stundenlang im Stau stehen. Diejenigen, die tatsächlich die Hebel in der Hand haben, bekommen davon meist herzlich wenig mit.

Verantwortung sollte dort eingefordert werden, wo auch die Macht liegt – und nicht immer zuerst bei denen, die den geringsten Einfluss auf das eigentliche Problem haben.


Klaus und Ulla sind aber dafür verantwortlich, dass Parteien an die Macht kommen, die den menschengemachten Klimawandel leugnen oder ignorieren. Von daher müssen wir doch auf die kleinstmögliche Ebene schauen. Ebenso beim Konsumverhalten: Ich kenne Leute, die jeden Tag Fleisch essen und mehrere Male im Jahr auf Kreuzfahrt fahren. Was du beschreibst, ist ein bequemer Weg, persönlich nichts ändern zu müssen, wenn nur an die da oben, die ja von denen da unten, wie ich dargelegt habe, beauftragt werden, nichts zu tun, adressiert. Also am Ende eigentlich eh alles im Arsch und sinnlos.

Na dann erklär mal demjenigen, der 40h die Woche hart arbeitet, dass er nun nicht mehr in den Urlaub fliegen soll oder sich keine Kreuzfahrt mehr gönnen darf, während ein Infantino innerhalb von 4 Wochen mehr Meilen sammelt als der durchschnittliche OECD-Bürger in seinem gesamten Leben – mit dem Privatjet und größtenteils wohl alleine abgesehen von Crew und Personal. Oder dass es bei den Super-Reichen fast schon zum guten Ton gehört, eine eigene Luxusjacht zu besitzen.

Der zeigt dir halt den Vogel und das durchaus zurecht.

Nur mal so: ein Flug in der Business- oder First-Class hat im Schnitt schon einen 4-Mal höheren CO2-Fußabdruck als einer in der Economy-Klasse.


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