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Mangelnde Selbstkritik (BVB)

markus, Dienstag, 07.07.2026, 10:26 (vor 1 Tag, 13 Stunden, 10 Min.) @ majae

Dass die WM wegen bestehender TV-Verträge kurzfristig weniger empfindlich ist als Nokia, mag stimmen. Aber auch die FIFA lebt langfristig von Einschaltquoten, Ticketverkäufen, Sponsoren und Medienrechten. Wenn das Interesse dauerhaft sinkt, werden Sponsoren weniger zahlen und Sender geringere Summen bieten. Die wirtschaftlichen Folgen kommen zeitversetzt, nicht gar nicht.

Beim Klimawandel gilt für mich dasselbe: Natürlich kann und sollte man nicht alle Verantwortung auf den Einzelnen abwälzen. Deshalb braucht es politische Regeln. Aber daraus folgt nicht, dass individuelles Verhalten bedeutungslos wäre. Märkte reagieren auf Nachfrage – ob bei Elektroautos, erneuerbaren Energien oder pflanzlichen Alternativen sieht man das seit Jahren.

Deshalb sehe ich das nicht als Entweder-oder. Politik setzt den Rahmen, individuelles Verhalten beeinflusst den Markt. Beides wirkt zusammen.


So funktionieren aber globale Märkte nicht, dass sich der einzelne einer eigenen Konsumkritik unterstellt und damit irgendwas bewirken könnte. Womit wurde das immer größer werdende Ozonloch bekämpft: dass wir individuell auf Produkte mit FCKW verzichtet haben oder weil die Weltengemeinschaft solche Produkte verboten hat?
Für genau sowas haben wir doch Regeln. Wenn Firma XY sich einen Wettbewerbsvorteil durch unerlaubte Methoden verschafft, fordern wir den einzelnen auf, einfach nicht mehr deren Produkte zu kaufen oder sind hier höhere Instanzen für zuständig?

Aber daraus folgt doch nicht, dass individuelles Konsumverhalten wirkungslos wäre. Märkte reagieren ständig auf Nachfrage. Unternehmen ändern Produkte, Strategien oder Geschäftspraktiken, weil Kunden sie kaufen oder eben nicht mehr kaufen.

Das FCKW-Verbot ist ein gutes Beispiel dafür, dass politische Regulierung notwendig sein kann. Es ist aber kein Beleg dafür, dass Konsumenten grundsätzlich nichts bewirken. Es gibt genügend Gegenbeispiele, bei denen Unternehmen ihr Verhalten wegen veränderter Nachfrage angepasst haben.

Deshalb würde ich sagen: Wo Gesetze nötig sind, braucht es Gesetze. Wo Konsumenten Einfluss nehmen können, können sie das ebenfalls. Das schließt sich nicht gegenseitig aus.

Im Fall FIFA wäre es zudem fatal, auf den Gesetzgeber zu warten. Der wird nicht kommen, da es völlig irrelevant ist, wie ein Regelwerk mit roten Karten umgeht. An der Stelle kann nur der Konsument etwas bewirken.


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