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Jetzt mal ganz neutral ohne Wertung (Politik)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Montag, 09.03.2026, 17:49 (vor 6 Stunden, 24 Minuten) @ Gargamel09
bearbeitet von FourrierTrans, Montag, 09.03.2026, 17:53

Leuna ist ein großer Chemiestandort, da verabschieden sich gerade einige große Unternehmen, wie Dow, was dann natürlich auch kleinere Unternehmen betrifft, wie soll die AfD diese Jobs retten bzw. Unternehmen nach Leuna locken? Dazu noch die Absage von Intel, also Sachsen-Anhalt ist nie eine blühende Landschaft gewesen, aktuell schaut es aber richtig schlecht aus. Das kann die AfD nicht umkehren, mag sein, dass die am Anfang dann noch sagen können, nicht unsere Schuld, aber irgendwann hilft denen diese Ausrede auch nicht mehr, dann ist das deren Verantwortung, wenn die Arbeitslosigkeit weiter steigt, die Preise hoch sind, ländliche Regionen weiter ausbluten, alles sich als leere Versprechungen entpuppt... . Da kannst Du wie in den USA noch und nöcher Migranten abschieden, am Ende entscheidet der Geldbeutel.


Alles möglich, aber da werden jetzt zwei Schritte vorweggedacht, in der Hoffnung, dass die AfD wieder verschwindet, wenn sie es noch schlechter machen.
Ich wäre da vorsichtig. Die Menschen fragen sich aktuell, welches System ihnen diese extreme Ungleichheit und in Teilen auch Hoffnungslosigkeit eingebrockt hat und da wird man die AfD einfach nicht rational als Ziel anvisieren können. Ob man jetzt die USA nimmt oder die BRD, eingebrockt hat ihnen die von zunehmend vielen Menschen als hoffnungslos wahrgenommene Ungleichheit das bestehende politische System. Oder um es mit Hararis Worten zu sagen: die Menschen werden nur so lange die Demokratie verteidigen und für sie einstehen, wie für den größten Teil der Menschen in diesen Demokratien die Demokratie als solche eine prosperierende Zukunft attestiert (in meinen eigenen Worten rekonstruriert).
Die Verfehlungen der gesellschaftlichen Eliten im Westen waren in den vergangenen 20-25 Jahren so gravierend und strukturell, dass wir Gefahr laufen, die Demokratie zu verlieren. Zumal es keinerlei Indizien gibt, dass hier ein Umdenken stattfände. Davon bin ich leider relativ überzeugt, wenngleich der Ausgang noch offen ist.


Die werden (so schnell) nicht verschwinden, aber 40% werden sie ohne Erfolge nachweisen zu können, dann nie wieder erreichen.
Und Haseloff hat einen großen Fehler gemacht, er hat sich erst jetzt verabschiedet und sein Nachfolger ist einfach zu unbekannt um in den verbleibenden Monaten noch signifikant in der Wählergunst zu zulegen. Zumal der auch überhaupt kein Charisma hat und das bräuchte es, um das Ganze nochmal zu verhindern - wobei es dann wieder nur aufgeschoben wäre, denn auch unter der CDU wird es nicht aufwärts gehen, wenn wir ehrlich sind. Die AfD verspricht aber nun mal goldene Zeiten, nur werden sie das nie und nimmer einlösen können. Schulen auf rechts zu drehen, den MDR versuchen auf Linie zu bringen, hat nun mal keinen Einfluss auf den Geldbeutel

Ich weiß nicht, ob diese ganzen Aspekte und die detaillierten Denk-/Betrachtungsweisen einen Unterschied machen. Am Ende sehen wir gerade in verschiedenen westlichen Staaten eine ganz konkrete Bedrohung der (parlamentarischen bzw. präsidialen) Demokratie, die sich im Zeitraum der letzten 20 Jahre entwickelt und manifestiert hat. Unabhängig von Partei XY im Land YZ. Diese Entwicklung ist auch keine Verkettung unglücklicher Umstände, sondern von einer steigenden Zahl x der Menschen in diesen Demokratien bewusst eingegangen. Es ist kein Zufall, dass sich diese Entwicklung exakt mit der Entwicklung deckt, die man in diesen Staaten sehen kann und die eine immer schärfer werdende Ungleichheit erhärtet. Wir können uns über Namen streiten, über Parteien, über rechts oder links, am Ende ist die Problematik viel größer und sie liegt darin begründet, dass wir in einer immer ungleicher werdenden westlichen Staatenhemisphäre leben.

Nur um ein Beispiel zu nennen: früher hat Vorarbeiter Hans sein Eigentmum in Coesfeld erworben, während Frau Ute zu Hause 2 Kinder großgezogen hat, über 10-15 Jahre. Heute arbeitet Ingenieur Sören Vollzeit und Architektin Miriam auch Vollzeit ("Bildungsversprechen" you know), sobald die Elternzeit rum ist, um irgendwie das Reihenhäuschen mit 25 Jahren Finanzierungs-Laufzeit zu stemmen. Darunter leidet nicht nur das Familienleben, sondern auch insbesondere das Ehrenamt, denn keiner von beiden hat noch Zeit. Viele schlechter verdienende Paare haben bzgl. Eigentum oder Familienleben ohnehin keine Chance mehr, die müssen halt beide komplett rackern, um ökonomisch nicht völlig unterzugehen. Das Ganze wird dann als "Gleichberechtigung" geframed, was es in vielen Situationen sicherlich auch ist, aber für das Gros der deutschen Familien in Wahrheit ein ökonomisches Fiasko ist, weil der Markt nun überall 2x Gehälter einkalkuliert, statt 1x. Gesellschaften, in denen die "normalen/einfachen" Leute permanent und über mehrere Jahrzehnte dauerhaft und stetig härter über den Tisch gezogen werden, werden sich irgendwann in irgendeiner wie auch immer gearteten Art und Weise gegen das etablierte System wehren. Und seid es auch nur unterbewusst.


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