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Und täglich grüßt das Murmeltier... (BVB)

Giog, Mittelhessen, Dienstag, 25.02.2025, 13:58 (vor 351 Tagen) @ Phil
bearbeitet von Giog, Dienstag, 25.02.2025, 14:03

Ich finde die Dinge liegen dann schon etwas differenzierter vor uns.

Der BVB Geschäftsführer ist ein alter CDU Mann, der in der NRW CDU auch immer aktiv war und dort sicherlich eher dem konsvervativem Lager zuzuordnen ist. Insofern steht er auch Merz schon immer sehr nah.

Und egal was er getan hätte, er würde immer als der BVB-Watzke erkannt werden und als solcher wahrgenommen werden, sobald er irgendwo auf einem Parteitag oder sonstwo auftritt und Dinge vertritt.

Im übrigen trat er aber auch auf einem Parteitag auf, wo dann explizit und permanent, von Merz angefangen, gesagt wurde, dass man NICHT die AfD wählen solle und das man NICHT mit ihr zusammenarbeiten wird, geschweige eine Koalition mit ihr anstreben würde.

Diese Zurechnung von CDU-Positionen und -Äußerungen gilt dann aber auch in beide Richtungen: es war nämlich nicht nur der Parteitag, an dem die CDU eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen hat, sondern auch der Parteitag wenige Tage nachdem die CDU gezielt eine Mehrheit mit der AfD gesucht hat.


Dass dann auf der anderen Seite von seiner Seite aus, aber ja auch nicht nur von seiner, aber der BVB nun keine Wahlaufrufe für oder GEGEN Parteien abgeben sollte, ist dann schon doch nochmal etas anderes. Das kann man anders sehen / einschätzen, aber ich sehe da erst einmal keine Verlinkung zwischen "strenger Neutralität" und "aktiv für eine Partei" sein.
Für mich wurde durch das bisherige Handeln des Vereins (sei es im Hinblickk auf Antirassismus, Antisemitismus oder auch einfach indem man sich glasklar auf Seiten der Ukraine stellte) immer deutlich (und die Grundwerte waren dann ja der Deckel auf diesen Topf der Aktivitäten), dass für eine AfD im BVB Kosmos kein Platz ist. Wenn dasnn dieser Verein, vom Präsidenten bis hin zum Marketing der KGaA, in den Tagen vor der Wahl zum "wählen gehen" aufruft, um eben Demokratie und Freiheit zu schützen, dann ist das zumindest für mich glasklar und eigentlich das, wie weit man als so große (erst mal unpolitische) Organisation gehen sollte und vielleicht auch kann. Selbstredend hätte man auch weiter gehen können. Taten andere Konzerne auch, wenngleich auch nicht sonderlich viele (soweit ich das überblicke; also das sie explizit sagten "Wählt nicht die AfD!")

Damit wird die Bandbreite an möglichen Statements aber schon auch sehr verdichtet. Viele andere Vereine haben es ja vorgemacht: man muss die AfD nichtmals namentlich nennen, man hätte aber sehr wohl wertebezogene Positionen zur Wahl einnehmen und diese klar kommunizieren können und sich dabei bequem auf den Grundwertekodex berufen können. Das wäre definitiv mehr gewesen, als der völlig neutraler Wahlaufruf - und manch einer hätte damit noch nicht einmal seine "wir können nicht XX % der Mitglieder von Borussia Dortmund als Nazis abstempeln"-Haltung aufgeben müssen.

Was die internen Abläufe betrifft, wie dieser BV Antrag behandelt wurde und mit welchen Argumenten dann da hantiert wurde, steht ja auch einem anderen Blatt und ist dann ja tatsächlich erst einmal intern. Es sei denn, alle sind bereit das transparent darzulegen (also wie sah der Antrag zunächst aus, was beihnahltet er usw. usf.).

Naja: Mit "das ist intern" unterbricht man ja die gesamte Argumentationskette des Artikels, denn der entscheidende Punkt für den Autor war nunmal der Umstand, dass die so hoch gehaltene Neutralität nicht mit anderen Aktivitäten von KGaA-Mitarbeitern zusammenpassen. Dazu muss man ja auch nicht den gesamten Prozess veröffentlichen, es reicht ja die vorgetragene Stellungnahme, dass "parteipolitische Neutralität" das zentrale Argument der Ablehnung durch die KGaA war.

Edit: Kleiner Nachtrag, weil das vermutlich auch eine wesentliche Meinungsverschiedenheit in unserer Prämisse ist. Ich teile nicht deine Annahme, dass ein gravierender qualitativer Unterschied besteht zwischen dem, was der Kopf der KGaA sagt, und was der Verein vertritt. Ich finde schon, dass es vermutlich keine größere Prägung der Außendarstellung von Borussia Dortmund gibt, als durch Aki Watzke. Ich würde das sogar gleichsetzen.


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