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Neu auf schwatzgelb.de: Jürgen Klopp zu Red Bull: Entkultet (BVB)

burz, Lünen, Donnerstag, 10.10.2024, 12:34 (vor 493 Tagen) @ koom

Darf ich dann die Frage stellen, was Dich hier veranlasst, sehr rege an Diskussionen wie diesen teilzunehmen? Bei mir ist es definitiv der Glaube, dass der BVB ein besonderer Club ist. Und damit meine ich eben auch einige Protagonisten, die unseren Club sportlich mehr oder weniger lange begleitet haben.


Ich mag Fußball und die Diskussionen darum herum. Dieses Traditionsgeschwurbel empfinde ich insgesamt als eher albern und hinderlich. Zum BVB empfinde ich Sympathien, durchaus wegen Klopp, aber weil der BVB so ein Stück weit ein schlafender Riese ist (eher einer mit Schlafstörungen).

Ich frage mich da, wie sich Sympathien losgelöst von der Geschichte eines Vereins entwickeln können. Nichts anderes ist Tradition. Deine mehr oder weniger ausgeprägte Sympathie zum BVB basiert auf Jürgen Klopp. Also einer Geschichte seit 2008. Die Dosen sind sicher schon mehr als ein schlafender Riese. Wie schauts hier mit Sympathien aus?
Ich tue mich jedenfalls schwer damit Sympathien nur aufgrund sportlicher Gegebenheiten zu entwickeln. Das ist mir zu amerikanisch und vielleicht auch Bayernstyle, dass man seine Sympathien nach der Perspektive des perspektivisch schönsten Fußballs ausrichtet.

Jürgen Klopp hat nach meiner Erinnerung erst kürzlich den Vergleich von Mainz, Dortmund und Liverpool mit dem dreier Kinder angestellt. Man liebe seine Kinder alle gleich. Nun hat er also ein viertes Kind bekommen, das mindestens von den ersten beiden Kindern nicht geliebt und teils gehasst wird. Um im Bilde zu bleiben, wird er damit leben, dass diese 2 Kinder die Beziehung zu ihm beenden werden. Ihm ist das offensichtlich total egal. Dennoch hat er erst vor kurzem dieses Bild erst erschaffen. Warum?


Weil er es so empfindet. Er ist schlichtweg mit ganzem Herzen bei diesen Aufgaben gewesen und selbst wenn es Phasen gab oder ein Ende, das eher negativ war, behält er die ganzen tollen Momente bei. Es ist Teil seines Lebens, das bleibt es auch. Klopp ist jemand, der im hier und heute lebt, der den Sport liebt. Dieses Traditionsgeschwurbel war immer problematisch, weil man daran nichts ändern kann und es Zwänge und Regeln auferlegt, die nur behindern, auf irgendwelchen urtümlichen Glaubenssätzen beruhen und "absolut" sind. Das taugte Klopp nie, der auch nie akzeptierte, das Mainz 05 Zweitligist sein müsse, oder das man mit Libero spielen muss undundund.

Ich glaube annähernd jeder BVB Fan respektiert die Arbeit von Vereinen wie Augsburg oder Mainz. Das war auch nicht mein Punkt.
Du hast die Sicht Jürgen Klopps vermutlich sehr treffend dargestellt. Es ist aber eben auch bezeichnend, dass Du auf den Kern meines Statements nicht eingegangen bist. Ja, Jürgen Klopp empfindet oder empfand die 3 Vereine wie seine Kinder. In seiner Welt können sie vielleicht auch seine Kinder bleiben. Aber was ist denn das für ein Bild, wenn die Sicht der Kinder hier außen vor bleibt? Offensichtlich eine ziemlich einseitige Liebe, von der man ja dann auch nicht mehr sprechen kann, wenn einem die Zuneigung der Kinder egal ist. Er hat in seiner Laufbahn Dutzende solcher Bilder aufgemacht und hat es bis zuletzt getan. Das finde ich in erster Linie enttäuschend. Er hätte genügend Möglichkeiten gehabt, seine Kinder gar nicht oder weniger zu verärgern.

Nun reden hier alle davon, dass es im Fußball nur um Geld geht. Trifft das denn tatsächlich auf Leute wie Lars Ricken oder Michael Zorc zu? Ist Jürgen Klopp also der letzte Beweis dafür, dass jeder, wirklich jeder Protagonist im Fußball ausschließlich geldorientiert ist oder ausschließlich seinen eigenen Karriereplan mit "spannenden Projekten" verfolgt.


Klopp nimmt das Geld mit. Aber er wird keinen Job machen des Geldes wegen. RB quasi "anzuführen" und dort zu wirken ist eine spannende Aufgabe, die auf Jahrzehnte den Fußball verändern kann. Und ich glaube nicht, dass Klopp dabei daran denkt, dass nur noch RB gegen RB spielt, sondern das er nachhaltig den Fußball positiv verändert. Bessere Trainerausbildung bspw.

Wenn er dort ähnlich erfolgreich agiert wie zuvor, wird das eben auch einen Einfluss auf Konkurrenten wie den BVB haben. Ihm muss doch klar sein, was es Fans des BVB bedeuten würde, wenn man dauerhaft von einem Konstrukt wie RB abgehängt wird. Passiert dies auf einem sportlichen Level beispielsweise durch Stuttgart oder Eintracht Frankfurt dürfen wir uns gerne an die eigene Nase fassen. Passiert das aber durch ein Konstrukt, das ausschließlich existiert, um mehr Energydrinks zu verkaufen, dann sehe ich den Fehler eben nicht nur beim BVB. Auch diese Denke ist ihm offensichtlich fremd. Unter den Umständen hätte er dann auch bitte auf Verneigungen vor der Südtribüne verzichten dürfen. Er ist klug genug zu wissen, wie weit er von dem Verständnis eines Südtribünenbesuchers (inzwischen) entfernt ist.

Der Sprung ist vermutlich hier für viele schwierig, sich von dem Traditions/Religionsdenken zu lösen und nur den Sport als solchen zu begreifen.

Für mich hat das mit Religion wenig zu tun. Ich kann akzeptieren, wenn es Betrachter wie Dich gibt, die im Fußball fast ausschließlich an den Ereignissen auf dem Platz interessiert sind. Umgekehrt erwarte ich aber auch, dass Begriffe wie Geschwurbel hier außen vor bleiben. Wir reden hier von Millionen von Fußballfans, die deutschlandweit über die Tradition ihren Verein gefunden haben. Und ich sehe zumindest nicht, dass dies schlechter ist als dieses moderne Bild eines Fußball-Sympathisanten, das aus Deiner Sicht anscheinend unabwendbar ist.


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