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Neu auf schwatzgelb.de: Jürgen Klopp zu Red Bull: Entkultet (BVB)

koom, Donnerstag, 10.10.2024, 11:27 (vor 493 Tagen) @ burz

Darf ich dann die Frage stellen, was Dich hier veranlasst, sehr rege an Diskussionen wie diesen teilzunehmen? Bei mir ist es definitiv der Glaube, dass der BVB ein besonderer Club ist. Und damit meine ich eben auch einige Protagonisten, die unseren Club sportlich mehr oder weniger lange begleitet haben.

Ich mag Fußball und die Diskussionen darum herum. Dieses Traditionsgeschwurbel empfinde ich insgesamt als eher albern und hinderlich. Zum BVB empfinde ich Sympathien, durchaus wegen Klopp, aber weil der BVB so ein Stück weit ein schlafender Riese ist (eher einer mit Schlafstörungen).

Jürgen Klopp hat nach meiner Erinnerung erst kürzlich den Vergleich von Mainz, Dortmund und Liverpool mit dem dreier Kinder angestellt. Man liebe seine Kinder alle gleich. Nun hat er also ein viertes Kind bekommen, das mindestens von den ersten beiden Kindern nicht geliebt und teils gehasst wird. Um im Bilde zu bleiben, wird er damit leben, dass diese 2 Kinder die Beziehung zu ihm beenden werden. Ihm ist das offensichtlich total egal. Dennoch hat er erst vor kurzem dieses Bild erst erschaffen. Warum?

Weil er es so empfindet. Er ist schlichtweg mit ganzem Herzen bei diesen Aufgaben gewesen und selbst wenn es Phasen gab oder ein Ende, das eher negativ war, behält er die ganzen tollen Momente bei. Es ist Teil seines Lebens, das bleibt es auch. Klopp ist jemand, der im hier und heute lebt, der den Sport liebt. Dieses Traditionsgeschwurbel war immer problematisch, weil man daran nichts ändern kann und es Zwänge und Regeln auferlegt, die nur behindern, auf irgendwelchen urtümlichen Glaubenssätzen beruhen und "absolut" sind. Das taugte Klopp nie, der auch nie akzeptierte, das Mainz 05 Zweitligist sein müsse, oder das man mit Libero spielen muss undundund.

Nun reden hier alle davon, dass es im Fußball nur um Geld geht. Trifft das denn tatsächlich auf Leute wie Lars Ricken oder Michael Zorc zu? Ist Jürgen Klopp also der letzte Beweis dafür, dass jeder, wirklich jeder Protagonist im Fußball ausschließlich geldorientiert ist oder ausschließlich seinen eigenen Karriereplan mit "spannenden Projekten" verfolgt.

Klopp nimmt das Geld mit. Aber er wird keinen Job machen des Geldes wegen. RB quasi "anzuführen" und dort zu wirken ist eine spannende Aufgabe, die auf Jahrzehnte den Fußball verändern kann. Und ich glaube nicht, dass Klopp dabei daran denkt, dass nur noch RB gegen RB spielt, sondern das er nachhaltig den Fußball positiv verändert. Bessere Trainerausbildung bspw.

Der Sprung ist vermutlich hier für viele schwierig, sich von dem Traditions/Religionsdenken zu lösen und nur den Sport als solchen zu begreifen.


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