schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Zurück auf den richtigen Weg (Spieltage)

DembelesSchwacherFuß, Sonntag, 12.11.2023, 12:25 (vor 795 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Nach nun schon elf Jahren mit den Bayern als Deutscher Meister und einer Dortmunder Mannschaft, die wenig Gutes zeigt und leider auch keine positive Entwicklung andeutet, setzt eine gewisse Frustration ein. Für mich war wichtiger Bestandteil des Dortmunder Wegs, eine junge Mannschaft mit technisch hochbegabten jungen Talenten und erfahrenen Führungsspielern aufzubauen. Zugegebenermaßen risikoreich, aber dafür umso spannender zu beobachten. Eine Mannschaft, wie sie Lucien Favre zur Verfügung stand. Spieler wie Diallo, Akanji, Hakimi und Sancho, die gerade am Beginn ihrer Karriere standen. Komplettiert wurde das Team von Witsel, der mit großer internationaler Erfahrung nach Dortmund kam und in seiner ersten Saison mit starken Leistungen zu überzeugen wusste. Nicht zu vergessen natürlich Marco Reus, der 2018/2019 wahrscheinlich seine stärkste Saison in schwarz gelb absolvierte. Zwar gelang dieser Mannschaft am Ende der Saison nicht der große Erfolg, in Form der Deutschen Meisterschaft, aber dennoch konnte das Team in vielen Spielen begeistern und besonders überzeugend siegen. In meiner Wahrnehmung war die Identifikation mit der Mannschaft hoch. Junge Talente schafften den Druchbruch, indem sie Spielzeit und das Vertrauen des Trainers erhielten. Eine Parallele, die man in der Saison 2023/24 unter Terzic vergeblich sucht.

Ich denke, ich spreche für viele, wenn ich sage, dass mir eine spielerisch überzeugende Mannschaft lieber ist, als eine erfolgreiche Mannschaft. Im Optimalfall begünstigt natürlich das eine das andere.

Bei dem Blick auf die Kader vergangener Saisons lasse ich bewusst die Namen von Haaland und Bellingham aus, da die beiden absolute Monstertransfers waren, die man kaum zum Maßstab machen sollte. Es wäre unfair, den Verantwortlichen vorzuwerfen, nicht jährlich einen neuen „Bellingham“ aus dem Hut zu zaubern. So funktioniert das Fußballgeschäft nicht.

Jedoch bleibt der Kritikpunkt, dass Dortmund seit der Übernahme der sportlichen Verantwortung von Sebastian Kehl und Edin Terzic schlichtweg weniger (bis gar keine) Transfers tätigt, die eine gewisse Vorfreude auslösen. Abseits der subjektiven Fanwahrnehmung, wäre es aus Vereinsperspektive natürlich wichtig, Werte im Kader zu schaffen. Trotz unbestreitbar hoher Transfereinnahmen der letzten Jahre, die anteilig mit einem klaren Plan in den Kader investiert werden sollten, ist der sportliche Output der Neuzugänge äußerst überschaubar. Die Krönung erfolgte dann im vergangenen Transfersommer.

Im Nachhinein ist es natürlich immer leicht, zu behaupten, man selbst hätte es besser gewusst, aber im Bezug auf die Außenverteidigerposition behaupte ich genau das. Bereits im Dezember 2022 habe ich mich gefragt, wie lange es dauern kann, bis Borussia Dortmund in Verhandlungen mit Grimaldo tritt, dessen Vertrag im Sommer 2023 auslaufen wird. Statt auf Girmaldo legten die Dortmunder Verantwortlichen ihren Fokus auf Bensebaini. Gut, dachte ich mir, dann wird wohl ein Premier League Verein, mit mehr Geld und einer besseren sportlichen Perspektive das Rennen um Grimaldo machen. Stattdessen durften wir mitansehen, wie Bayer Leverkusen, die zu diesem Zeitpunkt weit von einer Qualifikation für die Champions League entfernt waren, den Zuschlag bekam. Gewiss hat auch Xabi Alonso hier seine Rolle gespielt, ein Trainer der offensichtlich trotz seiner jungen Karriere bereits international viel Respekt genießt. Weshalb die Dortmunder Verantwortlichen genau Bensebaini gegenüber vielen möglichen Optionen (auch außerhalb der Bundesliga!) bevorzugten, erschließt sich mir bis heute nicht. Es war absolut offensichtlich, dass Bensebaini nicht das nötige Niveau mitbringen wird. Mein Gedanke bei der Verkündung des Transfers war: „Der sitzt spätestens im Oktober auf der Bank“. Ich muss mich an der Stelle korrigieren, es hat bis Anfang November gedauert, aber das mag auch dem Umstand geschuldet sein, dass es neben ihm keinen anderen Linksverteidiger im Kader gibt.

Aber hey, vielleicht ist das ja Teil eines größeren Planes. Vielleicht möchte Borussia Dortmund auf Dreierkette umstellen und Bensebaini auf der Position des linken Innenverteidigers einsetzten. Auf dieser Position hatte er auch seine besten Spiele für Gladbach gemacht. Oder vielleicht möchte man ihn nur als zweiten Linksverteidiger und die A-Lösung lässt noch auf sich warten. Um diese Fragen zu beantworten. Nichts dergleichen ist eingetreten.

Stattdessen spielt nun ein Spieler, der eigentlich für die rechte Verteidigerposition eingeplant war, auf Bensebainis Position. Damit ist die Rechtsverteidigerposition nur unzureichend besetzt. Niklas Süle fehlt zweifellos die nötige Athletik und Marius Wolf schlichtweg die Qualität, um ein ersthafte Optionen auf dieser Position darzustellen.

Das sind für mich eklatante Fehler in der Kaderplanung. Mir fehlt der Einblick in die Abläufe der Kaderplanung, aber im Zweifelsfall würde ich die Verantwortung bei Sebastian Kehl sehen. Ich hoffe inständig, dass es nicht so läuft… Terzic wünscht, Watzke segnet ab und Kehl muss erfüllen. Das wäre doch ein wenig amateurhaft, scheint aber von der Realität nicht weit entfernt zu sein.

Meiner Meinung nach müssen personelle Konsequenzen gezogen werden. Abseits der Emotionen und der großen Fankultur, ist Fußball ein berechenbares Geschäft mit kleineren Unwägbarkeiten. Wer über hohe Fachkompetenz verfügt, sollte in der Lage sein, die richtigen Entscheidungen im Bezug auf Kader und Spielweise treffen zu können. Dass es im Moment an dieses Kompetenzen mangelt, bekommen wir Woche für Woche vor Augen geführt.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


1523629 Einträge in 16372 Threads, 14353 registrierte Benutzer Forumszeit: 15.01.2026, 15:56
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln