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Baerbock für Lieferung schwerer Waffen (Politik)

Ulrich, Montag, 11.04.2022, 19:21 (vor 1360 Tagen) @ tim86

Zu Scholz selbst, er ist leider kein großer Redner, war er auch als Bürgermeister in Hamburg nicht. Er arbeitet lieber in stillen und zeigt irgendwann Ergebnisse. So hat er z.B. das Desaster des Elbphilharmonie Bau in Hamburg neu organisiert und so verhindert, dass es zu weiteren Verzögerungen kam. Das hat er damals aber nicht mit großen Reden bekannt gegeben. Ich wäre mir also nicht sicher, wie viel Führung oder eben keine Scholz hinter verschlossenen Türen vornimmt.

Genau das ist der Punkt. Scholz arbeitet im Hintergrund. Er ist kein Show-Man wie z.B. Boris Johnson. Aber anders als Johnson liefert er am Ende solide Ergebnisse. Weder die Probleme in der Ukraine noch die der deutschen Wirtschaft lassen sich vor den Kameras lösen.


Und die Waffenlieferungen sollte man nicht vergessen, dass die aktuelle Verteidigungsministerin erst kurz im Amt ist, dafür dass die Bundeswehr so schlecht ausgestattet ist und nicht viel Funktionstüchtiges Material auf Halde hat, sind eher ihre Vorgänger schuld.

Die Bundeswehr und das Bundesverteidigungsministerium befanden sich in der Tat in einer desaströsen Verfassung. Dazu haben auch hausgemachte Probleme viel beigetragen. Der Skandal um die Gorch Fock, riesige Probleme bei den neuen Fregatten der Marine, U-Boote, von denen zeitweise wegen Ersatzteilmangels kein einziges zur Verfügung stand, Kampfflugzeuge, die ebenfalls wegen Ersatzteilmangels am Boden bleiben mussten. Schützenpanzer Puma, die erst 2030 komplett zur Verfügung stehen sollen. Transportflugzeuge, die massive Probleme mit den Triebwerken haben, und, und, und.

Und beim Personal der Bundeswehr läuft es ebenfalls alles andere als rund. Rechtsradikale Umtriebe nicht nur beim KSK, ein Kommandeur, der Container zum Einsammeln "verschwundener" Munition aufstellen ließ und der jetzt ein Strafverfahren am Hals hat. Ein Admiral, von dem man wusste, dass er völlig irre drauf war, und den man vor einem Jahr trotzdem zum Inspekteur der Marine befördert hat, Und, und, und ....

Einiges war schon unter Annegret Kramp-Karrenbauer etwas besser geworden. Aber bei weitem nicht alles, siehe z.B. "schöner Kay". Und die Aufräumarbeiten werden noch weitere Jahre dauern.

Was übrigens die funktionstüchtigen Leopard-1-Panzer angeht, so habe ich vor einigen Tagen auf Twitter ein interessantes Papier gefunden. Ein von der Bundeswehr Anfang der Neunziger erstellter Vergleich zwischen der damals noch vorhandenen Variante des Leopard 1 und der vereinfachten Export-Version des T-72, den die die Bundeswehr von der NVA übernommen hatte: https://twitter.com/KampfmitKette/status/1465036606713257994/photo/1 und https://twitter.com/KampfmitKette/status/1465036822443180032

Bereits damals war der T-72 dem Leopard 1 in einigen Bereichen überlegen. Die NVA-Modelle hatten keine vernünftig stabilisierten Kanonen, ihnen fehlten gute Nachtsichtgeräte, etc. All das dürften die russischen Modelle mittlerweile haben. Zudem wird klar, dass die russischen Panzer ganz anders eingesetzt werden als die westlichen. Der T-72 ist für den Angriff ausgelegt. Große Einheiten sollen gegnerische Verteidigungslinien durchbrechen. Alles ist auf die Vorwärtsbewegung optimiert. Der Leopard hingegen ist so konzipiert, dass er gegnerische Angriffe abbremsen soll. Hier wird viel Wert auf flexiblen Einsatz, das Beherrschen von Ausweichmanövern, etc. gelegt. Russische Panzer haben nur einen Rückwärtsgang, maximale Geschwindigkeit je nach Typ 5 bis 10 km/h. Überlebensfähig ist der Leopard 1 nur, wenn die Besatzung das eigene System sowie das Zusammenspiel mit anderen Kampfpanzern, Schützenpanzern, Infanterie, etc. beherrscht. Aber um sich das alle anzueignen benötigen auch erfahrene ukrainische Panzerbesatzungen Zeit.


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