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Neuer Trainer: Habt ihr Vorschläge? (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 23.11.2019, 12:19 (vor 2475 Tagen) @ MalteS


Aktuell stellt sich aber sogar die Frage, wieso einer von Ajax zu Dortmund gehen sollte.


Die Frage ist in der Tat berechtigt.

Man könnte ihn mMn überzeugen, wenn man ihm eine Perspektive aufzeigt wie man es seinerzeit mit Klopp getan hat. Er bekommt fußballerisch freie Hand, gleichberechtigtes Mitspracherecht bei Spielertransfers, Rückendeckung bei unpopulären Personalentscheidungen. Gleichzeitig verkleinert man wieder die Entscheiderebene und fokussiert sich wie früher auf den Trainer, Zorc und Watzke. Das Konstrukt mit Sammer wird beendet. Letztlich hat der BVB größere Möglichkeiten als Ajax und diese nutzen zu können könnte durchaus ein Anreiz sein


Ist die Frage, wie glaubwürdig unsere Verantwortlichen nach dem öffentlichen Umgang mit Tuchel, Favre und mit Abstrichen Bosz noch haben.

Man müsste ‚nur‘ wieder zur Arbeitsteilung zurückkommen, die unter Klopp einer der Garanten des Erfolges waren. Der Trainer ist für die fußballerische Ausrichtung und die entsprechend Umsetzung verantwortlich und bestimmt bei Scouting und Transfers maßgeblich mit. Zorc kümmert sich um alle vertraglichen Aspekte, koordiniert Scouting und Kaderplanung, führt Transferverhandlungen. Watzke führt das Unternehmen als Geschäftsführer und hält sich aus dem sportlichen Bereich heraus.

Klopp wusste damals genau, welche Forderungen er zu stellen hatte, damit er die von ihm gewünschte und benötigte carte blanche im fußballerischen Bereich zugestanden bekam. Ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass sich spätestens nach dem CL-Finale die Beteiligten sich zunehmend nicht mehr an die Rollenverteilung gehalten haben, sodass es unweigerlich in der ersten wirklichen Krise (die Schaber bereits früher angedeutet hatte) zum Bruch kam.

Ich stehe auch dem Narrativ skeptisch gegenüber, das Tuchel die Hauptverantwortung für das letztendliche Scheitern der Zusammenarbeit zuweist. Man hat einen Nachfolger für Köopp gesucht, war aber nicht bereit, ihm die gleiche Rolle zuzugestehen wie Klopp. Das gilt für Bosz und Favre noch deutlich mehr. Ich halte es für bedenklich, wenn die ‚Elefantenrunde‘ Watzke, Zorc, Kehl und sogar den ‚externen Berater‘ Sammer umfasst, den Trainer aber nicht.

Die Miteinbeziehung Sammers als ‚externen Berater‘ war im Prinzip das Eingeständnis, eigene Defizite in der Einschätzung der fußballerischen Aspekte zu haben. Doch statt eine ‚Graue Eminenz‘ im Club zu installieren, hätte man eher den Weg mit den Trainern weitergehen sollen, den man mit Klopp gemeinsam erfolgreich beschritten hatte.

Ein renommierter Trainer, der umworben ist und nicht unbedingt auf eine neue Anstellung angewiesen ist, wird sich die interne Konstellation sehr genau anschauen und diese meiner Einschätzung nach nicht akzeptieren.


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