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Aber mal so alles in allem... (BVB)

Djerun, Dienstag, 24.09.2019, 13:38 (vor 2433 Tagen) @ Phil

Was unfassbar ist. Denn Borussia Dortmund gibt es nun in einigen Wochen seit 110 Jahren. Und in dieser Zeit wurden insgesamt 15 Titel gewonnen (Supercuptitel mal außen vor). Gewiss, auch einige Finalteilnahmen und Vizemeisterschaften errungen, aber selbst wenn man die mitzählt, kommt man auf eine Anzahl dessen, dass im Grunde jeder Titel ein absolutes Highlight sein muss.

Den FC Bayern wird es in einigen Monaten seit 120 Jahren geben. Und hat 59 Titel gewonnen. Das ist dann schon eine völlig andere Nummer.

Das erinnert mich so ein wenig an die Argumentation von Politikern. Relativieren, die Geschichte heranziehen, Statistiken, die nachvollziehbar klingen...
Die aktuelle Situation des BVB ist aber nicht mehr vergleichbar mit der vor 100, 50, 20 oder auch 10 Jahren. Wenn RaBa so denken würde, müssten die ja Depressionen kriegen. Ich glaube kaum, dass die erst in 30 Jahren ihren ersten Titel feiern werden...
Wirtschaftlich und von den Rahmenbedingungen her konkurriert der BVB nicht mehr mit 5,8 oder 10 anderen Vereinen um die Titel, sondern ist klarer nationaler Zweiter. Und es gilt, den Ersten anzugreifen mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Wenn ich dann solche Auftritte wie in Berlin sehe oder auch das eine oder andere Spiel, wo dann zumindest noch ein Punkt geholt wurde - vielleicht sogar gedreht wurde - dann habe ich diesen Eindruck nicht, was die Akteure auf und direkt neben dem Platz angeht. 70 Punkte waren vor 10 Jahren unglaublich. Heute reißen 70 Punkte selbstverständlich keinen BVB-Fan mehr vom Hocker. Jedes einzelne Spiel hat eine wesentlich größere Bedeutung, je höher man die Ziele steckt. Und ich möchte einfach den Eindruck haben, dass das allen Beteiligten wirklich klar ist...

Nun hat man dieses Jahr mal einen anderen Ansatz gewählt. Eine Fragestellung, um die man sich seit Jahren herumbewegte. Aber ja, man entschied sich, zu sagen: Wir wollen Meister werden.

Aber natürlich ist man nicht völlig blind und sieht ja weiterhin, mit welch großem Vorsprung in wirtschaftlicher Hinsicht der FC Bayern agiert.

Dennoch will und wollte man so ein Feuer entfachen - was ja durchaus auch immer wieder aus der Fanlandschaft gefordert wurde. Das man die Ziele auch mal klar formulieren muss, wenn man sie erreichen will. Und nur so man die Voraussetzungen dafür schafft, auch Unterlegenheit zu überwinden.

Aber es hat kaum gezündet. Bereits nach dem 5:1 gegen Augsburg wurde gemurrt, dass das überhaupt nicht wirklich souverän gewesen sei, Augsburg fürchterlich schlecht und keinerlei Maßstab für irgendwas. In Köln nahm das ganze dann seinen weiteren Lauf. Dann kam das wirklich richtig miese Spiel in Berlin...

Selbst nach dem 4:0 über Leverkusen konnte man reihenweise Kritik vernehmen. Zu passiv am Anfang, zu wenig Kontrolle nach dem 1:0, zu viel hiervon und zu wenig davon etc. etc.

Dann Barcelona. Ein großer Abend in meinen Augen. Aber klar, man konnte das Spiel nicht gewinnen. Woraus dann direkt auch wieder Kritik entstand: Man habe nicht den absoluten Siegeswillen, sei zu schnell zufrieden, Reus würde ohnehin immer wenn es wichtig ist versagen, dieses schwache Barcelona muss man schlagen und sowieso, die Chancensverwertung dann nicht wirklich auf ausreichendem Niveau.

Ich denke, du packst da vieles Verschiedenes in einen Sack. Für mich waren Uerdingen, Augsburg und Köln noch "Vorbereitungszeit". Da können noch nicht alle Abläufe passen usw. Kein Thema. Die Sicherheit wird zunehmen, die Fitness sich entwickeln. So wurde es ja auch kommuniziert. Es war auch noch nicht alles Gold, was geglänzt hat, aber die Ergebnisse stimmten erwartungsgemäß. Berlin dann war einfach unerklärlich und unentschuldbar...
Es fehlt das Bewusstsein, dass wir ein Spiel kontrollieren können über 90 Minuten. Es fühlt sich eher an wie der Tanz auf der Rasierklinge, bei dem Kleinigkeiten das Pendel in die eine oder andere Richtung ausschlagen lassen können - egal gegen wen. Wenn jeder der Beteiligten zu 100% bei der Sache ist, dann ist vieles möglich, wie Spiele gegen Barca oder aber auch die Punktausbeute gegen die Top-Teams der Liga letzte Saison zeigen. Wenn es dann aber gegen die Kleinen so gar nicht reicht, dann gibt es dafür nicht mehr viele Ursachen neben der Einstellung (taktisch wie mental)...

Es gibt ja im Grunde gar keine "innere Ruhe" mehr. Was auch daran liegt, dass es viele verschiedene Erklärungsansätze bei jenen gibt, die nicht zufrieden sind. Und so findet sich jede Woche irgendwas, was es zu kritisieren gilt und woraus man ableitet, dass das eh alles gar nichts werden kann...

Wo soll denn - auch aus dem oben beschriebenen heraus - ein Grund-Vertrauen in die Mannschaft/das gesamte Team herkommen, wenn Negativergebnisse insbesondere gegen kleine Teams in regelmäßigen Abständen auftreten...?


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