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Exkursion in die zivilisierte Welt des 21. Jhs.: (Sonstiges)

Lattenknaller, Madrid, Donnerstag, 16.07.2026, 13:04 (vor 3 Tagen) @ Volvic

Kann dazu nur was bzgl Spanien sagen, egal ob Valencia oder Teneriffa, überall im kleinsten Laden die Möglichkeit, per Karte zu zahlen. In Valencia die Öffis ein absoluter Traum, kurz getaktet und absolut pünktlich. Ein öffentliches Fahrrad-Leihsystem, das ebenfalls per App funktioniert, das seines gleichen sucht. Was die behördliche Digitalisierung betrifft liegt das Land europäisch ganz weit vorn, schon seit 2007 haben die Menschen dort nicht nur die Möglichkeit, sondern das Recht, ihren Kram vollständig digital abzuwickeln. Und Netz haste da überall, sogar in den Bergen auf Teneriffa.
Wir sind hier zur Bananenrepublik verkommen - und dabei ist jede Bananenrepublik inzwischen moderner als der Laden hier.

Das stimmt schon, dass bei den Behörden weitestgehend alles digital abläuft. Aber es gibt schlicht Situationen, wo Du immer noch selber antanzen musst. Anmeldungen bei Schulen sind vor Ort. Habe ich gerade wieder hinter mir. Die Verkehrsbehörde lässt Dich auch gerne persönlich antanzen. Und alles was mit Polizei zu tun hat. Und viele Dinge werden beim Notar gemacht, da musst Du dann danach zum Unternehmensregister oder sonst wohin. Geht auch nicht online, da man immer seine notarielle Abschrift direkt vorlegen muss.
Ansonsten läuft alles digital, das ist korrekt. Das bedeutet aber nicht zwingend schlankere Bürokratie. Die Spanier lieben ihre Formulare, Modelos genannt. Da gibt es so viele davon. Für die Subvention meiner Solaranlage musste ich irgendwie um die 10 unterschiedliche Formulare einreichen. Das dreimal. Digital heißt nicht zwingend schlank. Es läuft deutlich besser als in Deutschland aber man ist weit weg von Estland. V.a. weil die Spanier Bürokratie heiß und innig lieben. Im öffentlichen Sektor zu arbeiten ist ja auch sehr beliebt und man verdient meist mehr als im Privatsektor. Da stehen tausende Schlange an, für die offenen Stellen, die es jährlich gibt.


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