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Toxischer Positivismus (Spieltage)

Dandee, Ort, Samstag, 08.02.2025, 22:53 (vor 346 Tagen) @ UpperEast

Wie ich seit geraumer Zeit immer wieder betone: Der Fisch stinkt vom Kopf her. Es geht nicht um toxischen Positivismus, sondern darum, dass man beim BVB seit Jahren versucht, die eigenen Leistungen damit zu rechtfertigen, dass man die Ansprüche immer weiter nach unten schraubt. Anstatt sich kritisch mit den eigenen Entscheidungen auseinanderzusetzen, wird das Narrativ gepflegt, dass der Klub über seinen Möglichkeiten spielt – und genau das ist das Problem.

Denn wenn sich Watzke und Co. eingestehen würden, dass man aus dem Glücksfall Klopp und einer zeitweise funktionierenden Strategie einfach zu wenig gemacht hat, dann müsste der Vergleich lauten: Ja, wir hätten mit unseren finanziellen und strukturellen Möglichkeiten viel mehr erreichen können. Doch genau diese Erkenntnis bleibt aus – stattdessen hält man an der bequemen Ausrede fest, dass mehr angeblich nicht möglich war.

Dabei zeigt der Blick auf die Zahlen ein ganz anderes Bild: Der BVB hat in den letzten acht Jahren immense Summen nicht nur für Transfers, sondern insgesamt in den Kader, die Infrastruktur und das gesamte Vereinsumfeld investiert. Und jetzt vergleichen wir das mal mit dem FC Bayern: Die haben im gleichen Zeitraum nur etwa 400 Millionen mehr für Transfers ausgegeben – aber in dieser Zeit unzählige Titel gewonnen, sich international etabliert und strategisch sinnvolle Entscheidungen getroffen, die den Verein sportlich und wirtschaftlich nach vorne gebracht haben.

Das zeigt doch ganz klar: Es lag nicht an den finanziellen Mitteln, sondern daran, dass man es nicht geschafft hat, aus diesen Ressourcen das Maximum herauszuholen. Man hatte nicht nur Geld, sondern auch strukturelle Vorteile: eine stabile Fanbasis, hohe Einnahmen, attraktive Rahmenbedingungen. Aber anstatt diese Potenziale konsequent zu nutzen, wurde immer wieder planlos investiert – sei es in überteuerte Transfers, Trainerentscheidungen ohne klare Philosophie oder eine Kaderplanung, die keinen langfristigen roten Faden erkennen lässt.

Und genau hier liegt der Knackpunkt: Wenn man sich weiter einredet, dass man schon überperformt, dann gibt es auch keinen Handlungsdruck. Dann kann man sich entspannt zurücklehnen und so tun, als hätte man alles gegeben. Doch wenn man es mal umdreht und die Realität anerkennt – nämlich, dass andere Klubs mit weniger Mitteln effizienter gewirtschaftet haben –, dann müsste man auch ehrlich zugeben: Der BVB hätte mit seinem gesamten finanziellen und strukturellen Spielraum viel mehr erreichen können.

Doch genau diese Einsicht bleibt aus. Statt einer klaren, konsequenten Strategie wurden Millionen und wertvolle Jahre vergeudet. Spieler wurden geholt, ohne langfristige Vision. Die eigene Infrastruktur wurde zwar modernisiert, aber ohne den erkennbaren Anspruch, stattdessen immer predigen: seid doch zufrieden wir sind schon besser als wir können. Und solange man sich weiter einredet, dass das alles alternativlos war, wird sich daran auch nichts ändern.


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