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Sollte sich der BVB ÖFFENTLICH gegen die AfD positionieren? (BVB)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Montag, 26.08.2024, 11:31 (vor 538 Tagen) @ MalteS
bearbeitet von FourrierTrans, Montag, 26.08.2024, 11:39

Danke, das würde ich so unterschreiben.

Zur Rolle des BVB: ja, der BVB hat sich in seiner Satzung und durch sein Engagement verschiedenen Werten verschrieben, ich finde allerdings nicht, dass man sich aus o.g. Gründen darauf beschränken muss. Seien wir mal ehrlich: Bildungsfahrten und Ähnliches sind extrem wichtige Angebote insbesondere für junge Menschen, aber haben lange nicht die öffentliche Wirkung wie ein entsprechendes Statement der Vereinsführung oder der Mitgliederversammlung.


Zumal der BVB in der Vergangenheit immer so gehandelt hat: Die Basisarbeit im Hintergrund (Gedenkstättenfahrten, Workshops, Vernetzung mit anderen Organisationen) hat sich stets abgewechselt mit öffentlichkeitswirksamen Statements wie beispielsweise der Spende an Yad Vashem oder "Kein Bier für Rassisten".

Eure Beiträge würde ich auch mit "Daumen hoch" unterschreiben.

Was mir im Kampf gegen die AfD (oder besser gesagt, gegen den galoppierenden Nationalismus und der zunehmend reaktionären Haltung, die AfD ist ja letztlich nur ein Ventil dessen) zudem fehlt:

1) Struktureller Realismus, so in die Richtung wie ihn Kenneth Waltz beschrieben hat. Dinge anzuerkennen, wie sie sich im globalen Kontext abspielen und eigene Schlüsse daraus zu ziehen, diese aber auch unaufgeregt und klar zu beschreiben. Das wird insbesondere in der deutschen Politik häufig nicht gemacht. Wir sehen in Teilen des Nahen und Mittleren Osten eine sehr betrübliche Situation, nicht zuletzt auch durch verfehltes Eingreifen westlicher Großmächte. Teile dieser Region, z.B. Syrien, Pakistan, Afghanistan, Irak, sind geprägt durch gröbster, struktureller Gewalt in vielen Bereichen der Gesellschaft und des Alltags. Der religiöse Extremismus ist, gepaart mit, in Teilen, nicht vorhandener Bildung, ein bisher nicht einzufangendes Problem. Mit Einwanderung aus diesen Ländern, wird man es nicht verhindern, dass auch mal Problemkinder dabei sind. Wie der junge Mann aus Solingen.
Wie kommuniziert nun die führende Politik? Also Ampel bzw. auch Union? Man versucht im Grunde, das Wahlvolk mit infantilster Sprache in Scheindebatten zu verwickeln.

Die Union: "Das geht nicht". Wir müssen jetzt einen kompletten Aufnahmestopp aus diesen Ländern durchsetzen.
Meine Frage: Selbst wenn, und wie? Wir finden ja nicht mal die faulen Eier, die schon zwei Jahre hier sind. Und dass, obwohl schon längst hätte nicht mehr hier sein sollen (war halt nicht zu Hause, blöd gelaufen). Völlig unglaubwürdig ohne intensivsten Grenzschutz und ohne nachvollziehbares Maßnahmenpaket.

Die SPD: Wir müssen präventiv arbeiten, der Radikalisierung "entgegenarbeiten". Alles andere geht sowieso nicht, rechtlich. Und man könne niemanden "die Tür vor der Nase zuschlagen".
Meine Frage: Wer soll sowas glauben? Da kommt ein Issa xy, der vermutlich sein Leben lang Gewalt und Krieg erlebt hat, der eine radikal-religiöse Einstellung imprägniert bekommen (die Verbindungen zu IS sind ja jetzt schon hinlänglich bekannt) und eine klare Mission hat, incl. grenzenlosen Hasse auf unsere Gesellschaft. Und die Sozialarbeiterin Jennifer wird ihn jetzt umdrehen und zu einem vorbildlichen Bürger transformieren?

2) Eine greifbare Vision, wohin sich dieses Land entwickeln soll, ganz generell gesprochen. Die großen Aspekte. "Wie soll unsere Wirtschaft ganz konkret in 10 Jahren aussehen, wie gehaltsstarke Jobs geschaffen werden?", "Wie wollen wir dem demografischen Wandel begegnen, mit erfolgreicher Immigration von motivierten Menschen, mit einer inhatlichen und geistigen Politik, die die Familienplanung in den Vordergrund stellt?", "Wie begegnet man internationalen Sicherheitsgefahren, speziell im Osten, wie werden wir militärisch und/oder nuklear unabhängig?", "Wie attackieren wir inhaltlich und ökonomisch erfolgreich den Klimawandel, wer muss in die erste Reihe treten dafür?".
Was mir von SPD, Union und co. quasi unterbewusst immer vermittelt wird: "Bloß nicht AfD!". Aber was ist denn Eure Idee für die BRD 2035? Wohin wollen wir und was sind die konkreten Schritte dahin? Ich sehe das nicht. Es geht primär immer nur darum, die anderen zu verhindern.
"Die anderen" hingegen haben eine relativ deutliche, wenngleich auch moralisch verwerfliche sowie stark reaktionäre, Vorstellung "ihres Deutschlands".

Und auch wenn die Spitzenpolitik die Wähler/innen offenbar zunehmend als geistig unterblichtete Masse betrachtet, die man in Kindersprache ansprechen muss und die sich permanent hinter die Fichte führen lässt: die Menschen merken das, unterbewusst, und sie mögen das nicht.


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