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So sicher wie das Amen in der Kirche... (Politik)

Schoeneschooh, CDMX, Mittwoch, 31.07.2024, 14:57 (vor 561 Tagen) @ Ulrich
bearbeitet von Schoeneschooh, Mittwoch, 31.07.2024, 15:01

Direkte Einblicke habe ich da jetzt nicht bei VW oder so. Wenn man als Unternehmen erstmal so eine Größe und Bedeutung erreicht hat, dann laufen viele Dinge vermutlich einfach schneller und einfacher mit dem richtigen Anruf.

Mein Schwager zum Beispiel ist Jurist und hat in verschiedensten Unternehmen intern die Eröffnung neuer Standorte begleitet (Baurecht, Anschlüsse, Genehmigungen, etc.). Da muss man natürlich relativ oft zur zuständigen Behörde. Wenn man da nicht mittelgroße Beträge in Cash bei dem zuständigen Sachbearbeitern bzw. deren Vorgesetzten abliefert, dann bekommt man keine Genehmigung. Oder man bekommt nach vielen Tagen immer wieder 8 Stunden ins Wartezimmer setzen eine halbe und wenn man dann aufmacht, kommt am zweiten Tag die Behörde und schließt wieder mit großen Aufklebern „Clausurado“ auf der Tür. Dann muss man doch wieder hin und Cash abliefern. Und nen kleinen Kickback bekommt man natürlich auch, damit man das Spiel schön immer weiter spielt. In einem Fall wurde von der Typ, der das Held angenommen hat, ganz offen als „el tiburon“ (der Hai) tituliert. Bestechungsgeld nennt man in Mexico „mordida“ (Biss) und der Typ hat halt immer sehr groß abgebissen. Das meine ich damit, dass das Alltag ist und die es sogar mit Humor nehmen („Hahahah der Hai, das ist ein guter Joke!“). Der einzige Arbeitgeber, der das nicht mitgemacht hat war eine große US Handelskette. Die haben das ein Stück weit ausgesessen und bis zum Ende wollte sich dann vermutlich mit dem Namen keiner anlegen. Aber es dauerte halt alles brutal lange.

Ein anderer Bekannter baut Straßen und liefert bei jedem Auftrag 10% in Cash in einer Sporttasche ab…wie in einem schlechten Film. Während der Bauphase gibt es dann noch andere „Mechanismen“ und am Ende leidet die Straßenqualität. Würde er das nicht tun, könnte er aber morgen zumachen, weil er genau 0 Aufträge erhalten würde.

Wie hat Salvador Dali angeblich mal so schön gesagt: “De ninguna manera volveré a México. No soporto estar en un país más surrealista que mis pinturas„


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