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Carsten Linnemann möchte die Stadien per KI überwachen lassen. (Fußball und Sport allgemein)

Pfostentreffer, Mittwoch, 27.12.2023, 14:05 (vor 765 Tagen) @ markus

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[quote]Es sind 1,4%.
[/quote]
Danke für die Korrektur. Wie Du sagst macht es das nicht besser und das Gerede von "sozialer Marktwirtschaft" absurd. Auf den internationalen Aspekt bezogen sowieso. Aber davon redet ja auch niemand.

Das macht es natürlich nicht besser. Aber deshalb muss man nicht den Kapitalismus in Gänze in Frage stellen.

Habe ich ja auch nicht getan glaube ich. Ich sehe die Vorteile und glaube wie der Jurist, das wir uns in den letzten Jahrhunderten nicht im Ansatz so schnell entwickelt hätten ohne Kapitalismus und Industrialisierung, die mMn bisher sehr gleichmässig verlaufen. Trotzdem hat er - wie so ziemlich alles - auch seine negativen Effekte neben vielen anderen vor allem die Zerstörung unsere Lebensgrundlagen. Aber da viele nicht im Ansatz ein Bewusstsein dafür haben, wie dramatisch sich hier in den letzten 3 Jahren die Situation verschlechtert hat, werden auch keine Sparpläne mehr helfen. Auch das ist Folge des Kapitalismus, ohne das ich eine bessere Alternative wüsste.

Auch im Kapitalismus lassen sich bestimmte Strukturen verändern.

Das stimmt absolut. Gleichzeitig stimmt auch, dass "der Kapitalismus" "bestimmte" schädliche Strukturen schützt.

Wird man zu schlecht bezahlt, hat man die Möglichkeit sich dagegen zu wehren (Vereinigungsfreiheit).
Auch hier: In der Theorie. Das blendet a)Abhängigkeitsverhältnisse aus und b) die beschränkten freien, geistigen finanziellen und sozialen Ressourcen der unteren 50 % aus. Ganz spezifisch in Deutschland, wo letztes Jahr bspw. ca. 50 % der Menschen, die ins Gefängnis gekommen sind, aus dem gleichen Grund ins Gefängnis kamen: Weil sie eine Rechnung nicht bezahlen konnten. Diese Menschen können den Tipp "spar doch mal ein bisschen" praktisch nicht so gut umsetzen. Auch hier eine Literaturempfehlung: "Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich" von Ronen Steinke. Teilweise schockierend, aber sehr erkenntnisreich. Der Autor hat zusätzlich noch ein sehr starkes Werk über den internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verfasst und aktuell ein Buch über den Verfassungsschutz, welches ich allerdings noch nicht gelesen habe.

Und gerade jetzt haben wir einen Arbeitnehmermarkt, der auch bleiben wird.
Da werden wir sehen. In der Theorie gebe ich Dir recht. Praktisch müssen wir abwarten, welche Effekte Klima-und Biodivesitätskatastrophe noch auslösen. Aktuell sehen wir nicht nur die Zunahme am Umweltkatastrophen (inklusive Pandemien), sondern auch, wie leicht sich Gesellschaften von Flüchtlingsströmen destabilisieren lassen. Die Flüchtlinge aus Syrien sind bspw. direkt Folge der Klimaktastrophe und wir alle haben gesehen, wie die Rechten es in den letzten Jahren genutzt haben, un die Gesellschaften zu destabilisieren. Und die fehlende Integration sowie die weitere Abwehr von Zuwanderung kostet bereits jetzt ganz konkret Arbeitsplätze. Mit dem Asylkompromiss wird dies noch weiter verschärft und doch befürchte ich, stehen wir hier erst am Anfang der Abwehrentwicklung und somit auch erst am Anfang der wirtschaftlichen Verluste durch Mangel an Arbeitsplätzen.

Da stehen jedem alle Türen offen. Es hat heute auch jeder die Möglichkeit, ziemlich einfach und kostengünstig Vermögen aufzubauen.

Auch hier, in der Theorie hast Du recht. Praktisch gibt es die Lebenswirklichkeit vieler Menschen wie oben beschrieben jedoch nicht her, aus sehr unterschiedlichen Gründen.


Das geht schon mit kleineren Beträgen. Man muss nur das gleiche tun, was alle Vermögenden tun. Das Geld gescheit anlegen und Marktrenditen mitnehmen. Also ein bißchen Eigeninitiative ist schon gefragt. Das fällt nicht einfach vom Himmel.


[quote]Wir leben auch gar nicht in einem ausschließlichen Kapitalismus. Der Begriff soziale Marktwirtschaft ist da schon genau richtig. 20% vom Bruttolohn gehen direkt in die Sozialkassen. Vom Arbeitgeber kommt der gleiche Anteil nochmal oben drauf. Dazu kommen die Lohnsteuer, die der Staat für die Allgemeinheit verwendet. Ich finde das, was von meinem Bruttoeinkommen runtergeht, schon enorm viel.
[/quote]

Bei den Einkommen aus Arbeit gebe ich Dir recht, als sozial empfinde ich es trotzdem nicht, was aber natürlich meine ganz persönliche Sache ist. Als "nicht vollständig unsozial / darwinistisch" würde ich noch mitgehen, dass wiederum würden andere als Wortklauberei bezeichnen.

Danke für die interessanten Punkte und Deine Expertise in privaten Finanzsachen, die meine übersteigt. Muss aber leider jetzt los.

> Ich bin dennoch dagegen, das zu ändern. Nicht jeder hat das Glück, ausgerechnet in Deutschland geboren zu sein. Wenn dann ein Teil für die Flüchtlingskrise draufgeht, ist das für mich okay. Schließlich haben wir lange genug andere Länder unterdrückt und ausgebeutet. Wer sich da wundert, dass diese Menschen dann irgendwann bei uns auf der Matte stehen, hat nicht wirklich viel mitbekommen.


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