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Carsten Linnemann möchte die Stadien per KI überwachen lassen (Fußball und Sport allgemein)

Timo_89, Dienstag, 26.12.2023, 15:30 (vor 766 Tagen) @ markus

Wenn es keine grundsätzliche Ausländerfeindlichkeit ist, dann ist es mindestens komplett realitätsfremd, wenn man tatsächlich glaubt, man könne einfach niemanden mehr reinlassen und dann wird schon alles gut. Es wird für 2024 mit steigenden Zahlen gerechnet. https://unric.org/de/un-fluechtlingshilfswerk-prognose2024/

Was bedeutet das? Dass zusätzlich zu den bisher geflüchteten Menschen weitere dazu kommen und zwar in noch größerer Zahl als in diesem Jahr. Jetzt mögen die Wutbürger mit ihrem Stammtischpopulismus vielleicht noch sagen, dass man dann einfach niemanden mehr reinlässt. Und was passiert dann? Sobald es an den Grenzen wirklich unschöne Bilder gibt (möglicherweise auch Anschläge) wird sich die Stimmungslage drehen. Dann ist ganz schnell das kleinere Übel, dann vielleicht doch zu verstehen, was in der Welt los ist, warum Menschen flüchten und dass man niemanden einfach an der Grenze verrecken lassen kann.


Wer sagt denn, dass man "niemanden" mehr reinlassen will? Niemand, den man ernst nehmen kann, spricht von Zahlen unterhalb von 200.000 Menschen pro Jahr? DASS es generell Zuwanderung gibt, ist doch Konsens, auch und gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel, die Schieflage der Rente in Zukunft, etc pp. Warum wirst du mit solchen Extrempositionen um dich? Hilft nicht.

Wenn wir davon ausgehen, DASS es Migration gibt, kann man sie trotzdem und sollte man sie auch unbedingt steuern. Der deutsche Staat hat seine Grenzen zu schützen und selbst zu entscheiden, wer in seinem Staatsgebiet lebt. Das kann dir gefallen oder nicht, ist aber Staatsaufgabe. Insbesondere in einem so besonders schützenswerten, weil ausgiebigen Sozialstaat, denn sonst funktioniert das auf lange Sicht nicht. Ich wiederhole übrigens auch hier den Satz von Gerald Knaus: Es gibt ein Recht auf Asyl, nicht aber auf Migration. Wo zieht man sonst die Grenze? Es gibt nahezu zu 95% der Welt ein Wohlstandsgefälle aus Deutschland heraus.

Die Bilder an den Grenzen entstehen im Idealfall nicht, wenn Menschen verstehen, dass sie auf legalem und ungefährlichem Wege über Kontingente, basierend auf Bedürftigkeit / Verfolgung aber auch Qualifikation und Fähigkeiten, legal nach Deutschland zuwandern könnten. Dann sind auch die Schlepper aus dem Spiel. So ist es einfach nur Survival of the fittest. Die richtig armen und schwachen bleiben zurück. Dazu müsste man konsequent temporär und glaubwürdig zeigen, dass es sich nicht mehr lohnt, sich auf diesem Weg nach Europa aufzumachen.

Das was du beschreibst, ist einfach ein totales Ohnmachtsgefühl, ein totales Hingeben den äußeren Umständen und die Aufgabe jedes staatlichen Ordnungsrahmens. Kann man ja politisch toll finden und propagieren, wird aber am Unwillen der Bevölkerung dies mitzutragen scheitern. Denn wie sollten Bürger dann verstehen, dass für sie Ordnungspolitik und Strafrecht weiter gelten, aber Asylgesetze und Einwanderungsrichtlinien nicht mehr gelten?

Am Ende kann Deutschland nicht immer weiter Menschen aus ärmeren Ländern in kurzer Zeit aufnehmen und selbst, wenn es das täte, wären immer noch viele Millionen Menschen in den Ländern zurückgelassen, die auch Hilfe bedürften. Deutschland hat schon viel getan und wird auch weiterhin viel tun, aber es gibt andere Länder, an dene es wesentlich mehr wäre, ihre Anstrengungen zu verstärken.


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