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Irgendwann ist jeder Spielstil überholt (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Dienstag, 05.09.2023, 02:25 (vor 903 Tagen) @ DaoNebula


Zu Werder: Mir waren die damals, zur großen "KATS"-Zeit, sehr sympathisch mit ihrem spektakulären Kombinationsfußball (der in der Erinnerung vielleicht noch etwas spektakulärer scheint, als er eigentlich war). Der abrupte Niedergang, der ja ironischerweise mit Klopps erster Meisterschaft koinzidierte, hat mich dann tatsächlich überrascht und durchaus etwas betroffen gemacht. Die von Dir angesprochene Misswirtschaft war mir nicht bewusst. Ich erinnere mich nur noch daran, dass Schaaf in Teilen der Fanszene langsam vom norddeutschen Gesamtkunstwerk zum starrsinnigen alten Griesgram mutierte, der mit der taktischen Entwicklung des Fußballs nicht mehr Schritt halte und ums Verrecken keine defensiven Abläufe trainieren könne. Es gab sogar Leute, die im Nachhinein behaupteten, mit einem "anständigen Trainer" hätte Werder zwischen 2004 und 2010 noch mindestens zwei weitere Meisterschaften geholt. Tja, Undank ist der Welten Lohn. :D

Dass Werder nicht noch einmal zwischen 2004 und 2010 Meister geworden ist, lag nicht am Verschlafen moderner taktischer Entwicklungen des Trainers Thomas Schaaf. Die Chance war sicherlich vorhanden, vor allem 2006/07. Der Spruch von Uli Hoeneß, dass der Nikolaus noch nie ein Osterhase gewesen sei, dürfte vielen noch im Kopf sein. Dass er dann auch zutraf, lag allerdings in der Hauptsache an mannschaftsinternen Streitigkeiten, bei denen Frings eine unrühmliche Rolle spielte. Wenn man Schaaf etwas vorwerfen kann, dann dass er diese leistungsfeindlichen Streitigkeiten nicht beenden konnte.

Wobei alles seine Zeit hat, auch ein Fußballstil. Es ist schon richtig, dass Schaaf auf seinen offensiven Kombinationsfußball bei bewusster Inkaufnahme defensiver Risiken fixiert war. Was sich allerdings erst ganz am Ende seiner Trainerzeit in Bremen negativ bemerkbar machte. Die Saison 2009/10 schloss man noch als Dritter der Bundesligatabelle ab und war Pokalfinalist. In der Saison davor gab es zwar bereits mit Platz 10 in der Meisterschaft so etwas wie einen Einbruch, aber man erreichte das UEFA-Cup - Finale und wurde DFB-Pokalsieger.

Um den Spielstil Schaafs beizubehalten wären vor allem im offensiven Mittelfeld außergewöhnliche Spieler vonnöten gewesen. Micoud war der spiritus rector der Double-Mannschaft 2003/04, danach sorgten Diego und Özil für die notwendige Kreativität. Aber als Özil ging sollte Aaron Hunt seine Rolle übernehmen und Marco Marin ihn unterstützen. Der Beginn des sportlichen und daraus folgend des wirtschaftlichen Verfalls, wobei andere Spieler Sattheitssymptome zeigten. Schaafs fußballerischer Ansatz, ob nun überholt oder nicht, konnte mit dieser Mannschaft nicht mehr greifen. Ein anderer Trainer mit einer etwas anderen fußballerischen Ausrichtung wäre zu diesem Zeitpunkt richtig gewesen. Und auch z.T. andere Spieler. Ob man sich damit im CL/EL- Bereich gehalten hätte, ist allerdings fraglich.

PS Herzlich willkommen im Forum!


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