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"Kreative Transferstrategie" (BVB)

-Christian-, Montag, 04.09.2023, 10:12 (vor 1068 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Insbesondere diesem Teil kann ich zu 100 % zustimmen.
Wir haben in den vergangen Jahr stetig unseren selbst gewählten Weg verlassen und statt auf hungrige Talente mit Potential (und Weiterverkaufswert) auf den vermeintlich risikoloseren Weg gestandene Profis gesetzt. Es fiel häufig das Argument, dass in den entscheidenden Situationen die Erfahrung der Talente fehlte. Schön - Jetzt kommen mir womöglich gar nicht mehr in diese entscheidenden Situationen, da uns schlicht die Klasse und ggf. auch der Erfolgshunger fehlt.
Ich würde behaupten, dass im Schnitt ein junges Talent ehrgeiziger und gewillter ist zu lernen als ein Spieler mit Ende 20. Ein möglicher Grund: Die jungen Talente a la Haaland und Bellingham haben noch den großen Traum einer Weltkarriere vor Augen und ordnen dem erstmal alles unter. Die Motivation einer der besten Fußballer der Welt zu werden ist größer als mit Ende 20 und finanziell ausgesorgt noch einen Titel zu erreichen. Fußball befindet sich überspitzt gesagt auf dem Weg mehr und mehr zu einem Spieler- statt Vereinskult zu werden. Die jungen Leute sind mittlerweile meist nur noch Fan eines Spielers und nicht eines Vereins.
Obendrein spielt dies nicht nur in die Motivation der Spieler ein, sondern auch in die Attraktivität unseres Vereins. Ohne es despektierlich zu meinen, aber der junge Fan kauft sich lieber das Trikot eines Bellinghams, Haalands oder gar Moukokos als eines Sabitzers oder Füllkrugs.

Ich vermag mir nicht zu beurteilen, wo die Gründe für diesen Wandel in der Transferstrategie liegen, dafür bin ich viel zu weit weg. Womöglich ist es auch nicht mehr so einfach, diese Talente zu finden bzw. sie zu verpflichten.
Ich habe aber leider auch das ungute Gefühl, dass zumindest ein Teil unserer Verantwortlichen entweder kein Risiko eingehen wollen, die CL Quali zu gefährden oder gar endlich Bayern schlagen wollen und den kurzfristigen Erfolg mit eben mutmaßlich kurzfristigen Lösungen erzwingen zu wollen. Dies könnte tatsächlich ein Problem sein, wenn der Trainer ein sehr großes Mitspracherecht bei Transfers erhält.
Dies wurde bspw. bei Bayern zuletzt sogar offen kommuniziert. Thomas Tuchel hat sich explizit gegen Talente und für "gestandene" Spieler ausgesprochen, da er weiß, dass er als Trainer an kurzfristigen Erfolgen gemessen wird. Aber dies ist bei Bayern dann eben ein Kane. Und genau diesen Weg können und sollten wir nicht gehen. Ich hoffe, dass das unsere Verantwortlichen auch merken. Ich bin weiterhin ein riesen Fan von Terzic, da ich ihn als Mensch mag und ich finde, dass er all das verkörpert, was Borussia ausmacht. Dementsprechend hoffe ich, dass wir mit ihm diesen alten Weg wieder einschlagen. Zumal es scheint, dass eine seiner größten Qualitäten die Weiterentwicklung und Verbesserung junger Spieler ist. Sancho, Haaland, Bellingham, Adeyemi, Malen...alle haben unter Terzic einen riesen Sprung gemacht.


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