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Wirksamkeit der App (Corona)

burz, Lünen, Dienstag, 28.04.2020, 12:12 (vor 2187 Tagen) @ Jurist81

Die Zahlen können doch eigentlich garnicht so explodieren wie noch im März, weil es WESENTLICH weniger gefährliche Hotspots gibt als noch vor dem ersten Lockdown, zudem mit einer in der Zwischezeit höheren Durchseuchung und wohl auch Immunität bei einem gewissen Prozentsatz. Für mich erscheint das aus Laiensicht unplausibel.


Die Hotspots und Superspreader sind nicht erforerlich, um die Zahl der aktuell Erkrankten massiv steigen zu lassen. Das ist wie bei Feuer: Am Anfang nutzt man viele einzelne Stellen, um ein Feuer zu entfachen. Wenn das Feuer dann bereits lodert, benötigt man keine zusätzlichen Zündstellen.

Das Gedankenexperiment, wie sich die Zahl der Erkrankten durch die Lockerung massiv steigert ist folgendes:

A trägt unwissend den Virus in sich. Nachdem das Wetter wieder besser wird und die Pandemie zurückgedränt wird, trifft er sich mit B und steckt ihn an. B lebt mit seiner Familie (Ehefrau, Eltern und Kinder) in einem Haushalt. Die Kinder stecken sich nicht an, die Ehefrau und Eltern schon. Die Ehefrau geht ebenso wie B zur Arbeit und steckt dort jeweils eine Person an. Ich lasse jetzt die Infektionsketten der Eltern an der Stelle abbrechen. A wird getestet, informiert B, der sich wiederum testen lässt, etc. Der Infektionsweg wird unterbrochen, super!

Das Problem ist folgendes: In diesem Beispiel haben wir, wenn die Inkubationszeit wirklich 4-7 Tage beträgt, was wir nicht wissen, in 12 Tagen aus einem Fall 7 Fälle gemacht. Und das größere Problem: Wir haben nicht einen A sondern Tausende in ganz Deutschland.

Von einer Durchseuchung oder Immunität kann man kaum sprechen, wenn wir derzeit 1,8 Promille der Bevölkerung positiv auf das Virus getestet sind.

Nochmal: Es sind weiterhin keine Schulen, Kitas, Diskotheken, Restaurants, Hotels, Schwimmbäder, Kinos, Theater, Fitness-Studios und Bars geöffnet. Dazu gibt es keine Veranstaltungen mehr, Flugreisen für Privatleute findet auch nicht statt.


Gut, alles andere ist zum jetzigen Zeitpunt auch nicht zu verantworten. Das wäre so, als würde man Spiritus auf das lodernde Feuer gießen. Wenn man das Feuer damit nicht löscht, gibt es sofort eine Stichflamme. Das würde uns auch passieren, wenn wir jetzt
Verstehe mich nicht falsch. Ich habe große Hoffnungen, gerade in Bezug auf die App, wenn sie denn kommt. Ich bin auch der Meinung, dass wir das alles gut überstehen werden. Was ich illustriere ich lediglich ein Szenario, in dem wir die nun erreichten Lockerungen massiv zurück drehen müssen, um wieder in den Status Quo von vor einer Woche zu gelangen. Natürlich habe ich die Hoffnung, dass es so nicht kommt. Ich hoffe, dass die Leute weiter diszipliniert werden. Ich hoffe, dass die Lockerungsmaßnahmen keinen negativen Effekt haben und weitere Lockerungen vorgenommen werden. Hergott, ich hoffe, dass ich bald wieder ins Stadion kann - von mir aus mit Maske, Schutzanzug, App und negativen Schnelltest. Und als grundoptimistischer Mensch überwiegt die Hoffnung. Das bedeutet aber nicht, dass wir ie Fragilität und die Risiken der jetzigen Situation leichtfertig ignorieren dürfen.

Meine Erwartungen an die App sind begrenzt. Gerade diejenigen,die sich aufgrund ihrer individuellen Interessen auch um Ostern in großen Gruppen getroffen haben, werden aufgrund ihrer Angst "überführt" zu werden, auf die App verzichten. Das sind aber sehr häufig die Kandidaten,die man eigentlich tracken müsste.


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