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Der BVB - Werder Bremen - Analysethread (Spieltage)

audifex, Mittwoch, 14.01.2026, 10:02 (vor 9 Stunden, 18 Minuten) @ Redaktion schwatzgelb.de

Ich sehe in gewisser Kritik keinen Widerspruch, sondern eine durchaus nachvollziehbare Differenzierung. Ob Unzufriedenheit berechtigt ist, hängt letztlich davon ab, worüber man unzufrieden ist. Wer trotz der besten Saison seit Langem oder eines zweiten Tabellenplatzes grundsätzlich alles infrage stellt, greift zu kurz. Wer hingegen erkennt, dass trotz sehr guter Ergebnisse noch Potenzial ungenutzt bleibt, darf das durchaus kritisch anmerken.

Der entscheidende Punkt ist doch: Die Ergebnisse sind objektiv stark und überzeugend – daran gibt es wenig zu rütteln. Gleichzeitig zeigt sich, dass man trotz defensiver Stabilität spielerisch noch ein paar Prozent mehr herausholen könnte. Das würde zwar selbst dann vermutlich nicht zum Titel reichen, Bayern bleibt nun einmal zu stark, aber es würde viel von der Unzufriedenheit über die Spielweise nehmen.

Was konkret gemeint ist: In vielen Spielen ist erneut ein Mentalitätsproblem zu erkennen, das uns leider schon seit Jahren begleitet und mehrere Spieler betrifft, die schon länger im Verein sind. Gerade bei Führungen scheint oft ein gewisser Spannungsabfall, eine Unkonzentriertheit einzutreten. Das wirkt weniger wie ein taktisches Problem, sondern eher wie eine Frage der Einstellung und Professionalität: Bleibt man im Kopf bei 100 %, bleibt man konzentriert, will man mehr – oder wird man zu schnell nachlässig?

Diese Nachlässigkeiten wurden nicht nur von außen wahrgenommen, sondern auch von Spielern und sportlicher Leitung öffentlich angesprochen. Für uns Zuschauer äußert sich das dann eben als fehlender Biss oder zu wenig Ehrgeiz – selbst wenn die Ergebnisse am Ende stimmen. Und genau hier liegt der Knackpunkt: Gute Resultate schließen die Erkenntnis nicht aus, dass noch mehr möglich wäre.

Ich persönlich hätte bei einer Führung ebenfalls nicht gepfiffen, kann aber verstehen, warum die Spielweise trotz der Resultate nicht jeden zufriedenstellt. Mit mehr Wille, mehr Bewegung, mehr Zusammenspiel und einer klareren „Wir wollen mehr“-Haltung hätte man aus dem vorhandenen Potenzial noch mehr machen können. Einige Spiele, die trotz Führung aus der Hand gegeben wurden, hätte man dann vermutlich gewonnen – inklusive mehr Selbstvertrauen und Momentum.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Es ist bemerkenswert, wie gut die Ergebnisse trotz dieser Schwankungen sind. Das spricht für die Mannschaft und den Trainer. Wenn es ihnen gelingt, diese Themen anzunehmen, die Komfortzone zu verlassen und den Ehrgeiz dauerhaft hochzuhalten, ist eine Weiterentwicklung absolut möglich.

Oder, um es mit Matthias Sammers viel früheren Worten zu sagen:
Wir sind gut – aber noch lange nicht sehr gut.


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