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Neu auf schwatzgelb.de: Investoreneinstieg bei der DFL - Unnötig oder notwendig?: Grundwerte und Investoren beim BVB (BVB)

stfn84, Köln, Montag, 08.05.2023, 20:41 (vor 1193 Tagen) @ markus

Da darf und sollte man sicherlich unterscheiden.

Die Fan- und Förderabteilung hat natürlich einen sehr klaren Auftrag, der im Interview auch klar benannt wird. Genau darum geht es mir ja: Es muss ein kritischer, aber in der Sache konstruktiver Umgang mit Sachverhalten erfolgen. Die Fan- und Förderabteilung soll Dinge nicht nur kritisch hinterfragen, sondern sie agiert nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne der Fans.
Deshalb ist es gut und richtig, dass es da zwischen eV und KGaA Austausch und Diskussionen gibt.

Der Verweis auf den gerechten und fairen Wettbewerb ist gut und schön, hat aber ja 0,0 mit einem Investor zu tun.

Zudem sind dann solche Passagen im Interview:

schwatzgelb.de: Bleiben wir doch gleich beim Investorendeal. Warum steht ihr dem kritisch gegenüber?
Tobias: Ein Investor ist erstmal kein Geldgeber, sondern ein Geldnehmer. Er gibt Geld, um nachher eine Rendite herauszubekommen.

Der Satz ist natürlich Quatsch, vor allem in Bezug auf die (bekannten) Details des Deals.
Machen wir es also bitte konkret.
Der Investor soll 2 Mrd. Euro geben.
Er erhält dafür ca. 20 Jahre lang 12,5% der Einnahmen aus den TV Rechten (aktuell ca. 1,3 Mrd Euro p.a.). Das sind 162.500.000 Euro p.a., über 20 Jahre also 3,250 Milliarden Euro. Der Investor hat dann in 20 Jahren eine ganz akzeptable Wertentwicklung hinbekommen, wenn es ihm gelingt, die Erlöse konstant auf diesem Niveau zu halten. Wenn er einen besseren Job macht, bekommt er mehr Geld. Jeder Club der DFL aber eben auch.

Dann kommt eine Annahme:

Also muss ja etwas passieren, um das Produkt erfolgreicher, besser, attraktiver zu machen.

Das kann sein. Ist aber ebenfalls unabhängig von einem Investor zu sehen. Zudem wird unterstellt, dass das eine zwangsläufige Konsequenz ist.
Ist aber eben nicht der Fall. Oder gibt es dafür eine Quelle?

Die nächste Frage lautete:

schwatzgelb.de: Welche Gefahren seht ihr?

Tobias: Es gibt viele Szenarien, die man an die Wand malen kann. Ob das am Ende so passieren wird, steht auf einem anderen Blatt. Aber in der Mitgliedschaft gibt es Bedenken, und wir sind damit beauftragt worden, für Kommunikation und Transparenz zu sorgen.

Vollkommen richtig, sehr legitim.

Was die Fans mitunter kritisch beäugen ist die Frage, was das für Investoren sind, die sich in Stellung bringen. Der BVB hat in den letzten Jahren im Bereich CSR in den letzten Jahren eine wunderbare Arbeit geleistet. Deshalb muss die Frage erlaubt sein, ob ein Investor dieselben Werte vertritt.

Ebenfalls legitim. Aber warum wird da dann nicht unser Sponsoring beleuchtet? Krypto-Börsen sind ok, aber ein Investor der - wie Sascha es formulierte - Geld in Saudi Arabien macht, bitte nicht? Die Frage zu stellen ist richtig und wichtig, aber es muss doch im Gesamtkontext betrachtet werden. Zudem wäre dann doch auch die Abstimmung darüber inwieweit die Mitglieder des BVB (und nicht nur der FA, die natürlich in erster Linie "kritische Fans" vereinen dürfte) einen Investoren-Deal mittragen würden, das einzig demokratische an der Angelegenheit. Ich wäre mir da nicht so sicher, was die Mehrheit der BVB Fans will. Meine Filterblase entspricht definitiv nicht der Mehrheit der über 100.000 Mitglieder.


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