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Trainer Terzic eröffnet die Mentalitäts-Debatte von selbst (BVB)

koom, Mittwoch, 05.10.2022, 10:17 (vor 1423 Tagen) @ Smeller

Die Frage ist allerdings, warum schafft man es in der ersten Halbzeit das zu unterbinden? Und dann in der 2. Halbzeit nicht mehr. Glaubst du wirklich, dass Köln diese eine geniale Umstellung hatte, die dafür gesorgt hat, dass sie uns perfekt aushebeln?

Manchmal ist das ja nicht viel, was es dazu braucht. Wenn Baumgart nen guten Analysten hat, dann schneidet der kurz was zusammen oder malt was auf die Tafel und teilt mit, dass DAS schon in der 1. HZ erfolgversprechend war und die gegnerische Struktur da anfällig ist. Und dann macht man das wieder und wieder. Fußball ist kein Hexenwerk.

Und defensiv stand Köln ja eigentlich recht gut. So wirklich viele Abschlüsse hat der BVB in der 1. HZ nicht gemacht, also musste man nur da was ändern und da muss man u.U. nicht mal die Aufstellung anpassen, sondern nur 1-2 Leuten mitteilen, dass sie was forcieren sollen.

Guck dir doch einfach mal das 2:1 an. Muss man als Trainer in der Halbzeit wirklich ansprechen, dass man den Laufweg des Stürmers bei einer Ecke blocken muss, damit dieser nicht mit Vollgas in den Ball springen kann? Alleine das Tor hat gezeigt, dass die Mannschaft die 2. Hälfte mit ein paar Prozentpunkten weniger begonnen hat.

Eckballtor kann auch mal immer passieren. Da tüfteln auch die Toptrainer immer wieder an Ideen rum um das zu minimieren (Positionsspiel oder Manndeckung?). Wirklich befriedigend ist da nichts, weil es da tatsächlich etwas mehr um Glück und den Skill von 1-2 Personen geht.

Das 3:1 war eine Erinnerung an Citys Ausgleich. Der Angreifer darf am Strafraum den Ball annehmen, zielen und schießen, ohne dass da jemand dran geht. Brauchen die Spieler so viel Anleitung, dass sie nach 45 Minuten vergessen, dass man einen Angreifer daran hindern soll abzuschließen?

Dieses 3:1 zeigt das strukturelle Problem beim BVB auf: Es gibt keinen Sechser. Der Raum dort ist einfach leer. Nicht nur in dieser Situation, sondern sehr oft. Das ist auffällig. Potentiell sind 3 Leute dort "zuständig", denn auch die 8er dürfen da gerne abdecken.

Du verteilst Freifahrtscheine an die Mannschaft und willst den Trainer am Galgen hängen sehen, dabei entstehen 2 Tore, weil die Spieler nicht die nötigen Schritte machen wollten.

Ich will, dass der Trainer etwas auf den Platz bringt, dass man sehen und ihm zuschreiben kann. Das fehlt nach wie vor bei Terzic. Bei seinem ersten Durchgang beim BVB muss man den Erfolg primär Sancho und Haaland zuschreiben. Aktuell ist es genauso durchwachsen wie davor ohne Sancho und Haaland.

Der Kader ist selbst jetzt noch ziemlich cool und aufregend (auch wenn ich mir nen richtigen Sechser mal wünsche), aber es wird Fußball nach Schema F gespielt: 4-2-3-1, einfach die besten Namen hingeworfen - wird schon. Reicht auch für eine ganze Menge, aber das ist nicht mehr als die Summe aller Einzelteile. Für mich ist das kein Fußball, der in erster Linie Mannschaftssport ist.


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