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Trainer Terzic eröffnet die Mentalitäts-Debatte von selbst (BVB)

Jack, Dortmund, Dienstag, 04.10.2022, 12:37 (vor 1424 Tagen) @ Gazelle

Ich glaube, dass so eine Mentalitätsdebatte grundsätzlich am Thema vorbeigeht und das Problem in erster Linie nicht eines der Mentalität sondern der Qualität ist. Jeder Spieler und jede Mannschaft ist Schwankungen unterworfen. Innerhalb eines Spiels und auch über längere Zeiträume, da kein Spieler 50 mal im Jahr 90 Minuten lang körperlich und mental am oberen Limit agieren kann.
Abgesehen von der individuellen Qualität der Spieler geht es dabei mMn vor allem um die Qualität des Zusammenspiels: Bei den besten Mannschaften kommen daher diese Schwankungen kaum zum Tragen, weil sie sich auf Mechanismen und hundertfach eingeschliffene Abläufe berufen können. Mannschaften von Simeone, Klopp und Guardiola können quasi im Halbschlaf das eigene Tor verteidigen (Simeone), den Gegner permanent im Gegenpressing unter Druck setzen (Klopp) bzw die Kugel so zirkulieren lassen, dass die andere Mannschaft kaum an den Ball kommt (Guardiola), weil die Abläufe so eingeschliffen sind, dass sie kein hohes Mass an Konzentration mehr erfordern. Daher wird selbst eine körperlich und mental müde Mannschaft, die diese Qualität besitzt, sich immer auf diese basics berufen können, nie unter ein gewisses Nivea absinken und auch schwächere Phasen innerhalb eines Spiels und einer Saison besser überstehen.

Wir haben stand jetzt von 8 Bundesligaspielen 3 verloren (gegen Werder, RB und Köln). Für den Kader, den wir zur Verfügung haben, ist das eindeutig zu viel, dem wirst du wahrscheinlich nicht widersprechen. Was mich allerdings viel mehr nachdenklich stimmt, ist die Art und Weise, wie wir die Spiele verloren haben.

Gegen Bremen führen wir zuhause absolut souverän 2:0 bis zur 89. Minute und verlieren das Ding noch. In Leipzig sind wir komplett chancenlos und schießen, soweit ich mich erinnern kann, kein einziges Mal aufs Tor (so, dass der Keeper eingreifen muss). Und in Köln spielen wir eine durch aus gute 1. HZ, führen 1:0 und gehen in der zweiten HZ komplett baden.

Das kann doch nicht an der Qualität des Kaders liegen? Das glaube ich nie im Leben. Ja, wir sind nicht Bayern München, aber so, wie wir uns in manchen Spielen präsentieren, geht einfach nicht. Allerdings habe ich inzwischen auch überhaupt keinen Erklärungsansatz, woran das liegen könnte. Vielleicht geht es unsere Jungs wirklich etwas zu gut. Klingt natürlich nach Stammtisch-Bullshit, aber so langsam hat man echt überhaupt keine Erklärungen mehr.

Guck dir mal unser Spiel in Manchester gegen City an. Wenn es uns an Qualität mangeln würde, wäre so ein Spiel nicht möglich. Die Qualität im Kader reicht definitiv aus, um gegen Bremen, Köln und Leipzig deutlich besser auszusehen.


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