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Was wollen wir überhaupt für einen Trainer? (BVB)

Cthulhu, Essen, Dienstag, 04.10.2022, 13:50 (vor 1424 Tagen) @ Will Kane

Beim BVB funktioniert es alles in allem recht gut. Damit es am Ende deutlich besser funktionieren kann, müssen die Zahnräder auch besser ineinandergreifen können. Das ist dann die Hohe Kunst des Fußballs.


Und damit das noch besser werden kann muss man dem Team und dem Trainernovizen schon was an Zeit geben.


Auf jeden Fall.

Ich persönlich kann Terzić als Trainer nach wie vor nicht nicht einschätzen. Dafür ist die Zeitspanne, die er bislang als Chefcoach tätig war, schlicht zu kurz und die Umstände waren besondere. Ein ‚Novize‘ ist er aber eigentlich auch nicht mehr.

Man hätte aber auch den Trainervorgängern mehr Zeit geben können/müssen. Auch wenn das keine ‚Novizen‘ als Trainer waren.

Das hat man aber nicht getan.

Allen Trainern nach Klopp hat man schon nach relativ kurzer Zeit das Vertrauen entzogen und damit die Bereitschaft, mit ihnen etwas aufzubauen. Noch nicht einmal mittelfristig. Im Gegenteil, entweder hat man sich schnell getrennt oder man hat ihnen keinen Einfluss auf die Kadergestaltung (und damit indirekt auch auf die fußballerische Ausrichtung) zugestanden oder beides. Selbst ausgesprochenen Wunschtrainern wie Rose, für den man ziemlichen Wirbel inkaufgenommen hat, wurde nach kurzer Zeit wieder der Stuhl vor die Tür gesetzt.

Für mich persönlich liegt da der Hase im Pfeffer.

Und da offensichtlich kein Trainer von Außerhalb den Clubverantwortlichen inkl. externem strategischem Berater gut genug sein konnte (oder nicht kloppähnlich genug war), versucht man sich mit Terzić nun einen zu backen. Wobei es einen entsprechenden Plan wohl schon länger gegeben hat. Der wird auch richtig gepampert, wird in alles eingebunden, durfte ein Jahr lang als ‚Technischer Direktor‘ mit den großen Hunden pinkeln und sich mit den anderen Gedanken machen, welche Spieler er denn abgeben und verpflichten würde. Seine Karenzzeit dürfte deutlich über der seiner Vorgänger liegen.

Daher kann es mMn nicht bedeuten, Terzić die notwendige Zeit einzuräumen gleichzusetzen mit einer Art verlängertem Welpenschutz.

Will aufgrund der Kosten niemand hier wissen, aber aufgrund der Umstände kann und muß das Ziel einfach nur CL quali sein.....


MAn geht es weniger um die Kosten an sich. Ordentlich Geld ausgegeben haben wir in den letzten Jahren immer. Nur nicht immer effektiv genug. Sondern es geht darum, das Geld (und gerade das, was wir durch hohe Transfereinnahmen generieren) eben effektiver einzusetzen.

Davon abgesehen ist die Erreichung der CL unser Minimalziel. Ohne Moos halt nichts los. Dieses Minimalziel haben wir allerdings mit allen Trainern nach Klopp erreicht (mitunter in ‚Kombination‘)

Darüber hinaus ist die Erreichung von Rang 2 in der Abschlusstabelle das realistische Ziel. Das haben wir allerdings auch mit Tuchel, Favre und Rose erreicht.

Was wollen wir also mit Terzić erreichen, was wir mit anderen Trainer nach Klopp nicht erreicht haben?

Ein Sieg im DFB-Pokal ist immer möglich, das hängt bei uns mehr von den Umständen als vom jeweiligen Trainer ab. Platz 2 in der Abschlusstabelle festigen? Das wäre mit Tuchel, Favre und Rose (und im übrigen auch mit den jeweiligen Kadern) auch möglich gewesen.

Also dann doch die Dauermeisterschaft der Bayern beenden oder zumindest unterbrechen? Auch das wäre mMn mit den genannten Trainer ebenfalls möglich gewesen. Wenn man mit ihnen den erforderlichen Weg hätte gehen wollen.

Und nach der nächsten Sommer Transfer Phase sollte man dann den zukünftigen bvb sehen....
Meine Meinung.


Möglich oder auch nicht möglich. Meiner Einschätzung nach dürfte es etwas länger dauern, auch bei bestmöglichem Verlauf.

Das ist für mich halt auch eine wichtige Frage. Favre hat man im Grunde genommen schon das Vertrauen entzogen, weil er in der ersten Saison den Vorsprung nicht übers Ziel gebracht hat. Eigentlich war es die einzige Saison nach 2012, in der wir eine ernsthafte Chance auf den Titel hatten (2016 waren wir zu keinem Zeitpunkt in der Rückrunde in der Lage, aus eigener Kraft deutscher Meister zu werden, auch wenn die Saison klasse war), dann vor allem wegen den verschenkten Punkten gegen Hopp und Frankfurt aus dem Tritt kamen, obwohl wir beide Spiele locker hätten gewinnen müssen.
Aber selbst nachdem der Laden wieder relativ stabilisiert wirkte (Die Rückrunde war mit 34 Punkten natürlich zu wenig für die Meisterschaft, aber nicht schlecht), wurde Favre eigentlich schon das Vertrauen entzogen obwohl auch die Saison 19/20 nicht schlecht war, bis zum obligatorischen Beschiss gegen den FCB waren es auch nur vier Punkte, aber irgendwie war das alles nie gut genug.

Das Favre mit seinem doch ziemlich lahmarschigen Fußball hier auf Dauer keine Institution wird ist kein Wunder, aber warum man sich in einer radikalen Wende versucht hat, weil man glaubt, dass es einen bestimmten BVB-Fußball geben MUSS, ist für mich nach wie vor ein Rätsel.

Mit dem hinterhertrauern kommt man zumindest nicht weiter, letztendlich darf man nicht vergessen, dass viel Pressing und Umschaltspiel einen Trainer noch lange nicht zu einem Weltklassetrainer wie Klopp machen - außerdem hatten wir mit Hummels, Gündogan, Piszczek und Lewandowski einfach mal diverse Spieler im Kader, die auf ihrer Position zur internationalen Spitze gehör(t)en, davon haben wir aktuell einfach mal keinen.
Das sind einfach Zeiten, die kommen so nicht wieder, deswegen wäre es auch an der Zeit, aufzuhören, dem nachzueifern, sonst ist auch Terzic oder sein Nachfolger nie gut genug.


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