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Entwicklung und Perspektive (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Dienstag, 08.02.2022, 13:32 (vor 1690 Tagen) @ koom

Natürlich reite ich drauf rum, aber ein Schlotterbeck mit 22 wäre viel mehr Phantasie als ein Süle der im Sommer 27 wird. Da hast du nämlich in spätestens 3 Jahren wieder die nächsten Baustelle, er hat ja auch nur einen Vierjahresvertrag.


Ich glaube, Süle hilft dem BVB erheblich weiter als Schlotterbeck. Süle hat über mehrere Jahre in verschiedenen Klubs seine Qualität bereits nachgewiesen, auch auf hohem Niveau. Schlotterbeck spielt jetzt aktuell mal gut.

Das ehe ich anders.

Bei Hoffenheim (und da begann seine Profikarriere) war Süle trotz seiner jungen Jahre recht konstant und stabil und entwickelte sich auch kontinuierlich weiter. Bei Bayern gab es allerdings wechselnde Phasen. Momentan ist er definitiv bei Bayern der stärkste Innenverteidiger, wobei die letzten Verpflichtungen der Bayern z.T. bei weitem nicht das gehalten haben, was man sich von ihnen versprochen hatte. Pavard und Hernández schwanken in ihren Leistungen und bleiben unter dem Strich hinter den Erwartungen zurück, Upamecano ist vollkommen verunsichert und das Talent Nianzou gibt Rätsel auf. Süle hatte aber auch Schwächephasen bei Bayern.

Nico Schlotterbecks Entwicklung lässt in meinen Augen keineswegs den Schluss zu, dass er „jetzt aktuell mal gut“ spiele. Als ganz junger Spieler hatte er nicht die Konstanz, um sich bei den Profis in Freiburg zu etablieren. Stefan Kuntz berief ihn dennoch in die U21-Nationalmannschaft, wo er auch gleich einer der Leistungsträger wurde und mit dem Team Europameister wurde.

Die Leihe zu Union war für ihn wie für den Club ein Gewinn. Gleich in den ersten Spielen gehörte er zu den Besten, verletzte sich dann aber schwerer. Nach der längeren Ausfallzeit kam er aber wieder, ohne dass er eine Anlaufphase benötigt hätte. Er war gleich wieder Stammspieler und seine Leistungen waren mitentscheidend für die unerwartet gute Plazierung Unions am Ende der Saison. Außerdem ist er in seiner Zeit in Berlin deutlich athletischer geworden, was sich in seinen Zweikämpfen auch widerspiegelt.

Schlotterbeck ist nicht von ungefähr in die A-Nationalelf berufen worden worden. Bei Freiburg ist er der Garant für defensive Stabilität und das Spiel nach vorne aus der Abwehr heraus. Die gute Performance der Freiburger in dieser Saison ist auch seiner Stärke zu verdanken. Mit Schlotterbeck ist das Spiel der Freiburger definitiv ein anderes als mit ihm. Der BVB hatte ja den direkten Vergleich.

Schlotterbecks momentane Leistungen sind keine Eintagsfliege, da steckt einmal nachzuvollziehende Entwicklung dahinter. Und mit gerade einmal 22 ist er auf seiner Position noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen.


Und Süle ist trotzdem noch relativ jung und kann hier noch lange Zeit spielen, sofern er will, fit bleibt und natürlich kein größerer Vertrag ruft. Aber wenn er sich in der aktuellen ablösefreien Situation für den BVB entscheidet, ist das auf jeden Fall eine Aussage. In England hätte es sicherlich mehr gegeben und wäre auch was für seine Spielweise und seine Art gewesen.

Für Schlotterbeck hatte es auch Nachfragen aus England gegeben. Er möchte aber in der Bundesliga bleiben. Da bleiben eigentlich nur der BVB oder Bayern. Süle wird dem BVB sicherlich helfen, keine Frage. Zumindest perspektivisch hätte ich persönlich Schlotterbeck allerdings bevorzugt.

Abe wer weiß, was da noch alles so passiert.


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