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Sehe ich ähnlich! (BVB)

markus, Mittwoch, 06.10.2021, 12:04 (vor 1855 Tagen) @ Goalgetter1990

Auf die erste Frage: Zuerst einmal sollten sinnvolle (!) Einschränkungen für Impfverweigerer (bspw. 2G in Clubs / 2G bei In-Door-Veranstaltungen / notwendige Tests bei Friseuren und Restaurants / 2G bei vollständigem Wegfall der Maskenpflicht und anderer Auflagen) um die Impfquote hochzuschrauben - von der Politik kommen, und nicht Vereinen/Firmen auferlegt werden. Ich hatte ja gesagt, wenn es in NRW eine Option für 2G oder 2G+ geben würde, bei der gleichzeitig alle Auflagen fallen würden, wäre aus Sicht des BVB absolut sinnvoll dem zu folgen. Wenn NRW aber sagt, dass 3G angemessen ist, kann man nicht vom BVB erwarten, Politik zu machen. Wenn man 2G (mit vollen Westfalenstadion) will, muss die Politik die Rahmenbedingungen vorgeben.

Ich verstehe das Argument, dass Schnelltests nur 60% der Infektionen aufdecken (wobei ich meine, dass der Prozentsatz bei potenziellen Super-Spreadern etwas höher liegt). Aber es muss auch klar sein, dass es nicht durchsetzbar ist, in allen gesellschaftlichen Bereichen 2G durchzusetzen, und 60%-sichere Schnelltests sind besser als keine Schnelltests. Dass Freiluftveranstaltungen anders behandelt werden als Clubs, halte ich für nachvollziehbar. Ja, nicht-Geimpfte müssen durch verschiedene sinnvolle einschränkende Maßnahmen aber auch Anreize dazu bewegt werden, sich impfen zu lassen. Aber das kann auch nicht die Aufgabe des BVB sein.

Naja, wenn sich alle Unternehmen zurückziehen und sich darauf berufen, dass der Gesetzgeber zuständig sei und das doch entsprechend regeln sollte, ist das das Eingeständnis dafür, dass der Markt wohl doch nicht alles selbst regelt. Watzkes Position war vor einigen Wochen, dass man beim BVB eigenverantwortlich auf 2G setzt, da ein Stadion mit ausschließlich geimpften und genesenen Personen sicher sei (Zitat Watzke: Was sprich gegen ein volles Stadion mit ausschließlich geimpften und genesenen Personen?). Sich jetzt auf das gesetzliche Minimum zurückzuziehen, weil man sieht „scheiße, wir kriegen so ja gar nicht alle Tickets verkauft“, ist letztendlich das Eingeständnis dafür, dass am Ende die zunächst behauptete vorrangige Sicherheit der Stadionbesucher dann doch wieder hinten ansteht. Priorität Nr. 1 ist offensichtlich möglichst alle Karten zu verkaufen. Erst wenn das Ziel erreicht ist, zählt die angepriesene Sicherheit.

Bekäme man mit 2G alle Tickets verkauft, würde man jetzt wohl nicht umschwenken, sondern die außergewöhnliche Vorbildfunktion des Vereins betonen und andere Vereine auffordern, das entsprechend genauso zu handhaben. So spielt man den Deppen in die Karten, die vor kurzem ihre Trikots vor der Fanwelt abgelegt haben. Die werden jetzt denken, dass ihr Protest etwas gebracht habe.


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