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Die Gesellschaft ist inzwischen zutiefst gespalten - das hier ist aber ein anderer Fall (BVB)

Jurist81, Mittwoch, 06.10.2021, 11:15 (vor 1854 Tagen) @ Floatdownstream

Ich teile die große Sorge, dass wir uns zusehends gegeneinander abschotten und spalten lassen.

Der vorliegende Fall taugt meines Erachtens aber nicht als Beispiel. Warum? Es geht hier nicht um zwei mehr oder minder gleichwertige Meinungen (Finde ich rot oder schwarz besser? Bin ich für den Mindestlohn oder dagegen? Muss unser Rentensystem auf eine Kapitaldeckung umgestellt werden?).

Was hier aufeinanderprallt sind keine Meinungen, sondern Glauben. Da geht es nur vordergründig um Argumente. Denn eine Seite verschließt sich diesen wegen eines Gefühls („woher soll ich wissen“).

Tatsächlich wäre das immer noch egal. Hare Krishna und co haben auch eine andere Weltsicht als ich und doch habe ich keine Probleme mit ihnen. Was ist hier also anders?

Die Gruppe der Impfskeptiker sind nicht nur Gefühl getrieben und damit in einer Diskussion faktisch nicht erreichbar. Sie sind auch eine Gefahr. Unser Gesundheitssystem droht unter dem Nichthandeln dieser Gruppe zu kollabieren. Die Geimpften leiden unter Einschränkungen. Und leider verbleibt für einige Geimpfte ein Risiko des Impfdurchbruchs, das bei einer vollständigen Durchimpfung erheblich geringer wäre.

Ohne dass ich jetzt Impfgegner und Selbstmordattentäter gleichsetzen wollte, so lässt sich doch ein Vergleich ziehen.

Wenn ein Selbstmordattentäter in der U-Bahn droht sich in die Luft zu sprengen, dann ist unsere Gesellschaft nicht gespalten, wenn wir seine Intention ablehnen. Hier ist es nicht lohnenswert darüber zu diskutieren, ob es ein Leben nach dem Tod gibt und ob die Welt eine bessere wird, wenn man unschuldige Menschen tötet.


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